BVES @ World of Energy Storage 2019 / 2020

World of Energy Storage 2019 / 2020


Nordamerika (San Diego): 5.-7. November 2019

Der BVES wird auf der Energy Storage North America (ESNA) 2019 mit einer BVES-Delegation vertreten sein. Interessierte BVES-Mitglieder erhalten bei der Geschäftsstelle Informationen zu den Sonderkonditionen zu den Teilnahmemöglichkeiten.


Indien (Neu-Delhi): Januar 2020
Der BVES wird auf der Energy Storage India (ESI) 2019 vertreten sein. Weitere Informationen zur Energy Storage India 2019 erhalten Sie gern auf Anfrage bei der BVES-Geschäftsstelle.


Deutschland (Düsseldorf): 10. -12. März 2020

Die Energy Storage Europe ist die Leitmesse für Energiespeichertechnologien und findet auch im nächsten Jahr wieder auf dem Düsseldorfer Messegelände statt.


 

Gemeinsame Pressefahrt des BVES und ThEEN: Intelligente Energiespeichersysteme sind essentieller Baustein für die Energiewende

Berliner Stromspeicherförderung im Herbst angekündigt

Nun auch Berlin. Im Herbst 2019 startet ein Stromspeicherförderprogramm in der Hauptstadt. Der BVES konnte sich frühzeitig als Fachberater in die Programmentwicklung einbringen und befürwortet die technologieoffenen und nachhaltigen Ansätze im Speicherprogramm.

BVES-Geschäftsführer Urban Windelen: „Die Berliner Entscheidung für eine technologieoffene Ausschreibung ist richtig und wichtig. Jede Technologie oder Zellchemie hat eigenständige Anwendungen und individuelle Vorteile. Diese Vorteile durch den expliziten Ausschluss einzelner Technologien zu verhindern, ist nicht zielführend.“ So bemerkt Windelen weiter, dass dieser Fehler jedoch vermehrt auch in Förderprogrammen zu finden sei: „Die Berliner Förderung setzt wichtige Impulse mit der Betonung nachhaltiger Aspekte wie etwa Recycling, systemdienlicher Einsatz und Einbindung der Speicher in die Sektorenkopplung. An derartigen Punkten die Förderung aufzuhängen ist legitim und nachvollziehbar für Anwender und Anbieter.“

Das Förderprogramm sieht eine Zuwendung in Höhe von 300 Euro je kWh nutzbarer Kapazität des Stromspeichersystems vor, wobei die Förderungshöhe auf maximal 15.000 Euro begrenzt ist. Ein zusätzlicher Bonus von 300 Euro ist für ein prognosebasiertes Ladesystem vorgesehen. Speicher zum Einsatz im Lademanagement für Elektromobilität werden dadurch begünstigt, dass sie in ihrer Größenordnung und vom Mindestinstallationsverhältnis abweichen dürfen. Außerdem soll die Verbesserung der Kreislaufströme von Recyclingmaterialien angeregt werden. So sind spezifische Kennzeichnungs- und Recyclinganforderungen entsprechend dem Batteriegesetz (BattG) zu beachten und die Beteiligung des Herstellers an einem geeigneten Rücknahmesystem nachzuweisen.

Interessierte Privatpersonen oder Unternehmen mit Wohnsitz, bzw. Niederlassung in Berlin sollten sich möglichst früh bewerben, da eine hohe Anzahl an Antragstellungen erwartet wird. Zu beachten ist dabei, mit dem Vorhaben nicht vor dem Zeitpunkt der Bewilligung zu beginnen. Das Fördervolumen sowie das genaue Datum zum Förderstart und weitere Details werden zum gegebenen Zeitpunkt durch den BVES bekannt gegeben sowie des Weiteren über die Webseite des Berliner Senats.

Update: Efficiency Guideline for PV Storage Systems 2.0 / Effizienzleitfaden für PV-Speichersysteme 2.0

BVES and BSW now published a revised efficiency guide for home storage in English

Berlin, 04 July 2019 – The efficiency guideline from BVES (German Energy Storage Association) and BSW-Solar (German Solar Association) was first published in 2017 to make essential efficiency parameters of house storage systems comparable. The efficiency guide now received an update including an English version.

The international demand for the unique compilation of test procedures for determining the efficiency of home storage systems is very high. With the English efficiency guide, the German industry is meeting the need for know-how transfer and improving international business development by simplifying application in other markets. Also, the efficiency guideline provides a suitable basis for the further development of regulatory standards for energy storage systems.

