BVES-Appell „Der Green Deal gelingt nur mit Energiespeichern“

Energiespeicherbranche veröffentlicht Appell anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands

Deutschland übernimmt im Juli 2020 die EU-Ratspräsidentschaft. Daher heißt es, mit gutem Beispiel voranzugehen, und die Umsetzung europäischer Richtlinien nicht zu verzögern.

Die Erneuerbare-Energien Richtlinie II sowie die Elektrizitätsbinnenmarkt-Richtlinie stehen zur Übernahme in das deutsche Energierecht an. Der BVES setzt sich für eine schnelle 1:1 Umsetzung der Richtlinien ein, um das Energiesystem für die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen zu ertüchtigen. Dies gilt insbesondere für die Rahmenbedingungen von Energiespeichern. Neben den bisherigen drei Säulen des Energiesystems Erzeugung, Transport und Verbrauch ist die Speicherung von Energie nun als viertes, aktives Element zu übernehmen. Energiespeicher weiterhin als Letztverbraucher zu behandeln, behindert ihren Einsatz. Ohne Speicher keine Sonnenenergie in der Nacht und keine Windenergie in der Flaute.

Die EU entwickelt bereits den Green Deal. Durch die Corona-Krise wächst auch in Deutschland die Erkenntnis, dass Innovation, Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen müssen.

Thomas Speidel, BVES-Präsident: „Die EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands ist eine gute Chance, den technologischen Wandel, Wertschöpfung für Arbeitsplätze sowie die Erreichung der Klimaziele konsequent zu vereinen. Es bedarf eines nachvollziehbaren, belastbaren Transformationsplans anstelle von kleinteiligen, interessengetriebenen, fortwährenden Änderungsschnitzereien am Bestand.“

Deutschland hat die richtigen Speichertechnologien und zukunftsweisende Speicheranwendungen entwickelt. Mit diesen Energiespeichern wird die Ausrichtung der Industrie auf Innovation und Klimaschutz ermöglicht. Energiespeicher sind das Element, um die Energiewende auch im Gebäude- und Mobilitätsbereich sowie bei der Systeminfrastruktur mit hoher heimischer Wertschöpfung umzusetzen und gleichzeitig zum Exportschlager zu machen.

Urban Windelen, BVES-Bundesgeschäftsführer: „Energiespeicher müssen mit der Umsetzung des EU-Winterpakets endlich als ‚Speicher‘ anstatt als ‚Letztverbraucher‘ eingeordnet werden. Das ist eine gewichtige Stellschraube, um die bestehenden Einsatzhemmnisse zu beseitigen und ein Konjunkturpaket für die innovative Energiespeicherbranche ohne Subventionsaufwand, bei hoher Wertschöpfung für die heimische Industrie.“

Energiespeicher sind nicht nur Werkzeug für das Energiesystem, sondern gleichzeitig Ermöglicher von Innovation und Klimaschutz am Standort Deutschland sowie zusätzlich eine eigenständige industrielle Wachstumsbranche mit hohem technologischem Vorsprung.

 

Energieforschung stärken bedeutet, Energiewende und Zukunftsfähigkeit des Standort Deutschlands zu stärken

Mit deutlicher Kritik haben die im BVES organisierten Energieforschungsinstitute auf die Kürzungen bei den Energieforschungsmitteln im letzten Bundeshaushalt reagiert. Die Kürzungen bedrohen die Forschungslandschaft in Deutschland in ihrem Bestand. Auch weitere Industriebranchen haben neben dem BVES Kritik an den Kürzungen geäußert, da insbesondere die gemeinsam mit der Industrie durchgeführte angewandte Forschung den Wirtschaftsstandort Deutschland im globalen Wettbewerb stützt und beim grundlegenden Thema Energie und Klimaschutz, Fortschritt und Innovation sichert.

