EU-Kommission veröffentlicht Network-Code LFCR – 15 Minuten als Präqualifikations-Kriterium gesetzt

Keine verschärften Anforderungen für Batterien – Kommission entscheidet sich für marktwirtschaftlichen Ansatz im Primärregelmarkt

Berlin, 30. November 2015
– Die EU-Kommission hat nun den Network Code on Load Frequency Control & Reserves (NC LFCR) veröffentlicht, der zukünftig die Vorhaltung von Reserveenergie und den Systembetrieb der Stromnetze regeln soll. Entgegen der in den letzten Monaten vom BVES kritisch diskutierten „30- Minuten Regel“ bleibt es im Code bei einer für alle Technologien einheitlich geltenden „15 Minuten-Regel“.

Im Hinblick auf einen fairen und diskriminierungsfreien Regelenergiemarkt setzt die Kommission damit ein enorm wichtiges Signal für die Energiespeicherbranche – so die Position des Bundesverbandes Energiespeicher (BVES). Dies nun auch in Deutschland rasch in die Präqualifikationspraxis umzusetzen, damit die zahlreichen Speicherprojekte dem Regelenergiemarkt schnell zur Verfügung stehen können, ist der nächste wichtige Schritt, so der BVES.
Batteriespeicher erfüllen die notwendigen technischen Anforderungen an die Primärregelenergie in bisher nicht bekannter Qualität. Ein Über- oder Unterschwingen der geforderten Frequenz oder eine verzögerte Lieferung sind nicht gegeben. Zudem wird die Primärregelenergie, um die es in der Diskussion geht, zur schnellen Stabilisierung des Netzes innerhalb von 15 bis max. 30 Sekunden benötigt. Dann greift bereits die Sekundärregelenergie ein, die innerhalb von 5 Minuten voll zur Verfügung stehen muss. Damit ist ein Nachweis von 15 Minuten mehr als ausreichend, um die erforderliche Sicherheit zu liefern.

„Die Kommission entscheidet sich nun zu Recht für eine technologieneutrale und marktwirtschaftliche sowie einheitliche Regelung. Diese ist nun auch zügig in den Markt zu bringen und umzusetzen. Hierzu setzen wir auf einen konstruktiven Austausch mit den Netzbetreibern und der Bundesnetzagentur“ so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES.