Flexibilität mit Speichern statt langer Leitung

Zusatzkosten für Erdkabel werden auf bis zu 8 Milliarden Euro geschätzt – BVES: Speicher gewährleisten Versorgungssicherheit weitaus flexibler und kostengünstiger – auch Monopolkommission fordert Alternativen zum Netzausbau

Berlin, 09. Oktober 2015 – Der verabredete Vorrang für Erdkabel beim Bau der großen Stromtrassen, die zukünftig vor allem Windstrom von Nord nach Süd transportieren sollen, wird laut einer aktuellen Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums zusätzliche Kosten drei bis acht Milliarden Euro verursachen. Die Mehrkosten müssen die Stromkunden über die Netzentgelte bezahlen. Dezentrale Lösungen mit Energiespeichern, die effizienter und schneller zu realisieren sind, könnten stattdessen sehr viel kostengünstiger und flexibler die Einspeisung großer Mengen an erneuerbaren Energien ermöglichen, ohne die Netze zu belasten, so die Position des Bundesverbandes Energiespeicher (BVES).
„Wir würden uns hier eine sehr viel offenere Diskussion wünschen, die alle Lösungen betrachtet und eine vorurteilsfreie Kosten-Nutzen-Rechnung ermöglicht.“ so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES. „Ein gezielter Einsatz von Stromspeichern, vor allem auf Verteilnetzebene, kann den Netzausbau bei gleichbleibender Versorgungssicherheit massiv verringern.“
Aktuelle Speichersysteme erreichen zügig ihre Genehmigungen zur Errichtung und ermöglichen es, schnell, flexibel und mit geringen Umweltauswirkungen auf den weiteren Ausbau von Erneuerbaren Energien zu reagieren, wohingegen die geplanten Stromautobahnen lange überdimensioniert sein werden, da ihre Auslegung die weit in der Zukunft liegenden Ausbaustufen der Erneuerbaren mit berücksichtigt.
Auch die Monopolkommission spricht sich in ihrem aktuellen Sondergutachten „Energie 2015: Ein wettbewerbliches Marktdesign für die Energiewende” dafür aus, Alternativen zum Netzausbau intensiver zu prüfen als dies bisher der Fall ist. Zudem sollte der Netzausbau nicht darauf ausgelegt werden, dass auch die selten auftretende theoretische Maximaleinspeisung erneuerbarer Energien übertragen werden kann.
„Die stärkere Flexibilisierung der Stromerzeugung und des Verbrauchs ist ein Kernpunkt für die zukünftige Gestaltung des Energiemarktes. Energiespeicher spielen bei dieser Flexibilisierung eine wichtige Rolle, die sie jedoch nur einnehmen können, wenn die Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden. Speicher brauchen einen diskriminierungsfreien Marktzugang!“ fasst Windelen die Situation zusammen.