ENERGY STORAGE EUROPE: Speicheranwendungen sektorenübergreifend im Kommen

Energiespeicher stoßen in immer mehr Industrien auf großes Interesse. Die Gründe: technologische Reife und eine Vielzahl marktreifer Produkte. Diese Entwicklung belegen auch die Messekooperationen und positiven Besucherreaktionen zur diesjährigen ENERGY STORAGE EUROPE, die heute in Düsseldorf nach drei erfolgreichen Tagen endet. Jeweils über 90 % der Besucher und Aussteller bestätigten ihre Zufriedenheit mit dem Branchenevent.

Die internationale Fachmesse und Konferenz hatte für ihre 8. Ausgabe unter anderem Kooperationen mit international führenden Branchenevents ins Leben gerufen, darunter boot Düsseldorf, ProWein, dem Technologiemessen-Quartett für Metallurgie, Gießerei- und Thermoprozesstechnik GMTN und der Fachmesse für den Investitionsbedarf des Handels EuroShop.

Der BVES Bundesverband Energiespeicher e.V. präsentierte auf der Messe die aktuellen Marktzahlen und bestätigte die positive Entwicklung sowie die steigende Bedeutung der Energiespeicherbranche. So wuchsen die Umsatzerlöse um neun Prozent auf fünf Milliarden Euro. Auch bei den Beschäftigtenzahlen vermeldete die Branche einen Zuwachs von neun Prozent auf jetzt 12.100 Beschäftigte. Die arbeiten vornehmlich in den Segmenten Groß- & Industriebatterien (33 %), Wärmespeicher (33 %) und Heimspeicher (21 %).

Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Speicher sind entscheidend für das Gelingen der Energiewende. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Flexibilisierung und Integration wachsender Anteile erneuerbarer Energien und tragen zur Versorgungssicherheit bei. Die ENERGY STORAGE EUROPE als die internationale Leitmesse für Energiespeicher zeigt die ganze Bandbreite an Technologien und Anwendungen auf und liefert wichtige Lösungsansätze. Diese Innovationen sind gerade auch für das Energieland Nordrhein-Westfalen von besonderer Bedeutung.“

„Speicher ebnen den Weg zum mehrfachen Erfolg: für die Energiewende, gleichzeitig für ein stabiles Energiesystem und letztlich auch für eine zukunftsfähige Wirtschaftsentwicklung. Als Teil der World of Energy Storage ist die Energy Storage Europe der Verbindungspunkt der Branche, der mühelos sowohl die regionalen als auch die internationalen Entwicklungen zusammenbringt.“, ergänzt Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES Bundeverband Energiespeicher e.V.

B2B-Ausrichtung wird durch Messekooperationen gestärkt

Die ENERGY STORAGE EUROPE verfolgt ihre Ausrichtung auf das B2B-Geschäft mit Energiespeichern konsequent weiter und erreichte erneut einen Fachbesucheranteil von 99%. Rund 40% der Besucher kommen aus dem Ausland. Die Bandbreite der gezeigten Lösungen, Technologien und Anwendungen wuchs auch in diesem Jahr. Die Konferenzen wurden mit kostenfreien Spezialvorträgen ergänzt, die gezielt auf die Bedürfnisse von Anwendern eingingen.

Hans Werner Reinhard, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf: „Als eine der weltweit führenden Messegesellschaften für das B2B-Geschäft rücken wir Energiespeicher bei den Ausstellern und Besuchern unserer Leitmessen in den Fokus. Damit helfen wir unseren Partnern und Kunden, ihre Stromkosten und Emissionen zu senken und die Stromqualität zu verbessern.“ Reinhard weiter: „Für Energiespeicheranbieter und speziell die Aussteller der ENERGY STORAGE EUROPE bedeutet das gesteigerte Anwenderinteresse – ganz im Sinne der Business-Ausrichtung der Messe – mehr Aufmerksamkeit für ihre Lösungen und Produkte.“

Von Heimspeichern über Ladeinfrastruktur bis zur flexiblen Sektorenkopplung

Die technologische Bandbreite der ENERGY STORAGE EUROPE spiegelte sich auch im Konferenzprogramm der 8. Energy Storage Europe Conference (ESE) der Messe Düsseldorf und der 13. International Renewable Energy Storage Conference (IRES) von EUROSOLAR e.V. Neben Batteriespeichern, Power-to-X Konzepten und Lösungen rund um die Mobilitäts-infrastruktur standen in diesem Jahr thermische Speicher im Mittelpunkt verschiedener Sessions. Dabei wurden auch zahlreiche innovative Ansätze thematisiert wie Wärmespeicherung im Rahmen der flexiblen Sektorenkopplung sowie Power-to-Heat Lösungen auf Basis thermochemischer Prozesse.

Prof. Peter Droege, Präsident von EUROSOLAR, zeigt sich zufrieden: „Die International Renewable Energy Storage (IRES) Conference ist die weltgrößte und bedeutendste wissenschaftliche Speicherkonferenz der Welt. Wir sind stolz, dass die IRES mit ihrer treuen Partnerin, der ‘ESE‘, weiter an Bedeutung und wissenschaftlichem Einfluss gewonnen hat.“

Weiterer wichtiger Bestandteil der IRES 2019 war eine deutschsprachige Vortragsreihe, die EUROSOLAR e.V. in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW durchführte. Unter der Moderation von Prof. Dr. Dirk Uwe Sauer (RWTH Aachen) und IRES Conference Chair Prof. Dr. Ingo Stadler (TH Köln) erörterten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem Perspektiven von Flexibilitätsoptionen im Verteilnetz und den Einsatz von Strom-, Gas- und Wärme-Großspeichern in Deutschland und der Welt.

In seinem Abschluss-Statement zur IRES rief Prof. Dr. Ingo Stadler zum Handeln auf: „Lassen Sie uns den Druck auf die Politik aufrechterhalten und verstärken, um einen angemessenen Rahmen für die Umsetzung des Energiewandels im Allgemeinen und der Energiespeicherung im Besonderen zu schaffen.”

 

Pressematerial:

Die Austeller der Energy Storage Europe 2019 äußern sich im Video: https://video.messe-duesseldorf.de/7815

Pressefotos: www.eseexpo.de/pressefotos

BVES-Branchenzahlen 2019 – Deutsche Speicherbranche technologieübergreifend gut aufgestellt

Die deutsche Energiespeicher-Branche wächst – über alle Technologien hinweg. Das belegen die BVES-Branchenzahlen 2019, die der BVES Bundesverband Energiespeicher e.V. heute bei der Energy Storage Europe 2019 in Düsseldorf präsentierte. Jedoch: Das Wachstum findet zunehmend außerhalb Deutschlands statt. Im heimischen Markt wird die Entwicklung von den regulatorischen Rahmenbedingungen ausgebremst.

Mehr Hausspeicher, mehr Industriespeicher, mehr Großspeicher: Die Branchenzahlen 2019 des BVES, dem Branchenverband der gesamten Energiespeicherindustrie, bestätigen den im vergangenen Jahr prognostizierten Wachstumskurs der deutschen Energiespeicherbranche und unterstreichen ihre industriepolitische Relevanz für Deutschland. Mit der umfassenden Marktanalyse hatte der BVES erneut Team Consult beauftragt.

„Die deutsche Speicherbranche hat gerade bei innovativen Speichersystemen über Sektorengrenzen hinweg einen technologischen Vorsprung vor den internationalen Wettbewerbern und ist für die künftigen Anforderungen an das Energiesystem grundsätzlich hervorragend aufgestellt“, zieht Urban Windelen, BVES-Bundesgeschäftsführer, Bilanz. Sorge bereiten jedoch die weiterhin mangelnden regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland. Das Wachstum der Branche findet zunehmend im Ausland statt. Dagegen droht dem Inlandsmarkt von widersinniger Regulatorik ausgebremst zu werden.

„Energiespeicher sind ein zentraler Pfeiler für den Erfolg der Energiewende. Doch ohne passende rechtliche Einordnung können sie ihren umfassenden systemischen Beitrag nicht leisten“, erklärt Urban Windelen. „Energiespeicher zeigen ihre technologische Exzellenz erneut bei der Energy Storage Europe, der Leitmesse für Energiespeichertechnologien und Anwendungen. Doch wenn wir die Produkte nicht in Deutschland in den Markt bekommen, sind der Vorsprung und die Exzellenz schwer zu halten“, so Windelen weiter.

Im Untersuchungszeitraum weisen alle Speichertechnologien eine positive Marktentwicklung auf. So wächst nicht nur die Zahl von Batterien in Haushalten um mehr als 40.000 Stück, sondern auch der bereits in den letztjährigen Branchenzahlen überproportional wachsende Bereich der Industriespeicher weiter an. Allein der Bereich der Großbatterien, primär für Regelenergie eingesetzt, konnte seinen Wachstumskurs nicht wie prognostiziert fortsetzen. Hier wurden aufgrund der schlechten Preisentwicklung im Regelenergiemarkt einige Projekte gestoppt oder zumindest verschoben. Zudem ist der Markt in der Größe begrenzt und mit den bestehenden Großspeichern bereits gut besetzt.

Das schwache Wachstum bei Großbatterien schlug jedoch nicht durch, da die Branche mit Industriespeichern die Umsätze mehr als auffangen konnte. Industriespeicher werden zumeist für verschiedene Anwendungen genutzt (z.B. Spitzenlastkappung, Unterbrechungsfreie Stromversorgung, Notstromversorgung) und sind nun zunehmend auch zur Optimierung der Eigenversorgung im Industrieunternehmen mit grünem Strom im Einsatz. Als weitere Anwendung für Speicher im Industrie-, Gewerbe- und Handelsbereich rückt der Einsatz als Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität in den Vordergrund.

Damit werden Speicher auch eine Schlüsseltechnologie für die Sektorenkopplung. Insbesondere Ladeinfrastruktur mit Pufferspeichern als Leistungs-Booster für schnelle Ladezeiten sind ein wichtiger Baustein für die Alltagstauglichkeit von E-Autos und damit für die Verkehrswende.

Deutlich im Aufwind sind dieses Jahr auch thermische Speicher. Die innovativen technischen Lösungen entwickeln sich rasch und die Zahl der Anbieter (von Abwärme bis Prozesswärme) steigt. Eine Vielzahl von Hausspeichern wird mittlerweile zusammen mit einer Wärmepumpe und einem Wärmespeicher installiert. Dezentrale Energielösungen über die Sektoren Strom, Wärme, Mobilität in einem digitalen System vereint, sind so zunehmend Alltag.

Die Bremsen für Speichersysteme in Deutschland müssen nun rasch gelöst werden, gerade wenn ein dekarbonisiertes Energiesystem, das stabil und sicher Deutschland versorgt, erreicht werden soll. „Deutschland hat sich gegen fossile Energie und für die Erneuerbaren entschieden. Aus dieser Entscheidung folgt ein vollkommen neues Energiesystem, das nicht in das althergebrachte Raster passt und grundlegend neu aufgestellt werden muss“, sagt Windelen und betont: „Dieser Ausrichtung und diesem Ziel muss nun aber auch endlich der rechtliche Rahmen folgen. Herumdoktern an Symptomen führt nicht weiter.“

Welche Schritte für ein dekarbonisiertes und gleichzeitig versorgungssicheres Energiesystem notwendig sind, hat der BVES in seinen Wilsdruffer Thesen formuliert. Die Abkehr vom EEG und der Einstieg in verursachungsgerechte CO2-Preise sind nur zwei der zehn notwendigen Schritte bis 2030.

Urban Windelen: „Die EU ist hier schon wesentlich weiter. Deutschland ist gefordert, die aktuellen Anstöße aus der Erneuerbaren- und der Binnenmarktrichtlinie aufzunehmen und schnell umzusetzen. Anderenfalls verliert Deutschland auch industriepolitisch den Anschluss und eine innovative aufstrebende Branche mit hohem Wertschöpfungspotential.“

 

Verbändeappell zur Beseitigung des Solardeckels

Der BVES unterstützt als Erstzeichner den Verbändeappell zur Beseitigung des Solardeckels:

Mit dem baldigen Erreichen des Solardeckels in Höhe von 52 Gigawatt droht das weitgehende Aus für die klimafreundliche dezentrale Stromversorgung von Wohn- und Gewerbequartieren. Die im EEG verankerte Fördergrenze für Photovoltaik-Dachanlagen wird voraussichtlich bereits 2020 erreicht. Die Preise neuer Solarstromanlagen wie auch deren Fördersätze sinken von Monat zu Monat, sodass die EEG-Marktprämie im Verlauf der 20er Jahre überflüssig werden dürfte und neue Photovoltaiksysteme bereits absehbar unter fairen marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen förderfrei errichtet werden können.
Ein abruptes Ende der Unterstützung hätte jedoch gravierende Konsequenzen für die Akzeptanz der Energiewende und die Solarbranche. Um die Akzeptanz der Energiewende zu sichern, müssen
möglichst viele Bürger und Unternehmer an den Vorteilen der Energiewende beteiligt werden. Die mit ihr verbundenen Kosten sind gerechter zu verteilen. Wir appellieren aus guten Gründen für eine sofortige Streichung des 52-GW-Deckels:

1. Photovoltaik-Dachanlagen sind eine tragende Säule des EE-Ausbaus
Die Zielsetzung der Bundesregierung, den Anteil Erneuerbarer Energien am Stromsektor bis 2030 auf 65% zu erhöhen, ist ohne nennenswerte Beiträge der Photovoltaik auf Gebäuden nicht erreichbar. Ohne Marktprämien würden sich neue PV-Anlagen meist nicht mehr rechnen.

2. Photovoltaik-Dachanlagen reduzieren Flächenbedarf und Versiegelung
Solar-Dachanlagen ermöglichen eine Mehrfachnutzung der Gebäudehülle. Durch ihre Verbrauchsnähe und ihre geringe Flächeninanspruchnahme weisen sie kaum Konfliktpotenzial auf.

3. Photovoltaik-Dachanlagen sind Akzeptanzträger der dezentralen Energiewende
PV-Dachanlagen ermöglichen Bürgerinnen und Bürgern z.B. dank Energiegenossenschaften sowie dem Mittelstand eine unmittelbare Teilhabe an der Energiewende. Die hohen Zustimmungswerte für Gebäude-PV wurden in Studien und Umfragen wiederholt belegt.

 

Erstzeichner des Appells zur Streichung des Solardeckels:
BSW – Bundesverband Solarwirtschaft e.V.
BVES Bundesverband Energiespeicher e.V.
Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands e.V.
Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände – Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv)
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland – BUND e.V.
BVMW – Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e.V.
Deutscher Mieterbund e.V.
Deutscher Naturschutzring Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände (DNR) e.V.
DGRV -Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V.
GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.
Greenpeace Energy eG
Haus & Grund Deutschland – Zentralverband der Deutschen Eigentümer e.V.
Solar Cluster Baden- Württemberg e.V.
WWF Deutschland
Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)
ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.

Die o.g. Dach- und Bundesverbände vertreten die Interessen von mehreren 100.000 Unternehmen und über 10 Millionen Bürgerinnen und Bürgern.

Internationale BVES-Kooperationen & BVES-Delegationen 2019

World of Energy Storage 2019 & Australian Energy Storage Conference & Exhibition 2019


Deutschland (Düsseldorf): 12. – 14. März 2019

Der BVES ist auch dieses Jahr wieder auf der Leitmesse für Energiespeichertechnologien, der Energy Storage Europe 2019. Besuchen Sie uns am großen Gemeinschaftsstand (Stand 8BF18) und in den zahlreichen BVES-Sessions im ESE-Konferenzprogramm.


Australian Energy Storage Conference & Exhibition: 13. – 14. Juni 2019

BVES-Mitglieder können an der Australian Energy Storage Conference & Exhibition auch dieses Jahr wieder im Rahmen einer BVES-Delegation teilnehmen. Weitere Informationen erhalten Sie gern bei der Geschäftsstelle.

Webinar am 11. April 2019 (9.00 – 10.00 Uhr): Zur Vorbereitung organisiert der BVES ein Webinar zum Energiespeichermarkt in Australien. Die Sprecher Ozgur Tuna (Australian Trade and Investment Commission (Austrade)), Bruce Thompson (GreenSync), Stephen Sproul (ABB Australia) und Mary Hendriks (Australian Energy Storage Alliance) geben ein topaktuelles Update zu den jüngsten Entwicklungen im australischen Speichermarkt.

Das Programm ist in Kürze per Link auf dieser Seite downloadbar. Teilnehmen können nur BVES-Mitglieder. Die Anmeldung erfolgt über die BVES-Geschäftsstelle.

 


Japan (Tokio): 5. Juni 2019

Der BVES wird auf dem Energy Storage Summit Japan (ESSJ) 2019 vertreten sein und organisiert eine BVES-Delegation. Interessierte BVES-Mitglieder erhalten bei der Geschäftsstelle Informationen zu den Sonderkonditionen zur Teilnahme.


China (Guangzhou): 11.-12.September 2019

Der BVES wird auf der Energy Storage China (ESC) 2019 vertreten sein und organisiert eine BVES-Delegation. Interessierte BVES-Mitglieder erhalten bei der Geschäftsstelle Informationen zu den Sonderkonditionen zur Teilnahme.


Nordamerika (San Diego): 5.-7. November 2019

Der BVES wird auf der Energy Storage North America (ESNA) 2019 vertreten sein und organisiert eine BVES-Delegation. Interessierte BVES-Mitglieder erhalten bei der Geschäftsstelle Informationen zu den Sonderkonditionen zur Teilnahme.


Indien (Neu-Delhi): Januar 2020
Der BVES wird auf der Energy Storage India (ESI) 2019 vertreten sein. Weitere Informationen zur Energy Storage India 2019 erhalten Sie gern auf Anfrage bei der BVES-Geschäftsstelle.


 

Das Energiesystem 2030 – dekarbonisiert und versorgungssicher mit Speichern! – BVES-Klausurtagung in Wilsdruff

  • Mit der Abschlusserklärung seiner diesjährigen Klausurtagung vom 24. – 26. Januar 2019 in Wilsdruff weist der BVES den Weg zu einem dekarbonisierten und gleichzeitig versorgungsicheren Energiesystem.
  • Die Integration von Energiespeichern auf allen System-Ebenen ist unabdingbar.
  • Haushalt, Industrie sowie Hochspannungsebene können durch Energiespeicher neu für die Energiewende aktiviert werden.
  • Speicher sind ein großes industriepolitisches Potential für Deutschland – diese Wertschöpfung gilt es auch zu nutzen.
  • Die 10 Thesen werden nun in der Facharbeit des BVES unterfüttert und mit der Politik sowie anderen Verbänden diskutiert.

Der BVES verabschiedete zum Ende seiner Klausurtagung in Wilsdruff bei Dresden in zehn Thesen zentrale Forderungen zur Realisierung eines dekarbonisierten, versorgungssicheren Energiesystems 2030.

Mit seinen neuen Leitlinien zeigt der deutsche Speicherverband die Schritte auf, wie Energiespeicher ihr Potential für die Energiewende und für das Energiesystem entfalten können. „Dass Speicher systemisch notwendig sind, wird von keinem mehr bezweifelt. Wie sie aber ihr großes Potential auch einbringen können, dazu haben wir nun die notwendigen Schritte festgeschrieben“, erläutert Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES.

Die Erklärung von der Klausurtagung in Wilsdruff gibt für das Ziel eines gleichzeitig dekarbonisierten als auch sicheren und stabilen Energiesystems strategische Orientierung: Eine entschlossene Energie- und Klimapolitik im Einklang mit den Wilsdruffer Thesen sowie technologieoffene und diskriminierungsfreie Märkte zur Schaffung von langfristiger Planungs- und Investitionssicherheit müssen nun rasch verwirklicht werden, um von der technologischen und volkswirtschaftlichen Kraft der Energiespeicherbranche in vollem Umfang zu profitieren.

Speicher sind keine Erzeuger, Verbraucher oder Transport von Energie. Speicher sind ein zeitliches Verzögerungselement, das als flexibles Werkzeug im System eingesetzt werden kann.

Auf dem Weg zum Ziel im Jahr 2030, kann das EEG keine wesentliche Grundlage mehr sein. Jedenfalls müssen Speicher regulatorisch außerhalb des EEG verankert werden. Im Fokus muss ein verursachergerechter CO2-Preis in allen Sektoren stehen sowie eine erfolgreiche Transition von einem begrenzten Strom- zu einem vereinigten Energiesystem mit flexibler Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität. Das Energiesystem 2030 setzt dabei zunehmend auf dezentrale Lösungen; alle Systemdienstleistungen werden dabei transparent bepreist und können zusammen mit Energie und Leistung regional und lokal dynamisch und automatisiert gehandelt werden.

Unterstützt werden die Forderungen des BVES auch durch den Ergebnisbericht der Kohlekommission. Wie ein roter Faden zieht sich die Forderung nach systemdienlichen Energiespeichertechnologien durch den Bericht – sowohl als strukturpolitische Maßnahme für den zukunftsfähigen Umbau der Kohleregionen als auch zur Lösung der technischen und energiesystemischen Herausforderungen bei der Umstellung auf Erneuerbare Energien. Speicher können die Dekarbonisierung des Energiesystems kosteneffizienter und sicherer mit Energiespeichern realisieren – darüber besteht breiter Konsens.

„Wir begrüßen es sehr, dass die Politik durch den Bericht der Kohlekommission nochmals deutlich auf die wichtige Rolle von Energiespeichern hingewiesen wurde. Nun müssen aber auch die Rahmenbedingungen entsprechend entwickelt und das aktuelle Flickwerk beseitigt werden. Sonst wird das nichts mit der systemischen Integration von Speichern“, resümiert Urban Windelen.

 

BVES Workshop in Athen

Der BVES organisierte zusammen mit der GIZ ein Treffen von zahlreichen Vertretern aus Industrie und Politik im griechischen Ministerium für Umwelt und Energie Griechenlands (YPEN) unter dem Titel „Development of Energy Storage Markets European Experiences and Potential for the Greek Energy System”.

Neben dem für Speicher großen Potential für Insellösungen im griechischen Raum lag der Fokus des Workshops insbesondere auf Lösungen zur Systemstabilisierung auf dem griechischen Festland. Am Beispiel eines Schweizer Taschenmessers zeigte BVES Präsident Thomas Speidel gleich zu Beginn der Veranstaltung in seinem Eröffnungsvortrag, welche Vielfalt Speichertechnologien zu bieten haben. Die technologischen Grundlagen dürfen als gelöst bezeichnet werden. Der echte Wandel müsse sich nun in politischen und regulatorischen Themen vollziehen; nämlich in gemeinsamer Anstrengung innerhalb der EU – ein Appell, der auch in den darauffolgenden Fachvorträgen eine entscheidende Rolle spielte.
Dr. Florian Valentin, Partner bei von Bredow Valentin Herz Rechtanwälten und Sprecher der BVES AG 5 „Energierecht und Regulierung“, erläuterte in seinem klar strukturiertem Vortrag die große Komplexität des deutschen Rechtsrahmens um Speicher. BVES-Referentin Helena Teschner knüpfte daran mit einem Vortrag zu den regulatorischen Feinheiten weiterer wichtiger Märkte wie UK, Frankreich, Spanien und Italien an. Marc Möller von Alelion Systems schloss den Workshop mit einem positiven Ausblick ab: Best-Practice-Beispiele à la Caterva-Schwarmspeicherkonzept zeigen anschaulich die technologischen Möglichkeiten mit Speichern das Energiesystem sicherer, effizienter und CO2-ärmer zu gestalten.

Thomas Speidel (li) referiert im Auditorium des Umweltministeriums in Athen über die Vielfältigkeit der Energiespeicherung (Foto: BVES)

 

Hier geht es zum Artikel über den BVES-Workshop auf ads-tec.de.

Brüssel für mehr Flexibilität im System – EU-Trilog zum Strommarktdesign entscheidet für netzdienlich eingesetzte Energiespeicher

In den Trilog-Verhandlungen zum neuen Strommarktdesign einigten sich das EU-Parlament und der EU-Rat darauf, die Doppelbelastung mit Steuern und Abgaben für Energiespeicher bei Netzdienstleistungen endlich abzuschaffen. Das Ergebnis der Trilog-Verhandlung wird mit der Veröffentlichung der EU-Gesetzgebung offiziell, die ab Januar 2019 erwartet wird.

Der BVES begrüßt die politische Entscheidung für systemdienlich eingesetzte Energiespeicher, die auch durch den zugestehenden Positionswandel des deutschen Wirtschaftsministeriums im EU-Rat möglich wurde. Nun müssen die geplanten EU-Gesetzesmaßnahmen nach der Veröffentlichung rasch in nationales Recht umgesetzt werden. Dies ist ein wesentlicher Schritt in der Energiewende, um faire Regeln zwischen fossilen und neuen Technologien auf dem Energiemarkt zu schaffen und die Flexibilisierungsoption Energiespeicher systemisch richtig einzusetzen. Bisher konnte fossiler Strom faktisch abgabenfrei Netzdienstleistungen liefern, während die Kilowattstunde aus dem Speicher zum Teil doppelt kostet und so für Betreiber unverhältnismäßig hohe Kosten entstehen. Der EU-Beschluss schiebt nun der Diskriminierung von Speichern zumindest bei der Erbringung von netzdienlichen Leistungen gegenüber den Netzdienstleistungen durch fossile Erzeuger einen Riegel vor.

Die doppelte Belastung mit Abgaben und Umlagen auf gespeicherten Strom ist ein zentrales Hemmnis für den Ausbau von Speichern in Deutschland. Grundsätzlich sind Energiespeicher jeder Art und Größe technisch hervorragend zur Erbringung von Systemdienstleistungen wie Regelenergie, Redispatch usw. geeignet. Das politische Signal aus Brüssel bietet der deutschen Bundesregierung jetzt eine besondere Chance für die längst überfällige rechtliche Neuaufstellung von Speichern als vierte Säule des Energiesystems und für eine konkrete Umsetzung der politischen Versprechen im Koalitionsvertrag.

 

Hintergrund:

Die Verbändeallianz aus BVES, BEE, BNE und BSW-Solar appellierte in einem gemeinsamen Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Altmaier, eine entscheidende Weichenstellung für Energiespeicher in Brüssel nicht zu blockieren (vergleiche BVES-Verbandsmeldung vom 3. Dezember 2018).

