Ver­bands­nach­richt

BVES betei­ligt sich an Ver­bän­de­initia­tive: Ent­las­tung beim Eich­recht für Lade­infra­struk­tur gefor­dert

Der Bun­des­ver­band Ener­gie­spei­cher Sys­teme hat sich gemein­sam mit sie­ben wei­te­ren Ver­bän­den der Mobi­li­täts- und Ener­gie­wirt­schaft für eine kurz­fris­tige Ent­las­tung beim Mess- und Eich­recht für öffent­li­che Lade­infra­struk­tur ein­ge­setzt. Im gemein­sa­men Schrei­ben an das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rium for­dern die Orga­ni­sa­tio­nen, bestehende büro­kra­ti­sche Hür­den abzu­bauen und natio­nale Son­der­re­ge­lun­gen zuguns­ten ein­heit­li­cher euro­päi­scher Vor­ga­ben zu been­den.

BVES

29.04.2026

Hoher Eich­auf­wand belas­tet Betrei­ber und bremst Aus­bau

Hin­ter­grund der Initia­tive ist die aktu­ell gel­tende Eich­pra­xis für Lade­säu­len, die aus Sicht der Ver­bände zu erheb­li­chen Mehr­kos­ten und admi­nis­tra­ti­vem Auf­wand führt.

Mit Stand Februar 2026 exis­tie­ren in Deutsch­land rund 200.000 öffent­li­che Lade­punkte, dar­un­ter etwa 50.000 Schnell­la­de­punkte. Diese unter­lie­gen einer Eich­frist von acht Jah­ren. Wäh­rend bis­lang von etwa 6.000 Eichun­gen pro Jahr aus­ge­gan­gen wurde, zeigt die Pra­xis ein deut­lich ande­res Bild: Durch zusätz­li­che Nach­ei­chun­gen – etwa infolge von War­tung, Kabel­tausch oder Van­da­lis­mus – sind tat­säch­lich mehr als 45.000 Eich­vor­gänge jähr­lich erfor­der­lich.

Für Betrei­ber und Dienst­leis­ter ent­lang der Wert­schöp­fungs­kette bedeu­tet das:

  • erheb­li­che ope­ra­tive Belas­tun­gen
  • stei­gende Kos­ten im lau­fen­den Betrieb
  • zusätz­li­che Pla­nungs­un­si­cher­heit

Diese Inef­fi­zi­en­zen ver­ur­sa­chen Kos­ten in Mil­lio­nen­höhe, die sich mit­tel­bar auch auf die Lade­strom­preise und damit die Akzep­tanz der E‑Mobilität durch End­kun­din­nen und End­kun­den aus­wir­ken kön­nen.

Kon­krete For­de­run­gen

Um den Aus­bau der Lade­infra­struk­tur nicht wei­ter zu brem­sen wur­den meh­rere kurz­fris­tig umsetz­bare Maß­nah­men vor­ge­schla­gen:

  • Zügige Umset­zung der EU-Richt­li­nie Mea­su­ring Instru­ments Direc­tive in deut­sches Recht zur Har­mo­ni­sie­rung der Vor­ga­ben
  • Klar­stel­lung, dass Stan­dard­re­pa­ra­tu­ren (z. B. Kabel­tausch) nicht auto­ma­tisch eine Nach­ei­chung aus­lö­sen
  • Pra­xis­ge­rechte Aus­ge­stal­tung der Prüf­mit­tel­pflicht für Schnell­la­de­infra­struk­tur
  • Ein­heit­li­che, bun­des­weit gül­tige Prüf­mit­tel­spe­zi­fi­ka­tio­nen
  • Ein­füh­rung von Stich­pro­ben­ver­fah­ren nach Ablauf der Eich­frist statt flä­chen­de­cken­der Prü­fun­gen
  • Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung von Soft­ware-Updates
  • Ver­zicht auf zusätz­li­che Prüf­punkte bei DC-Eichun­gen ohne erkenn­ba­ren Mehr­wert

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