Der BVES setzte sich im Austausch mit Politik und Öffentlichkeit für die Rücknahme der deutlichen Einschnitte bei der Förderung angewandter Energieforschung ein (siehe BVES-Verbandsmeldung). Zuletzt mit einem Schreiben an Bundesminister Altmaier im Zuge der Planungen für den kommenden Nachtragshaushalt. Dem ist nun das Bundeskabinett gefolgt und hat entsprechend die Erhöhung der Energieforschungsförderung beschlossen.

Diesen Beschluss begrüßt der BVES und dankt der Bundesregierung, dass sie die aktuelle Gelegenheit zur Rücknahme der Kürzungen genutzt hat. „Ein wichtiges Zeichen der Bundesregierung, sich wieder deutlich für die Unterstützung der innovativen Energieforschung in Deutschland zu entscheiden“, so Dr. Andreas Hauer, Leiter Energiespeicher ZAE Bayern und Präsidiumsmitglied des BVES.

Um im globalen Wettbewerb zu bestehen und dem hohen Innovationsdruck standhalten zu können, braucht es eine stabile Forschungsexzellenz vor Ort. Die haben wir aktuell. Mit der nun wieder erhöhten Finanzierung wird diese Exzellenz für die Aufgaben der Zukunft gestärkt. Von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung im Markt – die breit aufgestellte Forschungslandschaft in Deutschland ist ein gewichtiger Vorteil angesichts der erforderlichen Neugestaltung des Energiesystems zur Realisierung der Energiewende und der angestrebten wirtschaftlichen Erholung.

Dr. Andreas Hauer: „In der aktuellen Phase der Energiewende kommt es maßgeblich auf kreative und zukunftsgerichtete Forschung & Entwicklung zur Integration steigender Anteile erneuerbarer Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz durch Energiespeichersysteme an. Auch Zukunftsthemen wie Sektorenkopplung und Digitalisierung brauchen innovative Speicherlösungen!“

Die Wasserstoffstrategie gibt richtiges politisches Signal für sektorenübergreifende Speichersysteme mit Wasserstoff

Beschluss der nationalen Wasserstoffstrategie ist Bekenntnis zum Auf- und Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur. Für den Einsatz in der Praxis muss jedoch der rechtliche Rahmen angepasst werden.

Der BVES begrüßt den Beschluss der nationalen Wasserstoffstrategie. Auf dieser Grundlage kann das energie- und volkswirtschaftliche Potenzial von grünem Wasserstoff sowie der Sektorenkopplung nun besser erschlossen werden.

Urban Windelen, BVES-Bundesgeschäftsführer: „Mit der Wasserstoffstrategie zeigt die Bundesregierung Flagge für die wichtigen Zukunftstechnologien rund um die Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Wasserstoff. Doch wer ‚H2‘ sagt, muss auch ‚I‘ wie Investitionssicherheit sagen.“

Wesentlich für die erfolgreiche Umsetzung der Strategie in die industrielle Praxis ist nun die Überarbeitung der unpassenden rechtlichen Einordnung von Speichern sowie die Verzahnung mit der EU-Gesetzgebung. Die deutsche Regulatorik bestraft die Nutzung von Strom zur Herstellung von grünem Wasserstoff mit zusätzlichen Steuern und Abgaben. Damit fehlt es weiterhin an der Investitionssicherheit für industrielle Anlagen und die sinnvolle Sektorenkopplung über Power-to-X wird verhindert.

Erst die Anpassung der regulatorischen Rahmenbedingungen schafft die Grundlagen für eine erfolgreiche Entwicklung von Wasserstoff-Geschäftsmodellen. Die Abschaffung von preistreibenden Mehrfachbelastungen für die Kilowattstunde grüner Energie führt zum Ziel, die Nachfrage der Wasserstoff-Anwender aus Industrie sowie den Mobilitäts- und Gebäudebranchen anzureizen. Weiterhin dürfen die Verteilung und der Transport von grünem Wasserstoff im Vergleich zu Erdgas nicht mehr kosten.

