BVES begrüßt den unerwartet hohen Zuwachs bei der Windenergie – Notwendigkeit für Speicher steigt

Rekordzubau in der Windenergie übersteigt bei weitem Erwartungen der Bundesregierung, Roadmap der Energiewende von der raschen Technologie-Entwicklung überholt. Bundesverband Energiespeicher (BVES) unterstreicht Bedeutung von Speichern für die Versorgungssicherheit bereits heute und fordert rasche Anpassung der Markteintrittsbedingungen

Berlin, 2. Februar 2015 – Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland neue Anlagen zur Windstromerzeugung an Land mit einer Leistung von 4.750 Megawatt (MW) neu errichtet. Damit wird der im Erneuerbaren Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Zielkorridor deutlich überschritten. Um die stark ansteigende Menge an regenerativ erzeugtem Strom in das Energiesystem zu integrieren und damit die Energiewende erfolgreich umzusetzen, sind der Einsatz von Energiespeichern als eine Flexibilitätsoption und die dafür notwendigen Marktbedingungen unverzichtbar, so die Position des Bundesverbands Energiespeicher (BVES).

Damit der geplante Ausbau der Erneuerbaren – nach den Plänen der Bundesregierung soll der Anteil an der Stromversorgung 2025 40 bis 45 Prozent und 2050 mindestens 80 Prozent betragen – bezahlbar und sicher umgesetzt werden kann, müssen die Instrumente zu ihrer Integration umgehend angepasst werden. Der schleppend vorankommende Netzausbau, der in konservativen Szenarien nach wie vor als kostengünstigste Lösung dargestellt wird, reicht längst nicht mehr aus, wie die Ereignisse der letzten Wochen und Monate gezeigt haben. Immense Kosten für die Einsenkung von erneuerbar erzeugtem Strom und Netzengpassmanagement waren die Folge eines veralteten Marktdesigns, welches der aktuellen Entwicklung nicht mehr Rechnung trägt.

Um die volatilen erneuerbaren Energiemengen effizient und sicher in das Energiesystem zu integrieren, sieht der (BVES) die intelligente Weiterentwicklung des Energiemarktdesigns mit dem Ziel, Anreize für eine Flexibilisierung der Stromerzeugung und des Verbrauchs zu setzen, als zwingende Voraussetzung.

Mit ihrem vielfältigen Angebot systemdienlicher Leistungen (z.B. Spannungshaltung, Blindleistung, Versorgungswiederaufbau, Netzengpass-Management, Momentanreserve, Primär- und Sekundärregelleistung, Minutenreserve) tragen Speicher entscheidend dazu bei, auf lokaler und regionaler Ebene den Netzausbaubedarf und die daraus resultierenden Kosten zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Es fehlt jedoch bisher ein geeignetes Modell, welches Energiespeichern eine ihrem Systemnutzen entsprechende Refinanzierung ermöglicht. Dies muss sich nach Einschätzung des BVES im neuen Energiemarktdesign dringend ändern.

„Speicher leisten mit ihren Systemdienstleistungen und der damit einhergehenden Gewährleistung der Versorgungssicherheit schon heute einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende“ so Prof. Dr. Eicke R. Weber, Präsident des BVES. „Dieser Beitrag muss künftig in Form einer wettbewerblich ermittelten Erlöskomponente einen Wert bekommen. Darüber hinaus müssen Speicher einen diskriminierungsfreien Zugang zum Markt erhalten.“

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des Bundesverband Energiespeicher (BVES) unter www.bves.de
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