More information here (in German).

 

BVES und BSW veröffentlichen überarbeiteten Effizienzleitfaden für Heimspeicher jetzt auch auf Englisch

Berlin, 04. Juli 2019 – Der Effizienzleitfaden von BVES Bundesverband Energiespeicher e.V. und BSW-Solar Bundesverband Solarwirtschaft e.V. ermöglicht bereits seit 2017 eine Vergleichbarkeit wesentlicher Effizienzparameter von Hausspeichersystemen und erhielt im April 2017 ein Update. Nun ist der Effizienzleitfaden auch auf Englisch erhältlich. Die internationale Nachfrage nach der unikalen Zusammenstellung von Testprozeduren zur Effizienzbestimmung von Heimspeichern ist sehr hoch. Die deutsche Branche kommt mit dem englischen Effizienzleitfaden dem Bedarf nach Know-How-Transfer nach und verbessert die internationale Geschäftsentwicklung durch die vereinfachte Anwendung in anderen Märkten.

Mit der Veröffentlichung der englischen Fassung erhält auch die deutsche Version 2.0. einige redaktionelle Korrekturen (aufgeführt in der Änderungsübersicht des Effizienzleitfadens 2.0.1). Die Übernahme des Effizienzleitfadens in DKE-Normung ist geplant. Der Effizienzleitfaden beinhaltet eine detaillierte Effizienzbetrachtung von Speichersystemen und geht sehr genau auf die Betriebsbedingungen von Heimspeichern ein. Entsprechend bietet der Effizienzleitfaden u.a. eine geeignete Grundlage für die Weiterentwicklung von regulatorischen Maßstäben für Energiespeichersysteme.

Mehr Informationen hier.

BVES begrüßt rechtliche Klarstellung für PtX

Der BVES intervenierte erfolgreich gegen die Rechtsänderungen in der NABEG-Novelle, die das Aus für die Sektorenkopplung herbeigeführt hätten (siehe BVES-Verbandsmeldung). Schnell gab die Bundesregierung dem Druck aus Bundesländern, Bundestag und der Industrie nach und verkündete offiziell die Rücknahme der schwerwiegenden Belastungen für PtX-Technologien.

Der BVES begrüßt, dass dem Versprechen nun Taten folgen. Heute steht der Gesetzesentwurf über Energiedienstleistungen und andere Effizienzmaßnahmen auf der Tagesordnung des Bundestages. Mit diesem Gesetz werden dann auch die Uhren zurückgedreht und die vor der NABEG-Novelle geltenden Formulierungen in § 118 Abs. 6 EnWG wieder eingeführt. Klargestellt wird damit, dass PtX-Technologien bei der Stromumwandlung nicht mit Netzentgelten belastet werden.

Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES: „Man kann nicht Sektorenkopplung fordern, Wasserstoff, grüne Gase oder E-Fuels diskutieren und gleichzeitig durch die Hintertür neue Belastungen einführen. Flexible Sektorenkopplung ist ein zentrales Element, um die Energiewendeziele noch erreichen zu können. Es ist gut und notwendig, dass dies nun eindeutig feststeht.”

Gleichzeitig kann die Rücknahme nur ein erster Schritt sein. Um Sektorenkopplung rechts- und investitionssicher zu verankern braucht es weitergehende Regelungen und gesetzliche Verankerungen. Der BVES steht mit seiner breiten Expertise für die Begleitung der gesetzlichen Maßnahmen bereit, um eine verantwortungsvolle und systemdienliche Sektorenkopplung bestmöglich zu gestalten. Die beispiellose Situation bei der NABEG-Novelle verdeutlicht die hohe Bedeutung der frühen Einbindung von Experten sowie der Bedeutung von Transparenz.

„Die Rechtsfolgen für PtX waren bei der NABEG-Novelle nicht transparent. Zum Glück hat die BVES-Facharbeit aufgepasst. Der Aufschrei in Industrie und Stadtwerken aber auch bei Abgeordneten und Bundesländern war laut. Das zeigt, welch große Interessen mittlerweile hinter dem Thema stehen. Gut, dass es jetzt schnell wieder zurück auf Anfang geht und ein Stück Rechts- und Investitionssicherheit erreicht ist.“, so Urban Windelen.

