BVES-Appell „Der Green Deal gelingt nur mit Energiespeichern“

Energiespeicherbranche veröffentlicht Appell anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands

Deutschland übernimmt im Juli 2020 die EU-Ratspräsidentschaft. Daher heißt es, mit gutem Beispiel voranzugehen, und die Umsetzung europäischer Richtlinien nicht zu verzögern.

Die Erneuerbare-Energien Richtlinie II sowie die Elektrizitätsbinnenmarkt-Richtlinie stehen zur Übernahme in das deutsche Energierecht an. Der BVES setzt sich für eine schnelle 1:1 Umsetzung der Richtlinien ein, um das Energiesystem für die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen zu ertüchtigen. Dies gilt insbesondere für die Rahmenbedingungen von Energiespeichern. Neben den bisherigen drei Säulen des Energiesystems Erzeugung, Transport und Verbrauch ist die Speicherung von Energie nun als viertes, aktives Element zu übernehmen. Energiespeicher weiterhin als Letztverbraucher zu behandeln, behindert ihren Einsatz. Ohne Speicher keine Sonnenenergie in der Nacht und keine Windenergie in der Flaute.

Die EU entwickelt bereits den Green Deal. Durch die Corona-Krise wächst auch in Deutschland die Erkenntnis, dass Innovation, Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen müssen.

Thomas Speidel, BVES-Präsident: „Die EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands ist eine gute Chance, den technologischen Wandel, Wertschöpfung für Arbeitsplätze sowie die Erreichung der Klimaziele konsequent zu vereinen. Es bedarf eines nachvollziehbaren, belastbaren Transformationsplans anstelle von kleinteiligen, interessengetriebenen, fortwährenden Änderungsschnitzereien am Bestand.“

Deutschland hat die richtigen Speichertechnologien und zukunftsweisende Speicheranwendungen entwickelt. Mit diesen Energiespeichern wird die Ausrichtung der Industrie auf Innovation und Klimaschutz ermöglicht. Energiespeicher sind das Element, um die Energiewende auch im Gebäude- und Mobilitätsbereich sowie bei der Systeminfrastruktur mit hoher heimischer Wertschöpfung umzusetzen und gleichzeitig zum Exportschlager zu machen.

Urban Windelen, BVES-Bundesgeschäftsführer: „Energiespeicher müssen mit der Umsetzung des EU-Winterpakets endlich als ‚Speicher‘ anstatt als ‚Letztverbraucher‘ eingeordnet werden. Das ist eine gewichtige Stellschraube, um die bestehenden Einsatzhemmnisse zu beseitigen und ein Konjunkturpaket für die innovative Energiespeicherbranche ohne Subventionsaufwand, bei hoher Wertschöpfung für die heimische Industrie.“

Energiespeicher sind nicht nur Werkzeug für das Energiesystem, sondern gleichzeitig Ermöglicher von Innovation und Klimaschutz am Standort Deutschland sowie zusätzlich eine eigenständige industrielle Wachstumsbranche mit hohem technologischem Vorsprung.

 

Energieforschung stärken bedeutet, Energiewende und Zukunftsfähigkeit des Standort Deutschlands zu stärken

Mit deutlicher Kritik haben die im BVES organisierten Energieforschungsinstitute auf die Kürzungen bei den Energieforschungsmitteln im letzten Bundeshaushalt reagiert. Die Kürzungen bedrohen die Forschungslandschaft in Deutschland in ihrem Bestand. Auch weitere Industriebranchen haben neben dem BVES Kritik an den Kürzungen geäußert, da insbesondere die gemeinsam mit der Industrie durchgeführte angewandte Forschung den Wirtschaftsstandort Deutschland im globalen Wettbewerb stützt und beim grundlegenden Thema Energie und Klimaschutz, Fortschritt und Innovation sichert.

Der BVES setzte sich im Austausch mit Politik und Öffentlichkeit für die Rücknahme der deutlichen Einschnitte bei der Förderung angewandter Energieforschung ein (siehe BVES-Verbandsmeldung). Zuletzt mit einem Schreiben an Bundesminister Altmaier im Zuge der Planungen für den kommenden Nachtragshaushalt. Dem ist nun das Bundeskabinett gefolgt und hat entsprechend die Erhöhung der Energieforschungsförderung beschlossen.

Diesen Beschluss begrüßt der BVES und dankt der Bundesregierung, dass sie die aktuelle Gelegenheit zur Rücknahme der Kürzungen genutzt hat. „Ein wichtiges Zeichen der Bundesregierung, sich wieder deutlich für die Unterstützung der innovativen Energieforschung in Deutschland zu entscheiden“, so Dr. Andreas Hauer, Leiter Energiespeicher ZAE Bayern und Präsidiumsmitglied des BVES.

