BVES ist Partner der internationalen Energy Storage Partnership (ESP)

Eine neue globale Partnerschaft zur Förderung des Ausbaus von Energiespeichern und der Systemintegration neuer Technologien in “Entwicklungsländern” entstand anlässlich der 10. „Clean Energy Ministerial“ und der 4. „Mission Innovation Ministerial“ in Vancouver (Kanada). Die Energy Storage Partnership (ESP) besteht mit dem BVES Bundesverband Energiespeicher e.V. aus 29 Organisationen. Die Weltbankgruppe initiierte die ESP im Rahmen des Energy Sector Management Assistance Program (ESMAP) und flankiert mit ihr das im Herbst 2018 gestartete Investitionsprogramm für Batteriespeicher (Förderumfang: 1 Milliarde US-Dollar; mehr Informationen hier).

Die ESP will mithilfe der internationalen Zusammenarbeit die weltweite Nutzung von erneuerbaren Energien mit Energiespeichertechnologien stärken. In der Kombination mit Energiespeichertechnologien können Erneuerbare zu höheren Anteilen und sicher in die Energiesysteme gebracht werden und sie so dekarbonisieren, die Netzzuverlässigkeit verbessern, die Widerstandsfähigkeit von Energiesystemen erhöhen und zugleich den Energiezugang erweitern. Viele “Entwicklungsländer” haben besonders gute Voraussetzungen für die Nutzung von Erneuerbaren Energien und Energiespeichertechnologien und zugleich nur begrenzten Zugang zu anderen Flexibilitätsoptionen wie der Erdgaserzeugung oder der Erhöhung der Transportkapazität. Die ESP sieht großes Potenzial und auch die dringende Notwendigkeit, diese Märkte für Batterien und andere Energiespeicherlösungen zu erschließen: Mainstream-Technologien bieten nur mangelnde Möglichkeiten zur langfristigen Speicherung, die auch rauen klimatischen Bedingungen und niedrigen Betriebs- und Wartungskapazitäten standhalten. Förderlich ist außerdem, dass der Batteriespeichermarkt global eine stabile dynamische Entwicklung erlebt, die von der Elektrofahrzeugindustrie weiter angetrieben wird.

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Flexible Sektorenkopplung – Energiespeicher sind kluge Lösungen für die lokale Energieversorgung

Die Energiewende führt in eine neue Energiewelt: Ein bisher auf zentrale, konventionelle Erzeugungsanlagen basierendes Energieversorgungssystem wird zunehmend dezentral und erneuerbar. Diese Systemtransformation erfordert neue technologische Lösungen, die die zeitliche Entkopplung von Erzeugung und Verbrauch ermöglichen. Speicherlösungen und Sektorenkopplung spielen hierbei eine herausragende Rolle. Sie flexibilisieren das Stromversorgungssystem und leisten so einen wichtigen Beitrag für die Minderung der CO2-Emissionen auch im  Verkehrs- und Gebäudesektor.

Stadtwerke und Speicherbranche bringen den Ausbau der flexiblen Energietechnologien voran. Dabei werden die neuen technologischen und marktlichen Möglichkeiten von bestehenden regulatorischen Bedingungen beschnitten. So etwa werden Speicher innerhalb der gegenwärtigen rechtlichen Energiekategorien in der Regel als Verbraucher eingeordnet und nicht als „Speicher“. Das hat weitreichende Folgen und der Markthochlauf der wichtigen Energietechnologien wird unterdrückt. Hinzu kommt, dass Strom aufgrund der hohen Belastung mit Steuern, Abgaben und Umlagen in den anderen Sektoren nicht wettbewerbsfähig ist.