BVES ist Partner der internationalen Energy Storage Partnership (ESP)

Eine neue globale Partnerschaft zur Förderung des Ausbaus von Energiespeichern und der Systemintegration neuer Technologien in “Entwicklungsländern” entstand anlässlich der 10. „Clean Energy Ministerial“ und der 4. „Mission Innovation Ministerial“ in Vancouver (Kanada). Die Energy Storage Partnership (ESP) besteht mit dem BVES Bundesverband Energiespeicher e.V. aus 29 Organisationen. Die Weltbankgruppe initiierte die ESP im Rahmen des Energy Sector Management Assistance Program (ESMAP) und flankiert mit ihr das im Herbst 2018 gestartete Investitionsprogramm für Batteriespeicher (Förderumfang: 1 Milliarde US-Dollar; mehr Informationen hier).

Die ESP will mithilfe der internationalen Zusammenarbeit die weltweite Nutzung von erneuerbaren Energien mit Energiespeichertechnologien stärken. In der Kombination mit Energiespeichertechnologien können Erneuerbare zu höheren Anteilen und sicher in die Energiesysteme gebracht werden und sie so dekarbonisieren, die Netzzuverlässigkeit verbessern, die Widerstandsfähigkeit von Energiesystemen erhöhen und zugleich den Energiezugang erweitern. Viele “Entwicklungsländer” haben besonders gute Voraussetzungen für die Nutzung von Erneuerbaren Energien und Energiespeichertechnologien und zugleich nur begrenzten Zugang zu anderen Flexibilitätsoptionen wie der Erdgaserzeugung oder der Erhöhung der Transportkapazität. Die ESP sieht großes Potenzial und auch die dringende Notwendigkeit, diese Märkte für Batterien und andere Energiespeicherlösungen zu erschließen: Mainstream-Technologien bieten nur mangelnde Möglichkeiten zur langfristigen Speicherung, die auch rauen klimatischen Bedingungen und niedrigen Betriebs- und Wartungskapazitäten standhalten. Förderlich ist außerdem, dass der Batteriespeichermarkt global eine stabile dynamische Entwicklung erlebt, die von der Elektrofahrzeugindustrie weiter angetrieben wird.

Mehr Informationen hier.

Flexible Sektorenkopplung – Energiespeicher sind kluge Lösungen für die lokale Energieversorgung

Die Energiewende führt in eine neue Energiewelt: Ein bisher auf zentrale, konventionelle Erzeugungsanlagen basierendes Energieversorgungssystem wird zunehmend dezentral und erneuerbar. Diese Systemtransformation erfordert neue technologische Lösungen, die die zeitliche Entkopplung von Erzeugung und Verbrauch ermöglichen. Speicherlösungen und Sektorenkopplung spielen hierbei eine herausragende Rolle. Sie flexibilisieren das Stromversorgungssystem und leisten so einen wichtigen Beitrag für die Minderung der CO2-Emissionen auch im  Verkehrs- und Gebäudesektor.

Stadtwerke und Speicherbranche bringen den Ausbau der flexiblen Energietechnologien voran. Dabei werden die neuen technologischen und marktlichen Möglichkeiten von bestehenden regulatorischen Bedingungen beschnitten. So etwa werden Speicher innerhalb der gegenwärtigen rechtlichen Energiekategorien in der Regel als Verbraucher eingeordnet und nicht als „Speicher“. Das hat weitreichende Folgen und der Markthochlauf der wichtigen Energietechnologien wird unterdrückt. Hinzu kommt, dass Strom aufgrund der hohen Belastung mit Steuern, Abgaben und Umlagen in den anderen Sektoren nicht wettbewerbsfähig ist.

 

VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche: „Stadtwerke sind der Motor der Energiewende. Sie errichten und betreiben Erneuerbare-Energien-Anlagen und sorgen vor Ort für die Versorgungs- und Systemsicherheit. Sie sind auch der Treiber neuer Speicher- und Sektorenkopplungstechnologien. Die Verteilnetzebene ist dabei der Dreh- und Angelpunkt der neuen Energiewelt. Hier findet der Großteil der EE-Einspeisung statt. Hier müssen sinnvollerweise auch Speicher- und Sektorenkopplungstechnologien ansetzen. Außerdem: Wenn Sektorenkopplung gelingen soll, müssen die Stromkunden entlastet werden. Danmit Strom auch in den anderen Sektoren wettbewerbsfähig wird, benötigen wir eine Reform der Steuern, Abgaben und Umlagen im Energiebereich.“

