Flexible Speicher: Eine einfache Lösung gegen steigende Netzengpasskosten

  • Die steigenden Kosten für das Netzengpassmanagement können sehr effizient über die Systemintegration von flexiblen Energiespeichern eingedämmt werden und so zugleich Abregelung verhindert sowie der Ausbau von erneuerbaren Energien auf hohem Niveau fortgesetzt werden.
  • Energiespeicher ermöglichen die zeitliche und örtliche Entkopplung von Energieproduktion und Energieverbrauch. So optimieren sie gleichzeitig die Systemeffizienz hinsichtlich der Kosten und der Klimaverträglichkeit.
  • Der Auftrag der Bundesregierung aus dem Koalitionsvertrag ist dringend umzusetzen.

 

Berlin, 8. Juni 2018 – Es ist ein wiederkehrendes Ritual: Die Kosten für das Netzengpassmanagement steigen jährlich und drastisch an. Im Jahr 2017 sind die Netzengpass-Bewirtschaftungskosten nach eigenen Angaben der Übertragungsnetzbetreiber schon bei insgesamt etwa 1,5 Milliarden Euro angekommen.

Der Aussage des Amprion-Geschäftsführers Hans-Jürgen Brick (Veranstaltung BDI, 04.06.2018), nun könne nicht tatenlos zugeschaut werden, „wie aus 1,5 Milliarden vier Milliarden“ würden, stimmt der BVES vollumfänglich zu. Einzig scheint der sich weiter verzögernde Netzausbau nicht mehr das alleinig geeignete Mittel zu sein, diese Kosten in den Griff zu bekommen. Seit Jahren fordert der BVES die steigenden Kosten auch durch die Flexibilisierungsoption Energiespeicher begrenzen zu können.

Angesichts der Dringlichkeit der Realisierung ambitionierter Klimaziele, ist eine Abregelung sowie Drosselung des Zubaus von erneuerbaren Energien zur Geschwindigkeitsanpassung an den stockenden Netzausbau keine passende Strategie. Die steigenden Netzengpasskosten können sehr effizient über die Systemintegration von flexiblen Energiespeichern eingedämmt werden. Energiespeicher sind auf allen Spannungsebenen netzstabilisierend einsetzbar, um fluktuierende Erzeugung oder Verbrauchsspitzen zu glätten und Netzengpässe auszugleichen. Dabei können Speicher ihre Vorteile in einem Verhältnis 1:10 gegenüber fossilen rotierenden Massen ausspielen (5 MW Speicher ersetzen bis zu 50 MW fossile Turbinenleistung). Zudem verbessern Energiespeicher die klimafreundliche Systemeffizienz beim Einsatz zur flexiblen Sektorkopplung.

Damit Energiespeichertechnologien ihr Potenzial zur Steigerung der Systemeffizienz endlich einbringen können, braucht es die Umsetzung der im Koalitionsvertrag der Bundesregierung genannten Ziele. Dem dort genannten Vorsatz, „die Versorgungssicherheit [ist] in allen Teilen Deutschlands weiterhin sicherzustellen und die EEG- und Systemkosten [sind] so gering wie möglich zu halten“, müssen nun Taten folgen. Auch und insbesondere durch die Umsetzung eines weiteren Vorhabens aus dem Koalitionsvertrag: „Wir werden die unterschiedliche Belastung von gespeicherter Energie prüfen und vereinheitlichen.“

„Energiespeicher bringen die dringend benötigte neue Flexibilität in unser Energiesystem. Durch Speicherung steht Leistung flexibel und schnell zur Verfügung, wenn sie gebraucht wird. Das ist eine wesentliche Eigenschaft, die ein nachhaltiges Energiesystem braucht. Aber Speicher sind Speicher und eben keine Verbraucher. Der Koalitionsvertrag weist den richtigen Weg. Die Letztverbraucherabgaben für Speicher sind endlich zu beseitigen.“ so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES.