Flexible Sektorenkopplung – Energiespeicher sind kluge Lösungen für die lokale Energieversorgung

Die Energiewende führt in eine neue Energiewelt: Ein bisher auf zentrale, konventionelle Erzeugungsanlagen basierendes Energieversorgungssystem wird zunehmend dezentral und erneuerbar. Diese Systemtransformation erfordert neue technologische Lösungen, die die zeitliche Entkopplung von Erzeugung und Verbrauch ermöglichen. Speicherlösungen und Sektorenkopplung spielen hierbei eine herausragende Rolle. Sie flexibilisieren das Stromversorgungssystem und leisten so einen wichtigen Beitrag für die Minderung der CO2-Emissionen auch im  Verkehrs- und Gebäudesektor.

Stadtwerke und Speicherbranche bringen den Ausbau der flexiblen Energietechnologien voran. Dabei werden die neuen technologischen und marktlichen Möglichkeiten von bestehenden regulatorischen Bedingungen beschnitten. So etwa werden Speicher innerhalb der gegenwärtigen rechtlichen Energiekategorien in der Regel als Verbraucher eingeordnet und nicht als „Speicher“. Das hat weitreichende Folgen und der Markthochlauf der wichtigen Energietechnologien wird unterdrückt. Hinzu kommt, dass Strom aufgrund der hohen Belastung mit Steuern, Abgaben und Umlagen in den anderen Sektoren nicht wettbewerbsfähig ist.

 

VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche: „Stadtwerke sind der Motor der Energiewende. Sie errichten und betreiben Erneuerbare-Energien-Anlagen und sorgen vor Ort für die Versorgungs- und Systemsicherheit. Sie sind auch der Treiber neuer Speicher- und Sektorenkopplungstechnologien. Die Verteilnetzebene ist dabei der Dreh- und Angelpunkt der neuen Energiewelt. Hier findet der Großteil der EE-Einspeisung statt. Hier müssen sinnvollerweise auch Speicher- und Sektorenkopplungstechnologien ansetzen. Außerdem: Wenn Sektorenkopplung gelingen soll, müssen die Stromkunden entlastet werden. Danmit Strom auch in den anderen Sektoren wettbewerbsfähig wird, benötigen wir eine Reform der Steuern, Abgaben und Umlagen im Energiebereich.“

 

Urban Windelen, BVES-Bundesgeschäftsführer: „Energiespeicher integrieren erneuerbare Energien, bringen Flexibilität sowie Stabilität und Sicherheit in Energiesysteme. Gerade regional und lokal ist der Einsatz von Speichertechnologien besonders effizient. Erzeugung und Verbrauch kommen über Speicher optimal und mit regionaler Wertschöpfung zusammen. Gleichzeitig kann auf den örtlichen Bedarf bei Strom, Wärme oder Mobilität flexibel reagiert werden. Ohne passende Rahmenbedingungen wird der Einsatz von Speichern jedoch weiter behindert und damit auch die Stadtwerke bei der Erfüllung ihrer wichtigen Rolle für die Energiewende.“

 

Dr. Tobias Brosze, stellvertretender Vorstandsvorsitzende der Mainzer Stadtwerke AG: „In unserem Energiepark Mainz wird erfolgreich im industriellen Maßstab unter anderem aus Windstrom umweltfreundlich Wasserstoff produziert und dieser danach in der Industrie, zum Heizen oder in Brennstoffzellenbussen im ÖPNV eingesetzt. Wir zeigen mit dieser Anlage,  was heute schon möglich ist, wenn man die Energie-, Wärme- und Verkehrswende mutig vor Ort für die Menschen umsetzt. Das können Stadtwerke und kommunale Unternehmen besser als andere, denn sie sind in den verschiedenen Sektoren seit vielen Jahren unterwegs und behalten neben dem Blick für Nachhaltigkeit  das Gemeinwohl im Auge.“

 

Thomas Speidel, Geschäftsführer ads-tec GmbH und BVES-Präsident: „Ohne Flexibilität und Speicher wird die Energiewende nicht machbar sein; insbesondere bei der Integration der elektrisch wachsenden Sektoren Mobilität und Wärme. Die Energiespeicherbranche hat viele zukunftsweisende Lösungen wie etwa die „Strombank“ entwickelt, deren Einsatz systemdienlich, effizient und wirtschaftlich ist. Das Projekt „Strombank“, ein Quartierspeicher in gemeinschaftlicher Nutzung, hat das nachdrücklich bewiesen. Die Regulatorik-, Steuern- und Abgabensituation verhindert aber genau solche sinnvollen Lösungen. Hier nutzt Deutschland wichtige Potentiale nicht, die zur Erreichung der Energiewende erforderlich sind. Vielmehr werden Lösungen und neue Technologien verhindert, die sich am Ende auch industriepolitisch negativ auswirken.“

 

Der Verband kommunaler Unternehmen und der Bundesverband Energiespeicher haben ein gemeinsames Positionspapier erarbeitet, das die Bedeutung der Sektorenkopplung und des Speicherausbaus für die Energiewende hervorhebt und für den besseren Ausbau zu ergreifende Maßnahmen aufzeigt.