Seit Ende 2016 verhandelt die EU das zukünftige Strommarktdesign im Zuge des sogenannten Clean Energy Package. Ein wichtiger Aspekt ist dort die zukünftige Rolle von „active customers“, die selbst Strom erzeugen, speichern, verbrauchen und liefern (siehe Artikel 15 der Electricity Market Design Directive). In Deutschland werden diese Kunden häufig auch „Prosumer“ genannt. Ihre Ausgestaltung wird zurzeit im sogenannten Trialog-Verfahren zwischen EU Kommission, Parlament und Mitgliedstaaten verhandelt.

Der Beschluss des EU Parlament sah vor, dass „active customers“ mit Speicher keine doppelten Abgaben mehr bei der Erbringung von Netzdienstleistungen zahlen müssen. Der Rat der EU Mitgliedstaaten hingegen wollte zunächst das Verbot der Doppelbelastung nur auf vor Ort erzeugten, gespeicherten und nachfolgend selbst verbrauchten Strom anwenden.

EU-Parlament gegen Doppelbelastung von Stromspeichern – BVES appelliert mit BEE, BNE und BSW-Solar an Bundesminister Altmaier

  • EU-Parlament will die Doppelbelastung mit Steuern und Abgaben für Energiespeicher bei Netzdienstleistungen endlich abschaffen.
  • Energiewende-Verbände appellieren an Bundesminister Altmaier, den Vorschlag nicht zu blockieren.

Die Energiewende-Verbände BVES, BEE, BNE und BSW-Solar appellieren in einem gemeinsamen Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Altmaier, eine entscheidende Weichenstellung für Energiespeicher am Mittwoch in Brüssel nicht zu blockieren. Der Beschluss des EU-Parlaments sieht vor, Energiespeicher dann von doppelten Abgaben und Steuern zu entlasten, wenn sie das Stromnetz stützen, also netzdienlich eingesetzt werden.

„Das EU-Parlament ist mit seinem Vorschlag auf dem richtigen Weg“, so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands Energiespeicher (BVES). „Netzdienliches Verhalten und die Bereitstellung von Netzdienstleistungen aus Energiespeichern mit doppelten Abgaben für die gleiche kWh zu belasten, ist schon immer Unsinn, doch leider Realität. Der Vorschlag des EU-Parlaments ist ein wesentlicher Schritt hin zu einer digitalen und dezentralen Energiewende“, führt Windelen weiter aus, „da endlich der Weg frei gemacht wird, die Flexibilisierungsoption Energiespeicher systemisch richtig einzusetzen. Mit der bisherigen Doppelbelastung nur für Speicher, ist dies für den Betreiber mit hohen Kosten verbunden.“

Die Verbände fordern von Bundeswirtschaftsminister Altmaier, diesen Vorschlag des EU-Parlaments nicht im Rat zu blockieren und so den systemdienlichen Einsatz von Speichern endlich zu ermöglichen.

„Wir brauchen auf dem Energiemarkt endlich faire Regeln zwischen den fossilen und den neuen Technologien“, sagt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes neue Energiewirtschaft (BNE). „Die Wettbewerbsverzerrung zu Lasten des Stromes und insbesondere des erneuerbaren Stromes muss durch eine nach den CO2-Emissionen der Energieträger gerichtete Lastenteilung der Abgaben und Umlagen auf die Energieträger beseitigt werden. Dazu gehört insbesondere die Befreiung der Speicherung von der Doppelbelastung. Sowohl die Netzentgelte als auch die Umlagen müssen so gestaltet werden, dass Flexibilisierung und Speicherung nicht länger behindert, sondern angeregt werden.“

Faire Regeln auf dem Energiemarkt und bei den Intelligenten Netzen ermöglichen es, dass neue, saubere Technologien noch mehr Systemverantwortung übernehmen. Diese Fairness ist nicht gegeben, wenn fossiler Strom faktisch abgabenfrei Netzdienstleistungen liefern kann, während die Kilowattstunde aus dem Speicher zum Teil doppelt kostet“, so Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). „Jetzt ist die Chance da, eine Netzdienstleistung nicht wie einen Letztverbraucher zu besteuern. Solange der Strom nicht verbraucht, sondern später dem Netz wieder zur Verfügung gestellt wird, gehen dem Staat oder dem System auch keine Einnahmen verloren.“

„Heute bremst die Doppelbelastung den netzdienlichen Einsatz von Speichern und damit die Entwicklung der gesamten Speicherbranche deutlich“, ergänzt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar). „Wenn wir dagegen endlich zeigen können, wie Netze, Speicher und Elektromobile sich digital gesteuert flexibel abstimmen, dann wird auch in die Energiewende eine neue Dynamik kommen. Und Europa könnte hier die Technologieführerschaft gehören.“

Bisher lehnt der Rat der EU-Mitgliedstaaten die Forderung des Parlaments ab und formuliert, dass lediglich eigenerzeugter, gespeicherter und vor Ort direkt selbst verbrauchter Strom keine doppelten Entgelte und Abgaben zahlt. „Keine doppelten Netzentgelte auf eigenerzeugten Strom“, so lautet das Angebot des Rates.

„Dieser Vorschlag ist jedoch leider paradox und kein Entgegenkommen“, so Urban Windelen, „Eigenerzeugten und eigenverbrauchten Sonnenstrom auch nur einmal mit Netzentgelten zu belasten, ist kontraproduktiv. Wir hoffen, dass Deutschland seine Position noch einmal überdenkt“.

Die Position des EU-Parlaments hingegen wäre auch auf der Linie des Koalitionsvertrages, der eine Änderung der Abgabenlast für Energiespeicher fordert. Zudem hat der Bundesrat bereits in mehreren Beschlüssen von der Bundesregierung gefordert, den Status als Letztverbraucher für Energiespeicher und damit die Doppelbelastung zu streichen. Auch die EU-Kommission hatte bereits Ende 2016 in einem Entwurf dargelegt, wie flexible Endkunden besser in das Energiesystem integriert werden sollen. Eine zentrale Rolle spielen dabei in Zukunft Kunden („Prosumer“), die über Systeme aus erneuerbarer Stromerzeugung, Speicher und Elektrofahrzeug verfügen und ihre Flexibilität dem Netz anbieten können.

 

Hintergrund: Ein Haushaltkunde mit Energiespeicher zahlt bei der Speicherung von Strom aus dem Netz stets etwa 21 Cent pro kWh an Abgaben und Umlagen. Die 21 Cent pro kWh an Abgaben und Umlagen muss ein Haushaltskunde auch dann bezahlen, wenn er den Strom später wieder in das Netz zurückspeist und mit der Einspeisung Netzprobleme ausgleicht. Für diese zuvor gespeicherte kWh wird dann nochmals der gleiche Abgabenbetrag fällig.

Digital vernetzte Solaranlagen, Speicher und Elektromobile gelten als Schlüsseltechnologien für die Energiewende. Seit Ende 2016 verhandelt die EU das zukünftige Strommarktdesign im Zuge des sogenannten Clean Energy Package. Ein wichtiger Aspekt ist dort die zukünftige Rolle von „active customers“, die selbst Strom erzeugen, speichern, verbrauchen und liefern (siehe Artikel 15 der Electricity Market Design Directive). In Deutschland werden diese Kunden häufig auch „Prosumer“ genannt. Ihre Ausgestaltung wird zurzeit im sogenannten Trialog-Verfahren zwischen EU Kommission, Parlament und Mitgliedstaaten verhandelt.

Die nächste Verhandlung findet am Mittwoch, den 5. Dezember statt. Das EU Parlament hatte gefordert, dass „active customers“ mit Speicher keine doppelten Abgaben mehr bei der Erbringung von Netzdienstleistungen zahlen müssen. Der Rat der EU Mitgliedstaaten hingegen will das Verbot der Doppelbelastung nur auf vor Ort erzeugten, gespeicherten und nachfolgend selbst verbrauchten Strom anwenden. Die doppelte Belastung mit Abgaben und Umlagen auf gespeicherten Strom ist zentrales Hemmnis für den Ausbau von Speichern in Deutschland. Grundsätzlich sind Energiespeicher jeder Art und Größe technisch hervorragend zur Erbringung von Systemdienstleistungen wie Regelenergie, Redispatch usw. geeignet.

Weitere Informationen: Aktueller Entwurf und offizieller Verhandlungsstand, die strittige Passage findet sich in Zeile 307: http://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-7506-2018-REV-7/en/pdf

 

                             

 

 

Mehr Mut für unsere Energiezukunft! Der BVES setzt energiepolitische Impulse für das Jahr 2019

Anlässlich des BVES-Jahresabschlusses 2018 verstärkt der Verband seine Forderungen für ein zukunftsfähiges, flexibles Energiesystem und für mehr energiepolitische Dynamik im Jahr 2019.

„Wir müssen den energiepolitischen Stillstand überwinden und mit klaren, nicht zögerlichen Positionen in die Zukunft gehen. Den politischen Versprechen und Zielen – wie beispielsweise dem Abkommen von Paris – müssen unmissverständliche und investorensichere Taten und Rechtsgrundlagen folgen. Wer ein Ziel verfolgt, muss die Kraft bündeln. Es ist längst an der Zeit, die ökonomischen und ökologischen Potenziale des künftigen Energiesystems zu nutzen und mutig die nächsten großen Schritte zu gehen. Dies betrifft unter anderem die Rolle von Flexibilität und Energiespeichern, deren strategische und regulatorische Integration ins dezentrale und sektorenübergreifende Energiesystem der Zukunft überfällig ist“, so Thomas Speidel, BVES-Präsident.

Die Rolle von Flexibilität und Energiespeichern in Verbindung mit erneuerbarer Erzeugung für die Energiewende stand auch im Mittelpunkt des Impulsvortrags von Dr. Peter Röttgen, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), der sich mit dem BVES über die Entwicklung von Lösungen für die flexible Sektorenkopplung austauschte. Die BVES-Jahrestagung bot außerdem einen guten Rahmen für den Expertenaustausch zwischen Deutschlands Energiespeicherbranche und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Die Diskussionen stellten die zentrale Rolle von Speichern für ein zukunftsfähiges Energiesystem deutlich heraus: Flexibilitätsoptionen wie Energiespeicher müssen im System sinnvoll integriert werden, um die Dekarbonisierung aller Energiesektoren zu verwirklichen.

Damit Speicher ihre systemdienlichen Fähigkeiten für ein nachhaltiges Energiesystem optimal entfalten können, müssen sie im Energierecht systemisch berücksichtigt werden. Der BVES fordert seit Langem die rechtliche Einordnung von Speichern als vierte Säule des Energiesystems neben Erzeugung, Transport und Verbrauch. Damit verbunden muss der Rechtsrahmen für Speicher vereinheitlicht werden, sodass bestehende Diskriminierungen für Speicher abgeschafft werden und der Zugang zu den Märkten technologieoffen geregelt ist.

Angesichts der klimapolitischen Herausforderungen ist die Systemintegration von Speichertechnologien eine besonders dringende Aufgabe, welche die verkürzten Ansätze des Energiesammelgesetzes nicht bewerkstelligen können.