 

VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche: „Stadtwerke sind der Motor der Energiewende. Sie errichten und betreiben Erneuerbare-Energien-Anlagen und sorgen vor Ort für die Versorgungs- und Systemsicherheit. Sie sind auch der Treiber neuer Speicher- und Sektorenkopplungstechnologien. Die Verteilnetzebene ist dabei der Dreh- und Angelpunkt der neuen Energiewelt. Hier findet der Großteil der EE-Einspeisung statt. Hier müssen sinnvollerweise auch Speicher- und Sektorenkopplungstechnologien ansetzen. Außerdem: Wenn Sektorenkopplung gelingen soll, müssen die Stromkunden entlastet werden. Danmit Strom auch in den anderen Sektoren wettbewerbsfähig wird, benötigen wir eine Reform der Steuern, Abgaben und Umlagen im Energiebereich.“

 

Urban Windelen, BVES-Bundesgeschäftsführer: „Energiespeicher integrieren erneuerbare Energien, bringen Flexibilität sowie Stabilität und Sicherheit in Energiesysteme. Gerade regional und lokal ist der Einsatz von Speichertechnologien besonders effizient. Erzeugung und Verbrauch kommen über Speicher optimal und mit regionaler Wertschöpfung zusammen. Gleichzeitig kann auf den örtlichen Bedarf bei Strom, Wärme oder Mobilität flexibel reagiert werden. Ohne passende Rahmenbedingungen wird der Einsatz von Speichern jedoch weiter behindert und damit auch die Stadtwerke bei der Erfüllung ihrer wichtigen Rolle für die Energiewende.“

 

Dr. Tobias Brosze, stellvertretender Vorstandsvorsitzende der Mainzer Stadtwerke AG: „In unserem Energiepark Mainz wird erfolgreich im industriellen Maßstab unter anderem aus Windstrom umweltfreundlich Wasserstoff produziert und dieser danach in der Industrie, zum Heizen oder in Brennstoffzellenbussen im ÖPNV eingesetzt. Wir zeigen mit dieser Anlage,  was heute schon möglich ist, wenn man die Energie-, Wärme- und Verkehrswende mutig vor Ort für die Menschen umsetzt. Das können Stadtwerke und kommunale Unternehmen besser als andere, denn sie sind in den verschiedenen Sektoren seit vielen Jahren unterwegs und behalten neben dem Blick für Nachhaltigkeit  das Gemeinwohl im Auge.“

 

Thomas Speidel, Geschäftsführer ads-tec GmbH und BVES-Präsident: „Ohne Flexibilität und Speicher wird die Energiewende nicht machbar sein; insbesondere bei der Integration der elektrisch wachsenden Sektoren Mobilität und Wärme. Die Energiespeicherbranche hat viele zukunftsweisende Lösungen wie etwa die „Strombank“ entwickelt, deren Einsatz systemdienlich, effizient und wirtschaftlich ist. Das Projekt „Strombank“, ein Quartierspeicher in gemeinschaftlicher Nutzung, hat das nachdrücklich bewiesen. Die Regulatorik-, Steuern- und Abgabensituation verhindert aber genau solche sinnvollen Lösungen. Hier nutzt Deutschland wichtige Potentiale nicht, die zur Erreichung der Energiewende erforderlich sind. Vielmehr werden Lösungen und neue Technologien verhindert, die sich am Ende auch industriepolitisch negativ auswirken.“

 

Der Verband kommunaler Unternehmen und der Bundesverband Energiespeicher haben ein gemeinsames Positionspapier erarbeitet, das die Bedeutung der Sektorenkopplung und des Speicherausbaus für die Energiewende hervorhebt und für den besseren Ausbau zu ergreifende Maßnahmen aufzeigt.

BVES: Beschränkung der ÜNB für Speicher im Regelenergiemarkt ist rechtswidrig

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat den Antrag der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zurückgewiesen, die Mindestaktivierungszeit bei der Präqualifikation von Energiespeichern für den Primärregeleistungsmarkt auf 30 Minuten zu setzen. Damit ist rechtssicher geklärt, dass die ansonsten geltende Mindestaktivierungszeit von 15 Minuten aus der EU-Guideline for System Operation auch in Deutschland und auch für Energiespeicher gilt.

Die BNetzA schließt sich damit der Rechtsauffassung des BVES an, der sich seit Jahren für einen stabilen, rechtssicheren und vor allem diskriminierungsfreien Zugang zum Regelenergiemarkt für die Energiespeicherbranche eingesetzt hat und zu keinem Zeitpunkt eine rechtliche Grundlage für eine spezifische 30-Minuten-Sonderregelung für Batteriespeicher sah. Energiespeichersysteme können in Millisekunden auf den ÜNB-Bedarf reagieren und entsprechend effizient das Netz stabilisieren. Die Bestätigung eines gesonderten 30 Minuten-Kriteriums nur für Energiespeicher hätte eine massive Benachteiligung bedeutet, den Grundsatz eines einheitlichen Marktes verletzt und damit den sinnvollen Zugang von Speichertechnologien zum Regelenergiemarkt schwer belastet (vergleiche hierzu auch die BVES-Stellungnahme im EU-Guideline for System Operation-Prozess).

„Wie dem Beschluss in aller Deutlichkeit zu entnehmen ist, wurden die ÜNB den Anforderungen der BNetzA, die technische Notwendigkeit einer Vorhaltezeit von 30 Minuten darzulegen und nachzuweisen, nicht gerecht.“, erläutert Dr. Florian Valentin, Sprecher der AG Recht und Regulierung des BVES und Partner der Kanzlei von Bredow Valentin Herz, die verschiedene betroffene Speicherunternehmen in dem Verfahren vor der BNetzA gegen den ÜNB-Antrag vertreten hat. Die Beschlusskammer zeige insoweit detailliert auf, warum die die Argumente der ÜNB nicht zu überzeugen wussten. Insbesondere habe der BNetzA der pauschale Verweis auf eine mögliche Verkettung von Störfällen oder etwaige Großereignisse nicht genügt. Vielmehr hätten die ÜNB detailliert darlegen müssen, dass eine größere Dimensionierung von Energiespeichern in der jeweiligen Situation einen Unterschied gemacht hatte. Dies gelang ihnen jedoch nicht.

„Wir sind froh über das Ergebnis der BNetzA. Es zeigt, dass die Einschätzung der BVES-Experten immer richtig war und Speichern ein diskriminierungsfreier Zugang zum Regelenergiemarkt offensteht.“, so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES. „Gleichzeitig belegt das Ergebnis aber auch, dass die Vorgehensweise der ÜNB rechtswidrig ist, bei der Zulassung von Speichern zum Regelenergiemarkt die Einhaltung einer 30 Minuten-Vorhaltezeit zu verlangen. Die ÜNB haben mit diesem Vorgehen über Jahre hinweg ihre Pflicht verletzt, einen diskriminierungsfreien und fairen Marktzugang zu gewährleisten – und sind hierfür auch entsprechend zu kritisieren.“, so Windelen weiter.

Der Beschluss der BNetzA bestätigt den BVES darin, dass spätestens seit dem Inkrafttreten der EU-Guideline for System Operation die 15 Minuten-Regel gilt. Alle Speicheranlagen, die in den letzten Jahren nur bei Einhaltung der 30 Minuten-Anforderung zugelassen wurden, können nun verlangen, neu präqualifiziert zu werden. In diesem Zusammenhang dürften auch Schadensersatzansprüche sowie die Geltendmachung entgangenen Gewinns gegen die ÜNB zu prüfen sein. Mit der 30 Minuten-Regel durch die ÜNB konnten die Speicher nur mit einer reduzierten Leistung am Regelenergiemarkt teilnehmen und nicht ihre volle Leistung vermarkten. Damit ist über die letzten Jahre ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstanden.

Urban Windelen: „Gerade Energiespeicher und hier insbesondere Batteriespeicher erfüllen die hohen technischen Anforderungen an die Primärregelenergie in exzellenter Qualität und sind damit ideal für den Einsatz in der Regelenergie. Das Ergebnis der BNetzA kommt leider sehr spät. Doch damit ist hoffentlich der jahrelange Streit nun beendet und Speicher werden nun endlich mit ihren tatsächlichen Möglichkeiten und rechtskonform im Regelenergiemarkt angeschlossen.“

Effizienzleitfaden 2.0: Weiterentwicklung zur Steigerung von Transparenz und Qualität im Hausspeichermarkt

Der Bundesverband Energiespeicher und der Bundesverband Solarwirtschaft haben heute in Berlin die neue, überarbeitete Fassung des Effizienzleitfadens für Hausspeicher vorgestellt, durch den sich Photovoltaik-Speichersysteme mit ihren spezifischen technischen Möglichkeiten leichter beurteilen lassen. Die Vergleichbarkeit der vielfältigen Systeme schafft Transparenz im Markt, unterstützt Unternehmen beim Marketing und verbessert das Produktverständnis bei den Kunden. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 125.000 Heimspeicher, die in der Regel mit einer Photovoltaikanlage kombiniert werden.

Das Verfasserkonsortium aus Forschungs- und Prüfinstituten sowie Herstellern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz legten erstmals vier wichtige, charakteristische Kennwerte fest – Pfadwirkungsgrade, Summe des Standby-Verbrauchs, energetischer Batteriewirkungsgrad und Einschwingzeiten. Der Effizienzleitfaden 2.0 ermöglicht Batterieherstellern und Prüfinstituten das Ermitteln der Effizienzwerte einzelner Systeme mit einer hohen Qualität. Speziell für Batteriehersteller hat das Verfasserkonsortium ein Excel-Tool entwickelt, mit dem die gemittelten Wirkungsgrade berechnet werden können. Aufgrund starker internationaler Nachfrage ist zusätzlich eine englische Version des Effizienzleitfadens in Bearbeitung, die in Kürze erscheinen soll.

Der Effizienzleitfaden von BVES Bundesverband Energiespeicher e.V. und BSW-Bundesverband Solarwirtschaft e.V. ermöglicht bereits seit 2017 eine Vergleichbarkeit wesentlicher Effizienzparameter von Hausspeichersystemen. Mit dem Effizienzleitfaden hatte sich die Branche erstmals gemeinsam auf einheitliche, vergleichbare und charakteristische Kennwerte verständigt, mit denen Kunden und Planer die Hausspeicher-Systeme besser miteinander vergleichen können.

Einheitliche Prüfvorschriften zur Effizienz von Lithium-Ionen-Speichern sind elementar für die weitere positive Marktentwicklung im Heimspeicherbereich. BVES und BSW fordern stabile rechtliche Rahmenbedingungen, die die Weiterentwicklung der innovativen Speicherbranche ermöglichen.

Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES: „Die stark wachsende Speicherbranche braucht ein stabiles Fundament aus technischen und rechtlichen Regularien. Hier unterstützt der Effizienzleitfaden die Professionalisierung und adressiert Transparenz und verlässliche Qualitätskriterien in den Markt.“

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer BSW: „Qualität, Transparenz und Vertrauen sind wichtige Voraussetzungen für den weiteren Markthochlauf von Speichern. Der Leitfaden hilft, die Potenziale unterschiedlicher Speichersysteme sicht- und vergleichbarer zu machen. Dies ist ein wichtiger Schritt für die junge Speicherbranche, ihre Produkte zu etablierten Elementen einer modernen und zukunftsfähigen Energiewelt zu machen.“

 

Positives Signal: Rücknahme der Netzentgeltpflicht für Sektorenkopplung

Die gravierende Benachteiligung der Sektorenkopplung durch die zusätzliche Belastung mit Netzentgelten scheint vom Tisch. Keine 24 Stunden nach der ersten Mitteilung durch den BVES, dass die NABEG-Novelle eine Netzentgeltpflicht für PtX-Anlagen enthält, soll diese Belastung der Sektorenkopplung wieder zurückgenommen werden.

Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES: „Der Aufschrei in Industrie und Stadtwerken aber auch bei Abgeordneten und Bundesländern war laut. Es ist sehr zu begrüßen, dass im Bundesministerium dieser Ruf angekommen ist und die Rechtsänderung wieder umgestoßen werden soll.“

Einerseits spricht sich die Regierung breit für sektorenübergreifende Speichertechnologien aus, andererseits führen dann überraschende Rechtsänderungen zu einer vollen Netzentgeltpflicht für diese Anwendungen und verhindern damit einen wirtschaftlichen Betrieb. Das passt nicht zusammen. Flexible Sektorenkopplung ist ein zentrales Element, um die Energiewendeziele noch erreichen zu können.

Der BVES fordert die Bundesregierung dazu auf, nun endlich stabile Rahmenbedingungen zu schaffen, die weiteres Wachstum der innovativen Branche ermöglichen.

„Jede Gelegenheit, unklare und überkomplexe Regelungen zu Speichern neu zu fassen und eine rechtssichere Umgebung für die Sektorenkopplung zu schaffen, sollte genutzt werden.“, so Florian Valentin, Sprecher der AG Recht und Regulierung des BVES und Partner der Kanzlei von Bredow Valentin Herz.

Urban Windelen: „Die Rücknahme der zusammengeschusterten Änderungen im Rahmen des NABEG kann jetzt nur der erste Schritt sein. Wir brauchen grundlegend Rechts- und Investitionssicherheit und eine gemeinsame – juristisch und fachlich passende – Lösung. Jetzt gilt es zunächst, Vertrauen wiederaufzubauen und weiteren Schaden zu verhindern.“

Der BVES steht als fachlicher Ansprechpartner bereit, um eine verantwortungsvolle und systemdienliche Sektorenkopplung bestmöglich zu gestalten.

Sektorenkopplung vor dem Aus?

  • NABEG-Novelle belegt sektorenübergreifende Speichertechnologien mit Netzentgelten
  • Hohe zusätzliche Belastung für Power-to-X-Projekte beschlossen

Für die Energiewende sind flexible, sektorenübergreifende Lösungen essentiell. Daher steigen im Bereich der Power-to-X-Lösungen die Zahl der angekündigten Projekte und folgend das wirtschaftliche Wachstum stark an. Diese sowohl für die Energiewende als auch für die Energiespeicherindustrie positiven Entwicklungen werden nun durch das neue Netzausbaubeschleunigungsgesetz folgenreich beschnitten. Anstatt den Letztverbraucherstatus für Speicher endlich aufzugeben, wird dieser mit der NABEG-Novelle sogar ausgeweitet, indem alle sektorenübergreifende Speichertechnologien pauschal mit Netzentgelten belastet werden. Bisher waren Anlagen zur Wasserelektrolyse mit anschließender Methanisierung von der Netzentgeltpflicht ausgenommen (vgl. §118 VI Abs. 6, Satz 7 EnWG), doch durch die in der NABEG-Novelle enthaltenen Änderungen des §118 Absatz 6 wird nun eine volle Netzentgeltpflicht für Power-to-X-Technologien eingeführt.

BVES-Bundesgeschäftsführer Urban Windelen: „Die Sektorenkopplung ist der anerkannte und notwendige Weg, um die Energiewende zu vollenden und nicht in der reinen Stromwende stecken zu bleiben. Die innovativen und aktuellen stark wachsenden Technologien und Projekte mit einem Schlag in die Netzentgeltpflicht zu nehmen, beerdigt die Sektorenkopplung, bevor sie erwachsen werden konnte.“

Mit der NABEG-Novelle wird die bisherige Regelung §118 Absatz 6 Satz 7 EnWG umformuliert; mit der Folge, dass wohl nur noch Strom-zu-Strom-Speicher nicht der Netzentgeltpflicht unterliegen. Auch wenn die Nutzung von grünem Wasserstoff mit einer Brennstoffzelle noch befreit sein kann, werden nach der Formulierung beispielsweise Power-to-Fuels, Power-to-Methane und Power-to-Chemicals zusätzlich mit Netzentgelten belastet.

Dr. Florian Valentin, Sprecher der BVES-AG „Energierecht und Regulierung“ und Partner bei von Bredow Valentin Herz: „Die Tatsache, dass die weitreichenden Auswirkungen dieser gesetzgeberischen „Klarstellung“ für keinen Abgeordneten in der Kürze der Zeit erkennbar gewesen sein dürften, zeigt einmal mehr, dass die energierechtlichen Regelungen zu Speichern eine Komplexität aufweisen, die nicht länger tragbar ist. Die Gelegenheit, den rundum unklaren § 118 Absatz 6 EnWG in Gänze so neu zu fassen, dass jeder Rechtsanwender die Regelung versteht, wurde verpasst.“

Eine Chance, die NABEG-Änderungen noch aufzuhalten, liegt bei den Bundesländern. Das NABEG ist kein zustimmungspflichtiges Gesetz, doch der Bundesrat könnte eine erneute Befassung des Bundestages mit dem Gesetz erwirken. Die weitreichenden Folgen für sektorenübergreifende Energiespeichertechnologien stehen im starken Kontrast zu den Zielen der Bundesregierung, wie sie etwa im Koalitionsvertrag festgehalten werden (z.B. „Wir wollen die Sektorenkopplung voranbringen und den regulativen Rahmen ändern, so dass „grüner Wasserstoff“ und Wasserstoff als Produkt aus industriellen Prozessen als Kraftstoff oder für die Herstellung konventioneller Kraftstoffe (z. B. Erdgas) genutzt werden kann.“). Vor dem Hintergrund dieser politischen Ziele kritisiert der BVES Bundesverband Energiespeicher deutlich die weitreichenden Konsequenzen aus dem NABEG für Speicher. 

„Unser Energiesystem werden wir nicht erfolgreich gestalten können, wenn die Politik weiter nur in Überschriften denkt und gleichzeitig im Kleingedruckten notwendige Fortschritte verhindert.“, so Urban Windelen.

NABEG: Energieinfrastruktur ist mehr als Netzausbau

BVES begrüßt Erweiterung des NABEG um große Speicher. Entflechtungsregeln müssen jedoch eingehalten werden.

Das neu beschlossene Gesetz zur Beschleunigung des Energieleitungsausbaus (NABEG) ist ein wesentlicher Schritt, die Energiewende genehmigungsrechtlich zu modernisieren. Insbesondere begrüßt es der BVES, dass im NABEG nicht nur der Netzausbau betrachtet wird, sondern auch andere wesentliche Energieinfrastrukturvorhaben aufgenommen wurden. So werden nun ausdrücklich auch große Speicher wie etwa Pumpspeicher und Energiekopplungsanlagen wie etwa Power-to-X von den vereinfachten Genehmigungsverfahren umfasst.

„Der erweiterte Regelungsumfang der NABEG-Novelle, die jetzt weitere systemdienliche und effizienzsteigernde Flexibilitätsoptionen in den Fokus nimmt, ist grundsätzlich ein guter Schritt. Das Energiesystem benötigt weitere Flexibilitäten neben dem Netzausbau, die auch durch die langwierigen Genehmigungsverfahren gehemmt werden. Jetzt können auch Pumpspeicher oder Power-To-X-Anlagen von den beschleunigten Verfahren profitieren und damit sinnvolle Energieprojekte mit diesen Technologien schneller und mit weniger Kosten angegangen werden.“, meint Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES e.V.

Die mit den Änderungen im Planungsrecht einhergehende Vereinfachung der Genehmigungsverfahren ist ein seit Langem gefordertes Petitum des BVES. Diese positive Entwicklung darf nun jedoch nicht durch eine Aufweichung des Unbundling-Prinzips konterkariert werden. Die EU-Strommarktrichtlinie betont ausdrücklich den Vorrang des Unbundling-Grundsatzes und lässt den Betrieb von Speichern durch Übertragungsnetzbetreiber nur in äußerst engen Ausnahmen zu. Unter anderem sollen Übertragungsnetzbetreiber Speicher nur dann errichten dürfen, wenn zuvor in einem technologieoffenen Ausschreibungsverfahren festgestellt worden ist, dass kein anderer Marktteilnehmer bereit oder in der Lage ist, die entsprechenden Speicherkapazitäten bereitzustellen. „Auf die Einhaltung dieses Verfahren gilt es nun in Bezug auf den erweiterten Regelungsgehalt des NABEG besonders zu achten.“, mahnt Urban Windelen.

BVES-Webinar Australien & Internationale BVES-Kooperationen 2019

World of Energy Storage 2019 & Australian Energy Storage Conference & Exhibition 201


Australian Energy Storage Conference & Exhibition: 13. – 14. Juni 2019

BVES-Mitglieder können an der Australian Energy Storage Conference & Exhibition auch dieses Jahr wieder im Rahmen einer BVES-Delegation teilnehmen. Weitere Informationen erhalten Sie gern bei der Geschäftsstelle.

