Mit Speichern wäre das nicht passiert

Mit Speichern wäre das nicht passiert

Immense Redispatch Kosten durch die Hitzewelle – Speicher hätten helfen können – stattdessen mangelnder Netzausbau im Fokus der Diskussion

Berlin, 19. August 2015 – Die Hitzewelle der letzten Woche mit den damit einhergehenden großen Mengen an eingespeistem Solarstrom stellten die Netzbetreiber vor Herausforderungen. So beklagte der Netzbetreiber 50Hertz tägliche Ausgaben von grob 2,5 Millionen Euro für grenzüberschreitende Eingriffe mit den Nachbarländern, um das Netz stabil zu halten. Als Lösung wird immer dringender die große Nord-Süd-Trasse gefordert, die jedoch auf zahlreiche Widerstände stößt und deren Realisierung nach wie vor nicht absehbar ist. Stattdessen könnten dezentrale Lösungen mit Energiespeichern, die kostengünstiger, effizienter und schneller zu realisieren sind, für Abhilfe sorgen, so die Position des Bundesverbands Energiespeicher (BVES).

Um das Stromnetz stabil zu halten, müssen die Netzbetreiber trotz auftretender Erzeugungs- und Verbrauchsschwankungen eine stabile Netzfrequenz gewährleisten. Muss der hierzu erstellte Kraftwerksfahrplan aufgrund von Abweichungen – wie beispielsweise die vorrangige Einspeisung einer ungewöhnlich großen Menge an erneuerbaren Energien – umgestellt werden (sogenanntes Redispatch), entstehen für den Netzbetreiber Kosten, da er den Strom der abgeregelten konventionellen Kraftwerke trotzdem bezahlen muss.

Energiespeicher können mit ihrem vielfältigen Angebot systemdienlicher Leistungen (z.B. zeitliche und räumliche Entkopplung von Erzeugung und Verbrauch, Spannungshaltung, Versorgungswiederaufbau, Netzengpass-management, Momentanreserve, Primär- und Sekundärregelleistung, Minutenreserve) entscheidend dazu beitragen, auf allen Ebenen das Netz zu stabilisieren. Als eine tragende Säule zur Flexibilisierung des Strommarktes könnten sie damit die immensen Kosten für Netzengpassmanagement und Redispatch auch bei steigendem Anteil an erneuerbaren Energien deutlich verringern.

Es fehlt jedoch bisher ein geeignetes Modell, welches Energiespeichern eine ihrem Systemnutzen entsprechende Refinanzierung ermöglicht. Dies muss sich nach Einschätzung des BVES im neuen Energiemarktdesign dringend ändern. Anreize für eine Flexibilisierung der Stromerzeugung und des Verbrauchs sind eine zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende, so der Verband.