In das Jahr 2019 startet der BVES mit einer Erweiterung des Vorstands. Auf der Mitgliederversammlung wurden fünf neue Unternehmensvertreter in den BVES Vorstand gewählt. Der BVES bedankt sich bei den ausscheidenden Vertretern für die hervorragende Zusammenarbeit und die wichtigen Impulse für die inhaltliche Ausrichtung des BVES. Gleichzeitig freuen wir uns auf die Arbeit mit den neuen Vorstandskollegen von Arge Netz GmbH, Bosch Thermotechnik GmbH, CMBlu AG, EDF Deutschland GmbH und Tesla Motors Germany GmbH.

Neben Johannes Hauck (Hager Electro GmbH & Co. KG) und Giacomo D´Ignazio (Nidec ASI GmbH) sind damit folgende Personen im Vorstand vertreten:

  • Björn Spiegel (ARGE Netz GmbH)
  • Ralf Klein (Bosch Thermotechnik GmbH)
  • Stefan von Westberg (CMBlu Projekt AG)
  • Jean-Marc Bazenet (EDF Deutschland GmbH)
  • Dr. Marcus Müller (Tesla Motors Germany GmbH)

Dr. Susanne Schmidt (VNG Gasspeicher GmbH) wurde einstimmig zur neuen BVES-Kassenprüferin gewählt und ist nun zusammen mit Martin Heins (Mitsubishi International GmbH) Amtsträgerin. Sie übernimmt die Position turnusmäßig von Thomas Timke (Solarwatt Gmbh), welchem unser herzlicher Dank für die zuverlässige Amtsausführung gilt.

 

BVES-Jahresabschlusstagung 2018 in der Historischen Turbinenhalle in Berlin

Von links nach rechts: BVES-Präsidiumsmitglied Bernhard Rill (Gustav Klein GmbH&Co.KG), BEE-Geschäftsführer Dr. Peter Röttgen, BMVI-Staatssekretär Steffen Bilger (MdB), BVES-Präsident Thomas Speidel, BVES-Präsidiumsmitglied Heinrich Gärtner (GP Joule), BVES-Vorstandsmitglied Björn Spiegel (ARGE Netz GmbH) und BVES-Bundesgeschäftsführer Urban Windelen.

BVES-Präsident Thomas Speidel und BVES-Bundesgeschäftsführer Urban Windelen zur Eröffnung

Der BVES begrüßt die EU-Parlamentsbeschlüsse zur EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie II (RED II)

Das EU-Parlament hat vier der acht Vorhaben aus dem EU-Winterpaket „Clean Energy for All Europeans“ verabschiedet. Nach der Zustimmung des Ministerrats ist die Bundesregierung in der Pflicht, die EU-politischen Beschlüsse in nationale Energie- und Klimapläne umzusetzen. Der BVES fordert eine zügige Umsetzung der EU-politischen Pläne und begrüßt, dass das EU-Parlament an politischen Zielen festhält, die bereits zum Zeitpunkt der Trilogeinigung grundsätzlich die BVES-Positionen weitgehend aufgreifen. Ein wesentlich positives Signal ist die Bekräftigung des Erneuerbaren-Ziels von 32 Prozent durch das EU-Parlament; verbunden mit dem politischen Willen dieses Ziel kurzfristig stärker zu erhöhen. Die vom EU-Parlament beschlossenen politischen Vorhaben legen die Basis für einen rechtlichen Handlungsrahmen, der die Systemintegration von Energiespeichern besser zulässt und gegen Diskriminierung im Energiemarkt vorgeht.

Der BVES zur RED II-Trilogeinigung im Juni:
RED II stellt fest, dass das neue verbindliche EU-Erneuerbare-Energien-Ziel von 32% bis 2030, von einer verbesserten Systemintegration von Energiespeichern abhängt und auch nur über den verstärkten Einsatz von Energiespeichern erreicht werden kann. Die EU-Kommission hebt in diesem Zusammenhang Dezentralität als treibende Kraft der Energiewende hervor und identifiziert die Doppelbelastung aus Abgaben („charges and fees“) von Eigenverbrauchsanlagen als Diskriminierung.
Dies entspricht einer langjährigen Grundforderung des BVES. Entsprechend sollen erneuerbare Eigenverbraucher keinen diskriminierenden Maßnahmen einschließlich Abgaben auf den Eigenverbrauch inklusive Speicher ausgesetzt werden. Die neue 30 kWp-Obergrenze aus der RED II ist ein Kompromiss, aber doch ein wesentlicher Fortschritt zu den aktuell noch geltenden Regelungen. Gerade für gemischte Speicherbetriebsmodelle und systemische Anwendungen mit Speichern ergeben sich durch die neue 30kWp-Regelung viele neue Chancen.

„Die RED II kommt den notwendigen regulatorischen Rahmenbedingungen für Energiespeicher ein wichtiges Stück näher. Die neuen EU-Vorgaben eröffnen damit neue Chancen zur Potentialentfaltung von Energiespeichern für eine nachhaltigere und effizientere Energieversorgung. Dieser positive Trend muss sich in den aktuellen Trilogverhandlungen zur Elektrizitäts-Binnenmarkt-Richtlinie (Market Design Directive, MDD) und -Verordnung (Market Design Regulation, MDR) fortsetzen. Wir arbeiten erwartungsvoll auf die überfällige Speicherdefinition und etwa die Festlegungen zu Besitz und Betrieb von Speichern hin.”