„Die industrielle Anwendung von Elektrolyse bleibt weiter schwierig, weil grüner Wasserstoff rechtlich undefiniert und im Gegensatz zu grauem Wasserstoff mit hohen Umlagen und Abgaben belegt ist. Wenn die Bundesregierung den breiten Einsatz von grünem Wasserstoff tatsächlich möchte, muss endlich ein verlässlicher Rechtsrahmen geschaffen werden“, ergänzt Dr. Markus Forstmeier, H-TEC SYSTEMS GmbH und Sprecher der BVES-Fachgruppe Wasserstoff.

 

Die BVES-Positionen zur Wasserstoffstrategie der Bundesregierung und der EU sind über diesen Link erhältlich.

BVES setzt sich erfolgreich für Technologieoffenheit ein: Aufnahme von LMNC-Batterien in Münchner Förderprogramm

Für eine Vielzahl verschiedener Anwendungsmöglichkeiten von Speichersystemen gibt es eine Vielzahl verschiedener Technologien. Als technologieoffener Industrieverband setzt sich der BVES dafür ein, dass die volle Bandbreite der technischen Möglichkeiten für eine erfolgreiche Energiewende zum Einsatz kommt. Es ist daher für den BVES grundsätzlich nicht zielführend, pauschale Unterschiede etwa zwischen den verschiedenen Zellchemien festzulegen.

Die Stadt München beschloss basierend auf einer Kurzstudie des Öko-Instituts vom 30. November 2017 genau das zu tun: Lithium-Nickel-Mangan-Kobaltoxid-Batterien (LNMC) und auch Blei-Batterien waren vom Zugang zu ihrem Förderprogramm Energieeinsparung pauschal ausgeschlossen. Förderfähig waren einzig Lithium-Eisenphosphat (LFP) sowie Salzwasser-Batterien. Damit waren viele Hersteller von Hausspeichern von dem Förderprogramm augeschlossen. Bereits vor der Stadt München hatten auch Förderprogramme für Hausspeicher in Münster als auch in Schönau den pauschalen Ausschluss von LNMC- sowie Blei-Batterien in ihren Förderkriterien.

Die Analyse der Studie des Öko-Instituts und der darin genannten Quellen ergab, dass die Argumente für den Ausschluss bestimmter Zellchemien wissenschaftlich nicht haltbar sind. Eine Einschränkung der Vergabe ist jedoch nur auf Basis sachlicher und fachlicher Gründe möglich. Jede Vergabe durch das Förderprogramm wäre also anfechtbar.

In der Folge konnte insbesondere durch den hohen Einsatz von Thomas Timke, Batterieexperte bei Solarwatt, im wissenschaftlichen Austausch die Quellen der Studie und schließlich das Öko-Institut selbst davon überzeugt werden, ihre Aussagen zurückzuziehen und zu korrigieren. Ein Artikel im pv magazine stellt den Hintergrund der Diskussionen umfassend dar.

Die Intervention des BVES bei der Stadt München unter tatkräftiger Unterstützung seiner Mitglieder war nun erfolgreich: Am 18.03.2020 hat der Münchner Stadtrat beschlossen, den Ausschluss von Lithium-Nickel-Mangan-Kobaltoxid-Batterien (LNMC) im Förderprogramm Energieeinsparung (FES) der Stadt München mit sofortiger Wirkung zu streichen. Im Antrag heißt es: „Der ab dem 01.04.2019 gültige Richtlinientext zum Förderprogramm Energieeinsparung wird dahingehend abgeändert, dass zukünftig auch LNMC-Batterien […] gefördert werden können.”

Seit dem Beschluss sind alle Typen von Lithium-Ionen-Batterien, inklusive LMNC-Batterien, sowie Salz-Batterien zum vollen Satz förderfähig. Einzig Blei-Batterien sind weiterhin ausgeschlossen. Auch hierfür liegen nach Überzeugung des BVES keine sachlichen und fachlichen Gründe vor. Damit ist auch diese Einschränkung der Vergabe letztlich nicht zulässig und zu korrigieren.