Webinar am 11. April 2019 (9.00 – 10.00 Uhr): Zur Vorbereitung organisiert der BVES ein Webinar zum Energiespeichermarkt in Australien. Die Sprecher Ozgur Tuna (Australian Trade and Investment Commission (Austrade)), Bruce Thompson (GreenSync), Stephen Sproul (ABB Australia) und Mary Hendriks (Australian Energy Storage Alliance) geben ein topaktuelles Update zu den jüngsten Entwicklungen im australischen Speichermarkt.

Das Programm ist über diesen Link erhältlich. Teilnehmen können nur BVES-Mitglieder und die Anmeldung erfolgt über die BVES-Geschäftsstelle.

 


Japan (Tokio): 5. Juni 2019

Der BVES wird auf dem Energy Storage Summit Japan (ESSJ) 2019 vertreten sein und organisiert eine BVES-Delegation. Interessierte BVES-Mitglieder erhalten bei der Geschäftsstelle Informationen zu den Sonderkonditionen zur Teilnahme.


China (Guangzhou): 11.-12.September 2019

Der BVES wird auf der Energy Storage China (ESC) 2019 vertreten sein und organisiert eine BVES-Delegation. Interessierte BVES-Mitglieder erhalten bei der Geschäftsstelle Informationen zu den Sonderkonditionen zur Teilnahme.


Nordamerika (San Diego): 5.-7. November 2019

Der BVES wird auf der Energy Storage North America (ESNA) 2019 vertreten sein und organisiert eine BVES-Delegation. Interessierte BVES-Mitglieder erhalten bei der Geschäftsstelle Informationen zu den Sonderkonditionen zur Teilnahme.


Indien (Neu-Delhi): Januar 2020
Der BVES wird auf der Energy Storage India (ESI) 2019 vertreten sein. Weitere Informationen zur Energy Storage India 2019 erhalten Sie gern auf Anfrage bei der BVES-Geschäftsstelle.


Deutschland (Düsseldorf): März 2020

Die Energy Storage Europe ist die Leitmesse für Energiespeichertechnologien und findet auch im nächsten Jahr wieder auf dem Düsseldorfer Messegelände statt.


 

UPDATE: Brüssel für mehr Flexibilität im System – EU-Trilog zum Strommarktdesign entscheidet für netzdienlich eingesetzte Energiespeicher

In den Trilog-Verhandlungen zum neuen Strommarktdesign einigten sich das EU-Parlament und der EU-Rat darauf, die Doppelbelastung mit Steuern und Abgaben für Energiespeicher bei Netzdienstleistungen endlich abzuschaffen (siehe BVES-Verbandsmeldungen). Am 26. März verabschiedete das Europäische Parlament die letzten Richtlinien und Verordnungen zur Reform des EU-Strommarktes. Die legislative Entschließung des Europäischen Parlaments und des Rates für den Elektrizitätsbinnenmarkt ist nun in der offiziellen deutschen Übersetzung öffentlich zugänglich.

Der BVES begrüßt den offiziellen Schritt zu einer EU-Gesetzgebung, die die Marktintegration von systemdienlich eingesetzten Energiespeichern erleichtert. Jetzt ist die deutsche Regierung aufgefordert, die EU-Gesetzesmaßnahmen rasch in nationales Recht umzusetzen. Dies ist ein wesentlicher Schritt in der Energiewende, um faire Regeln zwischen fossilen und neuen Technologien auf dem Energiemarkt zu schaffen und die Flexibilisierungsoption Energiespeicher systemisch richtig einzusetzen. Bisher konnte fossiler Strom faktisch abgabenfrei Netzdienstleistungen liefern, während die Kilowattstunde aus dem Speicher zum Teil doppelt kostet und so für Betreiber unverhältnismäßig hohe Kosten entstehen. Der EU-Beschluss schiebt nun der Diskriminierung von Speichern zumindest bei der Erbringung von netzdienlichen Leistungen gegenüber den Netzdienstleistungen durch fossile Erzeuger einen Riegel vor.