 

Urban Windelen, BVES-Bundesgeschäftsführer: „Energiespeicher integrieren erneuerbare Energien, bringen Flexibilität sowie Stabilität und Sicherheit in Energiesysteme. Gerade regional und lokal ist der Einsatz von Speichertechnologien besonders effizient. Erzeugung und Verbrauch kommen über Speicher optimal und mit regionaler Wertschöpfung zusammen. Gleichzeitig kann auf den örtlichen Bedarf bei Strom, Wärme oder Mobilität flexibel reagiert werden. Ohne passende Rahmenbedingungen wird der Einsatz von Speichern jedoch weiter behindert und damit auch die Stadtwerke bei der Erfüllung ihrer wichtigen Rolle für die Energiewende.“

 

Dr. Tobias Brosze, stellvertretender Vorstandsvorsitzende der Mainzer Stadtwerke AG: „In unserem Energiepark Mainz wird erfolgreich im industriellen Maßstab unter anderem aus Windstrom umweltfreundlich Wasserstoff produziert und dieser danach in der Industrie, zum Heizen oder in Brennstoffzellenbussen im ÖPNV eingesetzt. Wir zeigen mit dieser Anlage,  was heute schon möglich ist, wenn man die Energie-, Wärme- und Verkehrswende mutig vor Ort für die Menschen umsetzt. Das können Stadtwerke und kommunale Unternehmen besser als andere, denn sie sind in den verschiedenen Sektoren seit vielen Jahren unterwegs und behalten neben dem Blick für Nachhaltigkeit  das Gemeinwohl im Auge.“

 

Thomas Speidel, Geschäftsführer ads-tec GmbH und BVES-Präsident: „Ohne Flexibilität und Speicher wird die Energiewende nicht machbar sein; insbesondere bei der Integration der elektrisch wachsenden Sektoren Mobilität und Wärme. Die Energiespeicherbranche hat viele zukunftsweisende Lösungen wie etwa die „Strombank“ entwickelt, deren Einsatz systemdienlich, effizient und wirtschaftlich ist. Das Projekt „Strombank“, ein Quartierspeicher in gemeinschaftlicher Nutzung, hat das nachdrücklich bewiesen. Die Regulatorik-, Steuern- und Abgabensituation verhindert aber genau solche sinnvollen Lösungen. Hier nutzt Deutschland wichtige Potentiale nicht, die zur Erreichung der Energiewende erforderlich sind. Vielmehr werden Lösungen und neue Technologien verhindert, die sich am Ende auch industriepolitisch negativ auswirken.“

 

Der Verband kommunaler Unternehmen und der Bundesverband Energiespeicher haben ein gemeinsames Positionspapier erarbeitet, das die Bedeutung der Sektorenkopplung und des Speicherausbaus für die Energiewende hervorhebt und für den besseren Ausbau zu ergreifende Maßnahmen aufzeigt.

BVES: Beschränkung der ÜNB für Speicher im Regelenergiemarkt ist rechtswidrig

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat den Antrag der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zurückgewiesen, die Mindestaktivierungszeit bei der Präqualifikation von Energiespeichern für den Primärregeleistungsmarkt auf 30 Minuten zu setzen. Damit ist rechtssicher geklärt, dass die ansonsten geltende Mindestaktivierungszeit von 15 Minuten aus der EU-Guideline for System Operation auch in Deutschland und auch für Energiespeicher gilt.

Die BNetzA schließt sich damit der Rechtsauffassung des BVES an, der sich seit Jahren für einen stabilen, rechtssicheren und vor allem diskriminierungsfreien Zugang zum Regelenergiemarkt für die Energiespeicherbranche eingesetzt hat und zu keinem Zeitpunkt eine rechtliche Grundlage für eine spezifische 30-Minuten-Sonderregelung für Batteriespeicher sah. Energiespeichersysteme können in Millisekunden auf den ÜNB-Bedarf reagieren und entsprechend effizient das Netz stabilisieren. Die Bestätigung eines gesonderten 30 Minuten-Kriteriums nur für Energiespeicher hätte eine massive Benachteiligung bedeutet, den Grundsatz eines einheitlichen Marktes verletzt und damit den sinnvollen Zugang von Speichertechnologien zum Regelenergiemarkt schwer belastet (vergleiche hierzu auch die BVES-Stellungnahme im EU-Guideline for System Operation-Prozess).