Der BVES begrüßt jedoch den Schritt der Stadt München, die Diskriminierung von Technologien beim Zugang zu staatlichen Fördermitteln zurückzunehmen und ermutigt weitere öffentliche Einrichtungen dazu, ihre Programme ebenfalls technologieoffen zu gestalten. Sowohl bei den Förderprogrammen in Schönau als auch in Münster sind entsprechende Änderungen angekündigt.

Innovationsstandort Deutschland sichern – Energieforschung stärken

BVES fordert die drastischen Kürzungen bei den Energieforschungsgeldern im Rahmen des aktuellen Nachtragshaushalts zurückzunehmen.

Mit einem dringenden Appell hat sich der BVES an die Bundestagsabgeordneten im Haushaltsausschuss und im Wirtschaftsausschuss sowie den Bundeswirtschaftsminister gewandt. Ziel ist es, im Rahmen der aktuellen Beratungen des Nachtragshaushalts mit 156 Milliarden Euro wegen der Corona-Krise eine Rücknahme der drastischen Kürzungen bei den Energieforschungsgeldern zu erreichen.

Das Budget für Energieforschung im BMWi wurde zuletzt um 100 Millionen Euro gekürzt. Das entspricht einer Reduzierung der Mittel um 90 Prozent.

„Die massiven Kürzungen sind für den Energieforschungsstandort Deutschland ein herber Rückschlag und bedrohen Forschungseinrichtungen und -institute existenziell“ so der Bundesgeschäftsführer des BVES, Urban Windelen

Energieforschungsprojekte in enger Zusammenarbeit von Forschung und Industrie bilden eine wichtige Grundlage, dem hohen Innovationsdruck der Industrie in den Themenfeldern Energie und Klima zu begegnen und letztlich Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft zu sichern.

Dr. Andreas Hauer, Leiter Energiespeicher ZAE Bayern und Präsidiumsmitglied des BVES ergänzt: „Gerade bei innovativen Themenfeldern wie etwa Energiespeichersystemen oder Wasserstoffanwendungen ist die angewandte Forschung ein wichtiger Partner der Industrie, um gemeinsam die energiesystemischen Herausforderungen zu lösen und letztlich Zukunftsindustrie in Deutschland zu halten.“

Zuletzt wurden selbst aus dem BMWi die Kürzungen als „bedauerlicher Unfall“ bezeichnet und bei der zentralen Sitzung der Energiewende-Plattform Forschung und Innovation mit den führenden Vertretern aus Forschung, Verbänden und Industrie eine Korrektur bei nächster Gelegenheit vorgeschlagen. Mit dem Nachtragshaushalt hat sich nun die Tür geöffnet, die unbeabsichtigten Kürzungen zurückzunehmen und die Gelder wieder in den Haushalt einzustellen. Damit würde die finanzielle Grundlage der Forschungsinstitute gesichert und eine Vielzahl von innovativen Energieforschungsprojekten für das Industrieland Deutschland und der Erfolg der Energiewende angestoßen.

ENERGY STORAGE EUROPE 2020 wird auf den 16. bis 18. März 2021 verschoben

Die ENERGY STORAGE EUROPE 2020 wird wegen der Auswirkungen des Coronavirus/Covid-19 auf den 16. bis 18. März 2021 verschoben. Damit findet sie von Dienstag bis Donnerstag in der 11. Kalenderwoche im kommenden Jahr statt.

Mit dieser konkreten Terminbekanntgabe reagiert die Messe Düsseldorf zeitnah auf die kürzlich kommunizierte Verschiebung der Leitmesse für die globale Energiespeicherindustrie. Diese wurde in Abstimmung mit dem Messebeirat und allen beteiligten Partnern getroffen, um der immer dynamischer werdenden Entwicklungen über eine mögliche Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken.