Die doppelte Belastung mit Abgaben und Umlagen auf gespeicherten Strom ist ein zentrales Hemmnis für den Ausbau von Speichern in Deutschland. Grundsätzlich sind Energiespeicher jeder Art und Größe technisch hervorragend zur Erbringung von Systemdienstleistungen wie Regelenergie, Redispatch usw. geeignet. Das politische Signal aus Brüssel bietet der deutschen Bundesregierung jetzt eine besondere Chance für die längst überfällige rechtliche Neuaufstellung von Speichern als vierte Säule des Energiesystems und für eine konkrete Umsetzung der politischen Versprechen im Koalitionsvertrag. Zu den zentralen Punkten, die für die Realisierung eines dekarbonisierten und versorgungssicheren Energiesystems mithilfe von Energiespeichern erforderlich sind, bezieht der BVES in seiner Wilsdruffer Erklärung von 2019 umfassend Stellung.

 

Energiespeichersysteme bieten vielfältige Lösungen für den Strukturwandel in den Kohleregionen

Der BVES traf sich zur Diskussionsrunde über das hochaktuelle Thema “Energiespeicherlösungen im Strukturwandel der Kohleregionen” in der Berliner Vertretung des Landes Brandenburg. Geladen waren neben den BVES-Gästen aus der Energiespeicherbranche u.a. ein Vertreter aus dem Büro des Lausitzbeauftragten der Staatskanzlei Brandenburg und der Landesvertretungen aus Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Anlässlich der Dynamik für Speicher aus dem Abschlussbericht der sogenannten „Kohlekommission“ stand die Sitzung im Zeichen der Versorgungssicherheit und der Wertschöpfung, die Energiespeicher in den Kohleregionen leisten können. Speicher sind in Verbindung mit erneuerbaren Energien eine herausragend klimafreundlichere Alternative zu fossilen Kraftwerken und können die veraltete Energieinfrastruktur in den Kohleregionen zukunftstauglich modernisieren. Die deutsche Energiespeicherindustrie ist eine innovative Industrie mit hohem Entwicklungspotential. Die Beschäftigtenzahlen und auch die Nachfrage nach Fachpersonal wachsen (vergleiche BVES-Branchenzahlen 2019). Die Energiespeicherindustrie bietet den vom Strukturwandel betroffenen Regionen kurz- und langfristig attraktive Perspektiven. Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussionen war die Wilsdruffer Erklärung 2019 des BVES, die das besondere Potential von Energiespeichern für ein dekarbonisiertes und versorgungssicheres System in konkreten Leitlinien zusammenfasst.

 

„Um die Versorgungssicherheit nach und während des Kohleausstiegs zu gewährleisten, bieten die vielseitigen Speichertechnologien effiziente Antworten. Dabei sprechen wir nicht nur von Batteriespeichern, sondern von der Nutzung und Vernetzung der verschiedenen Speichersysteme. Hier spielen neben Wasserstoff auch andere Langzeitspeicher und thermische Speicher eine große Rolle. Wir hoffen, dass baldmöglichst die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es uns ermöglichen Speichern bei der Erreichung der Klimaziele den Platz einzuräumen, den Sie verdienen.“

Bernhard Rill, BVES-Vizepräsident (Gustav Klein GmbH & Co.KG)

 

„Der Begriff „Speicher“ zieht sich wie ein roter Faden durch den Abschlussbericht der „Kohlekommission“. Das ist kein Zufall: Energiespeicher können in Verbindung mit erneuerbaren Energien die Aufgaben von konventionellen Kraftwerken effizienter und zugleich klimafreundlicher ersetzen. Für die Kohleregionen bietet die Speicherindustrie echte Zukunftschancen und bessere Antworten auf das Kohlefragendreieck: Klimawandel, Strukturwandel und Energieversorgungssicherheit.“

Urban Windelen, BVES-Bundesgeschäftsführer

 

„Es ist bereits in der Transitionsphase des Energiesystems dringend notwendig, die Potenziale der verschiedenen Speichertechnologien verfügbar zu machen.”

Sven Tischer, Referent aus dem Büro des Lausitz-Beauftragten des Ministerpräsidenten der Staatskanzlei des Landes Brandenburg