„Wie dem Beschluss in aller Deutlichkeit zu entnehmen ist, wurden die ÜNB den Anforderungen der BNetzA, die technische Notwendigkeit einer Vorhaltezeit von 30 Minuten darzulegen und nachzuweisen, nicht gerecht.“, erläutert Dr. Florian Valentin, Sprecher der AG Recht und Regulierung des BVES und Partner der Kanzlei von Bredow Valentin Herz, die verschiedene betroffene Speicherunternehmen in dem Verfahren vor der BNetzA gegen den ÜNB-Antrag vertreten hat. Die Beschlusskammer zeige insoweit detailliert auf, warum die die Argumente der ÜNB nicht zu überzeugen wussten. Insbesondere habe der BNetzA der pauschale Verweis auf eine mögliche Verkettung von Störfällen oder etwaige Großereignisse nicht genügt. Vielmehr hätten die ÜNB detailliert darlegen müssen, dass eine größere Dimensionierung von Energiespeichern in der jeweiligen Situation einen Unterschied gemacht hatte. Dies gelang ihnen jedoch nicht.

„Wir sind froh über das Ergebnis der BNetzA. Es zeigt, dass die Einschätzung der BVES-Experten immer richtig war und Speichern ein diskriminierungsfreier Zugang zum Regelenergiemarkt offensteht.“, so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES. „Gleichzeitig belegt das Ergebnis aber auch, dass die Vorgehensweise der ÜNB rechtswidrig ist, bei der Zulassung von Speichern zum Regelenergiemarkt die Einhaltung einer 30 Minuten-Vorhaltezeit zu verlangen. Die ÜNB haben mit diesem Vorgehen über Jahre hinweg ihre Pflicht verletzt, einen diskriminierungsfreien und fairen Marktzugang zu gewährleisten – und sind hierfür auch entsprechend zu kritisieren.“, so Windelen weiter.

Der Beschluss der BNetzA bestätigt den BVES darin, dass spätestens seit dem Inkrafttreten der EU-Guideline for System Operation die 15 Minuten-Regel gilt. Alle Speicheranlagen, die in den letzten Jahren nur bei Einhaltung der 30 Minuten-Anforderung zugelassen wurden, können nun verlangen, neu präqualifiziert zu werden. In diesem Zusammenhang dürften auch Schadensersatzansprüche sowie die Geltendmachung entgangenen Gewinns gegen die ÜNB zu prüfen sein. Mit der 30 Minuten-Regel durch die ÜNB konnten die Speicher nur mit einer reduzierten Leistung am Regelenergiemarkt teilnehmen und nicht ihre volle Leistung vermarkten. Damit ist über die letzten Jahre ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstanden.

Urban Windelen: „Gerade Energiespeicher und hier insbesondere Batteriespeicher erfüllen die hohen technischen Anforderungen an die Primärregelenergie in exzellenter Qualität und sind damit ideal für den Einsatz in der Regelenergie. Das Ergebnis der BNetzA kommt leider sehr spät. Doch damit ist hoffentlich der jahrelange Streit nun beendet und Speicher werden nun endlich mit ihren tatsächlichen Möglichkeiten und rechtskonform im Regelenergiemarkt angeschlossen.“

Effizienzleitfaden 2.0: Weiterentwicklung zur Steigerung von Transparenz und Qualität im Hausspeichermarkt

Der Bundesverband Energiespeicher und der Bundesverband Solarwirtschaft haben heute in Berlin die neue, überarbeitete Fassung des Effizienzleitfadens für Hausspeicher vorgestellt, durch den sich Photovoltaik-Speichersysteme mit ihren spezifischen technischen Möglichkeiten leichter beurteilen lassen. Die Vergleichbarkeit der vielfältigen Systeme schafft Transparenz im Markt, unterstützt Unternehmen beim Marketing und verbessert das Produktverständnis bei den Kunden. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 125.000 Heimspeicher, die in der Regel mit einer Photovoltaikanlage kombiniert werden.