„Uns ist es sehr wichtig, diesen neuen Termin mitzuteilen, um Planungssicherheit für Aussteller, Besucher und Medien zu gewährleisten“, erklärt Erhard Wienkamp, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf GmbH, und ergänzt: „Unsere Partner können darauf vertrauen, dass wir auch in schwierigen Situationen besonnen und in voller Verantwortung handeln“.

Der BVES – Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. – als der Trägerverband der ENERGY STORAGE EUROPE steht voll und ganz hinter der Entscheidung. „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Messe Düsseldorf den Mut zu diesem Schritt hatte und wir gemeinsam nun auch eine klare Perspektive für 2021 geben können. Planungssicherheit ist ganz im Sinne der Energiespeicherbranche. Die ENERGY STORAGE EUROPE hat unseres Erachtens unter Abwägung aller Vor- und Nachteile umsichtig, besonnen und richtig reagiert“, so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES.

Bestehende Verträge zwischen der Messe Düsseldorf und den Ausstellern behalten auch für den alternativen Termin ihre Gültigkeit. Das Gleiche gilt für bereits gekaufte Besuchertickets. Bei Rückfragen können sich Besucher an folgende Email wenden: ticket@messe-duesseldorf.de

Aus aktuellem Anlass: Die BVES-Geschäftsstelle bleibt erreichbar

Die BVES-Geschäftsstelle ist bis auf Weiteres natürlich weiterhin per Mail und telefonisch für Sie erreichbar:

030 54610 – 630

info[at]bves.de

Urban Windelen

Bundesgeschäftsführer

u.windelen[at]bves.de
Tel.: 030 54610 – 630

Evelyn Erlebach

Assistentin der Geschäftsführung und Leiterin der Bundesgeschäftsstelle

e.erlebach[at]bves.de
Tel.: 030 54610 – 630

Christian Brennig

Leiter Technologien und Standards

c.brennig[at]bves.de
Tel.: 030 54610 – 633

Valeska Gottke

Leiterin Kommunikation und Märkte

v.gottke[at]bves.de
Tel.: 030 54610 – 634

Markus Rosenthal

Leiter Politik und Regulierung

m.rosenthal[at]bves.de
Tel.: 030 54610 – 632

Aktuelle Veranstaltungen, die wir online zur Verfügung stellen, werden intern und über den BVES-Veranstaltungskalender bekannt gegeben: https://www.bves.de/calendar/

BVES legt Branchenzahlen 2019 der Energiespeicherindustrie vor

  • Kontinuierliches Wachstum über alle Technologien
  • Industriespeicher werden größtes Marktsegment
  • Flexibilisierung der Sektorenkopplung kommt im Wärmemarkt an
  • Wachstum verschiebt sich zunehmend aufs Auslandgeschäft
  • Rückständige Regulatorik in Deutschland bremst die innovative Branche deutlich aus

Die BVES-Branchenzahlen 2020 bestätigen die BVES-Marktanalysen der vergangenen Jahre und geben Aussicht auf eine anhaltend positive Marktentwicklung für die Energiespeicherbranche. Die Energiespeicherbranche ist ungebrochen auf Wachstumskurs und verzeichnete im Jahr 2019 einen Umsatz von 5,5 Milliarden Euro und etwa 13.300 Beschäftigte. Das Marktwachstum erstreckt sich über verschiedene Sektoren und Technologien und steigerte sich allein von 2018 zu 2019 um 10%.

Auffallend stark zieht das Marktsegment „Speicher in Industrie und Gewerbe“ an. Speicher werden in Industrie und Gewerbe zunehmend zur unterbrechungsfreien Stromversorgung, zur Notstromversorgung, zum Spitzenlastmanagement, zur Optimierung von Produktionsprozessen, oder zur Dekarbonisierung und Sektorenkopplung eingesetzt. Das Marktsegment Industriespeicher verzeichnet heute bereits trotz sinkender Batteriepreise den zweithöchsten Umsatzanteil mit etwa 1,3 Milliarden Euro und wird zum wichtigsten Marktsegment der Energiespeicherbranche.

