In Perspektiven denken: Langzeit-Energiespeicher für die Versorgungssicherheit des Energiesystems

Mit dem Workshop „Innovation mit Langzeit-Energiespeichern in Deutschland“ hat der BVES renommierte Expertinnen und Experten der Speicherbrache für eine Debatte um Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung und Technologieoffenheit zusammengebracht.

Das Ziel der Veranstaltung war, neue Impulse für die Diskussion um Integration sowie Bereitstellung der erneuerbaren Energien zu bringen. Im Fokus stand die Langzeitenergiespeicherung als Teil des Anwendungsportfolios für Energiespeichertechnologien, die eine flexible Energieversorgung für den Strom- und Wärmesektor ermöglichen.

Im Rahmen des Workshops hat Aurora Energy Research die Ergebnisse ihrer Marktstudie zur Perspektive für den Einsatz von Langzeit-Energiespeichern (LDES) in Deutschland vorgestellt. Die in Kooperation mit Breakthrough Energy erstellte Studie prognostiziert, dass ein dekarbonisiertes deutsches Stromsystem mit Langzeit-Energiespeichern im Umfang von 15 Gigawatt bis 2045 einen Kostenvorteil von ca. 24 Mrd. EUR (2025-2050) gegenüber einem Vergleichsszenario ohne LDES erreichen könnte. In diesem Szenario ging die Studie von niedrigen Wasserstoffpreisen aus. Bei einer Wasserstoff-Preissteigerung um 10 %, würde sich ein Vorteil für das deutsche Stromsystem von 40 Mrd. EUR (+67 %) durch den Einsatz von 15 GW LDES ergeben.

Synergie aus Technologien für sichere und flexible Energieversorgung

Während des Events hat Geschäftsführerin von Malta Inc., Ramya Swaminathan, die elektrothermischen Speicherlösung des Unternehmens vorgestellt und Einblicke in die Praxis gegeben. Im Anschluss haben die führenden Experten der Branche u.a. mit Alan Greenshields von ESS Inc., Dr. Casimir Lorenz von Aurora Energy Research Ltd., Finn Runkel von Malta Inc. und Dr. Susanne König, von Kraftblock die Ergebnisse der Studie sowie ihre Erfahrungen mit LDES im Panel diskutiert.

Der Austausch zeigte: Keine einzelne Technologie kann erfolgreiche Energiewende gewährleisten. Nur ein Technologiemix von unterschiedlichen Lösungen kann eine systemische Integration der erneuerbaren Energien, Versorgungssicherheit sowie Sektorenkopplung ermöglichen.

Dr. Susanne König, CFO von Kraftblock und Mitglied von Präsidium des BVES: „Wir müssen endlich weg von einer technologischen Diskussion, die Einzeltechnologien in den Vordergrund rückt und hin zu einer systemischen Debatte, die von der Anwendung her kommt und so optimal zum Einsatzzweck passt. Ob Pumpspeicher, über die heute der weitaus größte Anteil an Langzeitenergiespeicherung erfolgt, thermische Speicher, Batterien, oder z.B. Wasserstoff – wichtig ist die technologieoffene Betrachtung aller Lösungsoptionen und ihrer Potenziale“ .“

Die Zeit zu handeln ist jetzt: Kurz vor der Sommerpause hat der Bundestag eine rechtliche Definition von Speichern beschlossen und eine Speicherstrategie angekündigt. Wir rufen alle Beteiligten auf, sich aktiv in die Facharbeit einzubringen und das dekarbonisierte Energiesystem mithilfe Speicher gemeinsam zu gestalten.