Das Energiesystem 2030 – dekarbonisiert und versorgungssicher mit Speichern! – BVES-Klausurtagung in Wilsdruff

  • Mit der Abschlusserklärung seiner diesjährigen Klausurtagung vom 24. – 26. Januar 2019 in Wilsdruff weist der BVES den Weg zu einem dekarbonisierten und gleichzeitig versorgungsicheren Energiesystem.
  • Die Integration von Energiespeichern auf allen System-Ebenen ist unabdingbar.
  • Haushalt, Industrie sowie Hochspannungsebene können durch Energiespeicher neu für die Energiewende aktiviert werden.
  • Speicher sind ein großes industriepolitisches Potential für Deutschland – diese Wertschöpfung gilt es auch zu nutzen.
  • Die 10 Thesen werden nun in der Facharbeit des BVES unterfüttert und mit der Politik sowie anderen Verbänden diskutiert.

Der BVES verabschiedete zum Ende seiner Klausurtagung in Wilsdruff bei Dresden in zehn Thesen zentrale Forderungen zur Realisierung eines dekarbonisierten, versorgungssicheren Energiesystems 2030.

Mit seinen neuen Leitlinien zeigt der deutsche Speicherverband die Schritte auf, wie Energiespeicher ihr Potential für die Energiewende und für das Energiesystem entfalten können. „Dass Speicher systemisch notwendig sind, wird von keinem mehr bezweifelt. Wie sie aber ihr großes Potential auch einbringen können, dazu haben wir nun die notwendigen Schritte festgeschrieben“, erläutert Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES.

Die Erklärung von der Klausurtagung in Wilsdruff gibt für das Ziel eines gleichzeitig dekarbonisierten als auch sicheren und stabilen Energiesystems strategische Orientierung: Eine entschlossene Energie- und Klimapolitik im Einklang mit den Wilsdruffer Thesen sowie technologieoffene und diskriminierungsfreie Märkte zur Schaffung von langfristiger Planungs- und Investitionssicherheit müssen nun rasch verwirklicht werden, um von der technologischen und volkswirtschaftlichen Kraft der Energiespeicherbranche in vollem Umfang zu profitieren.

Speicher sind keine Erzeuger, Verbraucher oder Transport von Energie. Speicher sind ein zeitliches Verzögerungselement, das als flexibles Werkzeug im System eingesetzt werden kann.

Auf dem Weg zum Ziel im Jahr 2030, kann das EEG keine wesentliche Grundlage mehr sein. Jedenfalls müssen Speicher regulatorisch außerhalb des EEG verankert werden. Im Fokus muss ein verursachergerechter CO2-Preis in allen Sektoren stehen sowie eine erfolgreiche Transition von einem begrenzten Strom- zu einem vereinigten Energiesystem mit flexibler Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität. Das Energiesystem 2030 setzt dabei zunehmend auf dezentrale Lösungen; alle Systemdienstleistungen werden dabei transparent bepreist und können zusammen mit Energie und Leistung regional und lokal dynamisch und automatisiert gehandelt werden.

Unterstützt werden die Forderungen des BVES auch durch den Ergebnisbericht der Kohlekommission. Wie ein roter Faden zieht sich die Forderung nach systemdienlichen Energiespeichertechnologien durch den Bericht – sowohl als strukturpolitische Maßnahme für den zukunftsfähigen Umbau der Kohleregionen als auch zur Lösung der technischen und energiesystemischen Herausforderungen bei der Umstellung auf Erneuerbare Energien. Speicher können die Dekarbonisierung des Energiesystems kosteneffizienter und sicherer mit Energiespeichern realisieren – darüber besteht breiter Konsens.

„Wir begrüßen es sehr, dass die Politik durch den Bericht der Kohlekommission nochmals deutlich auf die wichtige Rolle von Energiespeichern hingewiesen wurde. Nun müssen aber auch die Rahmenbedingungen entsprechend entwickelt und das aktuelle Flickwerk beseitigt werden. Sonst wird das nichts mit der systemischen Integration von Speichern“, resümiert Urban Windelen.