Weiterhin lassen sich im Bereich der Industrie bereits erste Effekte des anstehenden CO2-Preises beispielsweise darin erkennen, dass die Nachfrage nach thermischen Speichern stark anzieht. Das Wachstum im Marktsegment „Thermische Energiespeicher“ setzt sich beständig fort und wird angekurbelt durch zunehmend breitere Anwendungsfälle für Wärmespeicher. Weiterhin besteht viel Kraft im wachsenden Heimspeichermarkt, dessen Wachstum vom Treiber E-Mobilität beschleunigt wird. Energiespeichertechnologien spielen eine zunehmende Bedeutung zur Bereitstellung von Flexibilität in Mobilitätsinfrastrukturen, insbesondere zur Bereitstellung von Schnelllademöglichkeiten.

Die insgesamt positive Marktentwicklung verlagert sich zunehmend auf das Auslandsgeschäft. Im heimischen Markt wird die Entwicklung der Zukunftsbranche Energiespeicher durch veraltete regulatorische Rahmenbedingungen begrenzt. Das belegen auch erneut die BVES-Branchenzahlen 2020, die die regulatorischen Bedingungen als dominierendes Markthemmnis für die Geschäfte der Energiespeicherunternehmen identifizieren. Zu den regulatorischen Bedingungen zählen namentlich u.a. die rechtliche Einordnung von Speichern als Verbraucher (d.h. die fehlende Integration von Energiespeichern als vierte Säule des Energiesystems) sowie langwierige Genehmigungsverfahren, Netzanschlussbedingungen mit unpraktikablen Mess- und Abrechnungskonzepten sowie verbreitete Intransparenz der geltenden Regelungen. Der BVES pocht seit Langem darauf, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen dahingehend angepasst werden, dass Speicher rechtlich als vierte Säule des Energiesystems eingeordnet werden. Mit der Umsetzung der EU-Gesetzgebung aus dem sogenannten Winterpaket in nationales Recht bis spätestens 2021, und in diesem Zusammenhang der Einführung der EU-Speicherdefinition, soll die Realisierung der BVES-Forderung zur vierten Säule des Energiesystems erfolgen.

Die Nachfrage nach grünem Wasserstoff steigt, angeheizt von dem hohen Bedarf der industriellen Anwender nach C02-armer Energieversorgung. Dennoch werden Power-to-Gas-Technologien noch nicht im industriellen Maßstab eingesetzt. Der Hauptgrund dafür liegt in den regulatorischen Rahmenbedingungen sowie der fehlenden systemischen Einbindung in die bestehende Infrastruktur. Die BVES-Branchenzahlen 2020 zeigen weiterhin, dass das Fehlen eines konsequent durchgeführten dezentralen Energiesystems die Investitionssicherheit gefährdet und stark markthemmend wirkt.

Urban Windelen, BVES-Bundesgeschäftsführer: „Die technologischen Grundlagen sind gegeben. Einzig die rückständige Regulatorik behindert den breiten, systemdienlichen Einsatz von Energiespeichern vom Kondensator bis zu Wasserstoff. Dabei liegt die Notwendigkeit von Speichern auf der Hand. Es gibt keine andere Möglichkeit, Sonnenstrom in die Nacht zu bringen als mit einem Speicher. Ein Kabel oder auch der europäische Strombinnenmarkt hilft da leider nicht weiter.“

Andreas Moerke, Leiter der ENERGY STORAGE EUROPE: „Als Veranstalter von zahlreichen weltweit führenden Industriegütermessen beobachten wir, dass Industrie, Handel und Landwirtschaft immer besser erkennen, welchen Beitrag Energiespeichersysteme für die Dekarbonisierung der einzelnen Branchen leisten können. Deshalb sind wir als ENERGY STORAGE EUROPE auch Kooperationen mit vier Leitmessen aus dem Düsseldorfer Portfolio eingegangen und davon überzeugt, dass das Wachstum der Energiespeicherbranche sich fortsetzt.“

Jörg Blaurock, 3 Energie Consulting: „Die Energiespeicherbranche ist weiter auf Wachstumskurz und überzeugt dabei mit hoher Innovationsfreudigkeit.“

 

Mehr Informationen zu der aktuellen Marktentwicklung der Energiespeicherbranche erhalten Sie in den BVES-Branchenzahlen 2020 über diesen Link.