Um im globalen Wettbewerb zu bestehen und dem hohen Innovationsdruck standhalten zu können, braucht es eine stabile Forschungsexzellenz vor Ort. Die haben wir aktuell. Mit der nun wieder erhöhten Finanzierung wird diese Exzellenz für die Aufgaben der Zukunft gestärkt. Von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung im Markt – die breit aufgestellte Forschungslandschaft in Deutschland ist ein gewichtiger Vorteil angesichts der erforderlichen Neugestaltung des Energiesystems zur Realisierung der Energiewende und der angestrebten wirtschaftlichen Erholung.

Dr. Andreas Hauer: „In der aktuellen Phase der Energiewende kommt es maßgeblich auf kreative und zukunftsgerichtete Forschung & Entwicklung zur Integration steigender Anteile erneuerbarer Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz durch Energiespeichersysteme an. Auch Zukunftsthemen wie Sektorenkopplung und Digitalisierung brauchen innovative Speicherlösungen!“

BVES setzt sich erfolgreich für Technologieoffenheit ein: Aufnahme von LMNC-Batterien in Münchner Förderprogramm

Für eine Vielzahl verschiedener Anwendungsmöglichkeiten von Speichersystemen gibt es eine Vielzahl verschiedener Technologien. Als technologieoffener Industrieverband setzt sich der BVES dafür ein, dass die volle Bandbreite der technischen Möglichkeiten für eine erfolgreiche Energiewende zum Einsatz kommt. Es ist daher für den BVES grundsätzlich nicht zielführend, pauschale Unterschiede etwa zwischen den verschiedenen Zellchemien festzulegen.

Die Stadt München beschloss basierend auf einer Kurzstudie des Öko-Instituts vom 30. November 2017 genau das zu tun: Lithium-Nickel-Mangan-Kobaltoxid-Batterien (LNMC) und auch Blei-Batterien waren vom Zugang zu ihrem Förderprogramm Energieeinsparung pauschal ausgeschlossen. Förderfähig waren einzig Lithium-Eisenphosphat (LFP) sowie Salzwasser-Batterien. Damit waren viele Hersteller von Hausspeichern von dem Förderprogramm augeschlossen. Bereits vor der Stadt München hatten auch Förderprogramme für Hausspeicher in Münster als auch in Schönau den pauschalen Ausschluss von LNMC- sowie Blei-Batterien in ihren Förderkriterien.

Die Analyse der Studie des Öko-Instituts und der darin genannten Quellen ergab, dass die Argumente für den Ausschluss bestimmter Zellchemien wissenschaftlich nicht haltbar sind. Eine Einschränkung der Vergabe ist jedoch nur auf Basis sachlicher und fachlicher Gründe möglich. Jede Vergabe durch das Förderprogramm wäre also anfechtbar.

In der Folge konnte insbesondere durch den hohen Einsatz von Thomas Timke, Batterieexperte bei Solarwatt, im wissenschaftlichen Austausch die Quellen der Studie und schließlich das Öko-Institut selbst davon überzeugt werden, ihre Aussagen zurückzuziehen und zu korrigieren. Ein Artikel im pv magazine stellt den Hintergrund der Diskussionen umfassend dar.

Die Intervention des BVES bei der Stadt München unter tatkräftiger Unterstützung seiner Mitglieder war nun erfolgreich: Am 18.03.2020 hat der Münchner Stadtrat beschlossen, den Ausschluss von Lithium-Nickel-Mangan-Kobaltoxid-Batterien (LNMC) im Förderprogramm Energieeinsparung (FES) der Stadt München mit sofortiger Wirkung zu streichen. Im Antrag heißt es: „Der ab dem 01.04.2019 gültige Richtlinientext zum Förderprogramm Energieeinsparung wird dahingehend abgeändert, dass zukünftig auch LNMC-Batterien […] gefördert werden können.”

Seit dem Beschluss sind alle Typen von Lithium-Ionen-Batterien, inklusive LMNC-Batterien, sowie Salz-Batterien zum vollen Satz förderfähig. Einzig Blei-Batterien sind weiterhin ausgeschlossen. Auch hierfür liegen nach Überzeugung des BVES keine sachlichen und fachlichen Gründe vor. Damit ist auch diese Einschränkung der Vergabe letztlich nicht zulässig und zu korrigieren.