Das Verfasserkonsortium aus Forschungs- und Prüfinstituten sowie Herstellern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz legten erstmals vier wichtige, charakteristische Kennwerte fest – Pfadwirkungsgrade, Summe des Standby-Verbrauchs, energetischer Batteriewirkungsgrad und Einschwingzeiten. Der Effizienzleitfaden 2.0 ermöglicht Batterieherstellern und Prüfinstituten das Ermitteln der Effizienzwerte einzelner Systeme mit einer hohen Qualität. Speziell für Batteriehersteller hat das Verfasserkonsortium ein Excel-Tool entwickelt, mit dem die gemittelten Wirkungsgrade berechnet werden können. Aufgrund starker internationaler Nachfrage ist zusätzlich eine englische Version des Effizienzleitfadens in Bearbeitung, die in Kürze erscheinen soll.

Der Effizienzleitfaden von BVES Bundesverband Energiespeicher e.V. und BSW-Bundesverband Solarwirtschaft e.V. ermöglicht bereits seit 2017 eine Vergleichbarkeit wesentlicher Effizienzparameter von Hausspeichersystemen. Mit dem Effizienzleitfaden hatte sich die Branche erstmals gemeinsam auf einheitliche, vergleichbare und charakteristische Kennwerte verständigt, mit denen Kunden und Planer die Hausspeicher-Systeme besser miteinander vergleichen können.

Einheitliche Prüfvorschriften zur Effizienz von Lithium-Ionen-Speichern sind elementar für die weitere positive Marktentwicklung im Heimspeicherbereich. BVES und BSW fordern stabile rechtliche Rahmenbedingungen, die die Weiterentwicklung der innovativen Speicherbranche ermöglichen.

Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES: „Die stark wachsende Speicherbranche braucht ein stabiles Fundament aus technischen und rechtlichen Regularien. Hier unterstützt der Effizienzleitfaden die Professionalisierung und adressiert Transparenz und verlässliche Qualitätskriterien in den Markt.“

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer BSW: „Qualität, Transparenz und Vertrauen sind wichtige Voraussetzungen für den weiteren Markthochlauf von Speichern. Der Leitfaden hilft, die Potenziale unterschiedlicher Speichersysteme sicht- und vergleichbarer zu machen. Dies ist ein wichtiger Schritt für die junge Speicherbranche, ihre Produkte zu etablierten Elementen einer modernen und zukunftsfähigen Energiewelt zu machen.“

 

Der aktuelle Effizienzleitfaden kann hier heruntergeladen werden.

Positives Signal: Rücknahme der Netzentgeltpflicht für Sektorenkopplung

Die gravierende Benachteiligung der Sektorenkopplung durch die zusätzliche Belastung mit Netzentgelten scheint vom Tisch. Keine 24 Stunden nach der ersten Mitteilung durch den BVES, dass die NABEG-Novelle eine Netzentgeltpflicht für PtX-Anlagen enthält, soll diese Belastung der Sektorenkopplung wieder zurückgenommen werden.

Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES: „Der Aufschrei in Industrie und Stadtwerken aber auch bei Abgeordneten und Bundesländern war laut. Es ist sehr zu begrüßen, dass im Bundesministerium dieser Ruf angekommen ist und die Rechtsänderung wieder umgestoßen werden soll.“

Einerseits spricht sich die Regierung breit für sektorenübergreifende Speichertechnologien aus, andererseits führen dann überraschende Rechtsänderungen zu einer vollen Netzentgeltpflicht für diese Anwendungen und verhindern damit einen wirtschaftlichen Betrieb. Das passt nicht zusammen. Flexible Sektorenkopplung ist ein zentrales Element, um die Energiewendeziele noch erreichen zu können.

Der BVES fordert die Bundesregierung dazu auf, nun endlich stabile Rahmenbedingungen zu schaffen, die weiteres Wachstum der innovativen Branche ermöglichen.

„Jede Gelegenheit, unklare und überkomplexe Regelungen zu Speichern neu zu fassen und eine rechtssichere Umgebung für die Sektorenkopplung zu schaffen, sollte genutzt werden.“, so Florian Valentin, Sprecher der AG Recht und Regulierung des BVES und Partner der Kanzlei von Bredow Valentin Herz.

Urban Windelen: „Die Rücknahme der zusammengeschusterten Änderungen im Rahmen des NABEG kann jetzt nur der erste Schritt sein. Wir brauchen grundlegend Rechts- und Investitionssicherheit und eine gemeinsame – juristisch und fachlich passende – Lösung. Jetzt gilt es zunächst, Vertrauen wiederaufzubauen und weiteren Schaden zu verhindern.“

Der BVES steht als fachlicher Ansprechpartner bereit, um eine verantwortungsvolle und systemdienliche Sektorenkopplung bestmöglich zu gestalten.