 

 

Der BVES – Bundesverband Energiespeichersysteme e.V. veröffentlicht seit 2018 regelmäßig in Zusammenarbeit mit unabhängigen Beratungsunternehmen die BVES Branchenzahlen. Im Jahr 2020 beauftragte der BVES das Beratungsunternehmen 3 Energie Consulting mit der Analyse. In den BVES-Branchenzahlen 2020 geben die volkswirtschaftlichen Daten zur Energiespeicherbranche in Deutschland sowie die Zahlen zu den installierten Technologien und den Märkten einen Rückblick auf die Entwicklung der Energiespeicherbranche in den letzten Jahren und insbesondere auf 2019.

BVES etabliert Dialog zwischen Speicherbranche und Finanzwirtschaft

Mit dem raschen Wachstum der Energiespeicherbranche steigt auch das Interesse der Finanzwirtschaft an diesen Technologien. Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) bündelt nun diese Themen in seinem neu gebildeten Beirat Finanzen unter Mitwirkung führender Unternehmen aus der privatwirtschaftlichen Finanz- und Versicherungswirtschaft. Ein Ziel des Beirats ist es, Energiespeicher als eine eigenständige Assetklasse zu definieren. So werden klare Anforderungen an Investitions-, Finanzierungs- und Geschäftsmodelle für Energiespeicher formuliert. Dabei geht es auch um konkrete Projektunterstützung mit langlaufenden Garantiebedingungen durch die Versicherungswirtschaft.

Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES: „Die deutsche Speicherindustrie hat technologisch im globalen Maßstab einen deutlichen Vorsprung. Es ist entscheidend, dass die Politik auf EU- und Bundesebene die Investitionsbedingungen für Energiespeicher verbessert. Die Verzahnung von Finanzwirtschaft und Speicherindustrie wird die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Speicherindustrie deutlich stärken“. Er erläutert weiter: „Die Politik muss die richtigen Rahmenbedingungen setzen. Die Industrie braucht Verlässlichkeit, dann wird investiert. Somit braucht es ein neues Energiekonzept mit einer klaren Speicherdefinition sowie der Einführung eines wirksamen CO2-Preises mit einer verlässlichen zeitlichen Staffelung.“

Auch aus Investorensicht ist die Einführung der EU-Speicherdefinition in deutsches Recht eine Kernfrage. Auf EU-Ebene wird der Speicher als Zeitpuffer definiert, der nicht doppelt mit staatlichen Abgaben, Umlagen und Steuern belegt werden darf.

Der staatliche Kostenanteil für Energie aus Speichern in Deutschland behindert nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie; sie verhindert auch, dass Investitionen in Innovationen ausgelöst werden. In Deutschland gelten Speicher als Letztverbraucher von Energie und müssen in der Regel staatliche Kosten doppelt tragen. Gerade für den Langzeitspeicher Wasserstoff und die Sektorenkopplung bedeutet dies eine erhebliche Kostenbelastung.

Die Finanzmärkte orientieren sich zunehmend an nachhaltigen Modellen, die den Klimaschutz fördern sollen, anstatt ihn zu behindern. Die „EU Green Deal“-Initiative stärkt die Rolle der Finanzbranche bei der Entwicklung klimaneutraler Geschäftsmodelle. Der Dialog zwischen Unternehmen aus der Speicher- und Finanzbranche gewinnt somit weiter an Bedeutung.