Der BVES begrüßt jedoch den Schritt der Stadt München, die Diskriminierung von Technologien beim Zugang zu staatlichen Fördermitteln zurückzunehmen und ermutigt weitere öffentliche Einrichtungen dazu, ihre Programme ebenfalls technologieoffen zu gestalten. Sowohl bei den Förderprogrammen in Schönau als auch in Münster sind entsprechende Änderungen angekündigt.

ENERGY STORAGE EUROPE 2020 wird auf den 16. bis 18. März 2021 verschoben

Die ENERGY STORAGE EUROPE 2020 wird wegen der Auswirkungen des Coronavirus/Covid-19 auf den 16. bis 18. März 2021 verschoben. Damit findet sie von Dienstag bis Donnerstag in der 11. Kalenderwoche im kommenden Jahr statt.

Mit dieser konkreten Terminbekanntgabe reagiert die Messe Düsseldorf zeitnah auf die kürzlich kommunizierte Verschiebung der Leitmesse für die globale Energiespeicherindustrie. Diese wurde in Abstimmung mit dem Messebeirat und allen beteiligten Partnern getroffen, um der immer dynamischer werdenden Entwicklungen über eine mögliche Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken.

„Uns ist es sehr wichtig, diesen neuen Termin mitzuteilen, um Planungssicherheit für Aussteller, Besucher und Medien zu gewährleisten“, erklärt Erhard Wienkamp, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf GmbH, und ergänzt: „Unsere Partner können darauf vertrauen, dass wir auch in schwierigen Situationen besonnen und in voller Verantwortung handeln“.

Der BVES – Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. – als der Trägerverband der ENERGY STORAGE EUROPE steht voll und ganz hinter der Entscheidung. „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Messe Düsseldorf den Mut zu diesem Schritt hatte und wir gemeinsam nun auch eine klare Perspektive für 2021 geben können. Planungssicherheit ist ganz im Sinne der Energiespeicherbranche. Die ENERGY STORAGE EUROPE hat unseres Erachtens unter Abwägung aller Vor- und Nachteile umsichtig, besonnen und richtig reagiert“, so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES.

Bestehende Verträge zwischen der Messe Düsseldorf und den Ausstellern behalten auch für den alternativen Termin ihre Gültigkeit. Das Gleiche gilt für bereits gekaufte Besuchertickets. Bei Rückfragen können sich Besucher an folgende Email wenden: ticket@messe-duesseldorf.de

Aus aktuellem Anlass: Die BVES-Geschäftsstelle bleibt erreichbar

Die BVES-Geschäftsstelle ist bis auf Weiteres natürlich weiterhin per Mail und telefonisch für Sie erreichbar:

030 54610 – 630

info[at]bves.de

Urban Windelen

Bundesgeschäftsführer

u.windelen[at]bves.de
Tel.: 030 54610 – 630

Evelyn Erlebach

Assistentin der Geschäftsführung und Leiterin der Bundesgeschäftsstelle

e.erlebach[at]bves.de
Tel.: 030 54610 – 630

Christian Brennig

Leiter Technologien und Standards

c.brennig[at]bves.de
Tel.: 030 54610 – 633

Valeska Gottke

Leiterin Kommunikation und Märkte

v.gottke[at]bves.de
Tel.: 030 54610 – 634

Markus Rosenthal

Leiter Politik und Regulierung

m.rosenthal[at]bves.de
Tel.: 030 54610 – 632

Aktuelle Veranstaltungen, die wir online zur Verfügung stellen, werden intern und über den BVES-Veranstaltungskalender bekannt gegeben: https://www.bves.de/calendar/

BVES etabliert Dialog zwischen Speicherbranche und Finanzwirtschaft

Mit dem raschen Wachstum der Energiespeicherbranche steigt auch das Interesse der Finanzwirtschaft an diesen Technologien. Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) bündelt nun diese Themen in seinem neu gebildeten Beirat Finanzen unter Mitwirkung führender Unternehmen aus der privatwirtschaftlichen Finanz- und Versicherungswirtschaft. Ein Ziel des Beirats ist es, Energiespeicher als eine eigenständige Assetklasse zu definieren. So werden klare Anforderungen an Investitions-, Finanzierungs- und Geschäftsmodelle für Energiespeicher formuliert. Dabei geht es auch um konkrete Projektunterstützung mit langlaufenden Garantiebedingungen durch die Versicherungswirtschaft.

Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES: „Die deutsche Speicherindustrie hat technologisch im globalen Maßstab einen deutlichen Vorsprung. Es ist entscheidend, dass die Politik auf EU- und Bundesebene die Investitionsbedingungen für Energiespeicher verbessert. Die Verzahnung von Finanzwirtschaft und Speicherindustrie wird die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Speicherindustrie deutlich stärken“. Er erläutert weiter: „Die Politik muss die richtigen Rahmenbedingungen setzen. Die Industrie braucht Verlässlichkeit, dann wird investiert. Somit braucht es ein neues Energiekonzept mit einer klaren Speicherdefinition sowie der Einführung eines wirksamen CO2-Preises mit einer verlässlichen zeitlichen Staffelung.“

Auch aus Investorensicht ist die Einführung der EU-Speicherdefinition in deutsches Recht eine Kernfrage. Auf EU-Ebene wird der Speicher als Zeitpuffer definiert, der nicht doppelt mit staatlichen Abgaben, Umlagen und Steuern belegt werden darf.

Der staatliche Kostenanteil für Energie aus Speichern in Deutschland behindert nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie; sie verhindert auch, dass Investitionen in Innovationen ausgelöst werden. In Deutschland gelten Speicher als Letztverbraucher von Energie und müssen in der Regel staatliche Kosten doppelt tragen. Gerade für den Langzeitspeicher Wasserstoff und die Sektorenkopplung bedeutet dies eine erhebliche Kostenbelastung.

Die Finanzmärkte orientieren sich zunehmend an nachhaltigen Modellen, die den Klimaschutz fördern sollen, anstatt ihn zu behindern. Die „EU Green Deal“-Initiative stärkt die Rolle der Finanzbranche bei der Entwicklung klimaneutraler Geschäftsmodelle. Der Dialog zwischen Unternehmen aus der Speicher- und Finanzbranche gewinnt somit weiter an Bedeutung.

Energiespeicher sind Wegbereiter der systemischen Energiewende. BVES blickt bei Jahrestagung 2019 auf erfolgreiches Jahr zurück und legt die Schwerpunkte für 2020 fest.

Update: Berliner Stromspeicherförderung

Nun hat auch die Berliner Hauptstadt ein Stromspeicherförderprogramm. Der BVES konnte sich frühzeitig als Fachberater in die Programmentwicklung einbringen und befürwortet die technologieoffenen und nachhaltigen Ansätze im Speicherprogramm.

BVES-Geschäftsführer Urban Windelen: „Die Berliner Entscheidung für eine technologieoffene Ausschreibung ist richtig und wichtig. Jede Technologie oder Zellchemie hat eigenständige Anwendungen und individuelle Vorteile. Diese Vorteile durch den expliziten Ausschluss einzelner Technologien zu verhindern, ist nicht zielführend.“ So bemerkt Windelen weiter, dass dieser Fehler jedoch vermehrt auch in Förderprogrammen zu finden sei: „Die Berliner Förderung setzt wichtige Impulse mit der Betonung nachhaltiger Aspekte wie etwa Recycling, systemdienlicher Einsatz und Einbindung der Speicher in die Sektorenkopplung. An derartigen Punkten die Förderung aufzuhängen ist legitim und nachvollziehbar für Anwender und Anbieter.“

Das Förderprogramm sieht eine Zuwendung in Höhe von 300 Euro je kWh nutzbarer Kapazität des Stromspeichersystems vor, wobei die Förderungshöhe auf maximal 15.000 Euro begrenzt ist. Ein zusätzlicher Bonus von 300 Euro ist für ein prognosebasiertes Ladesystem vorgesehen. Speicher zum Einsatz im Lademanagement für Elektromobilität werden dadurch begünstigt, dass sie in ihrer Größenordnung und vom Mindestinstallationsverhältnis abweichen dürfen. Außerdem soll die Verbesserung der Kreislaufströme von Recyclingmaterialien angeregt werden. So sind spezifische Kennzeichnungs- und Recyclinganforderungen entsprechend dem Batteriegesetz (BattG) zu beachten und die Beteiligung des Herstellers an einem geeigneten Rücknahmesystem nachzuweisen.

Interessierte Privatpersonen oder Unternehmen mit Wohnsitz, bzw. Niederlassung in Berlin sollten sich möglichst früh bewerben, da eine hohe Anzahl an Antragstellungen erwartet wird. Zu beachten ist dabei, mit dem Vorhaben nicht vor dem Zeitpunkt der Bewilligung zu beginnen. Insgesamt stehen für das Programm bis Ende 2021 3 Mio. Euro zur Verfügung. Über die Webseite des Berliner Senats erhalten Sie weiterführende Informationen.