PV-Batteriespeicherförderung startet am 1. März

Berlin, 22.2.2016 – Am 1. März startet das neue Programm zur Förderung von PV-Batteriespeichern. Mit 30 Mio. Euro bis Ende 2018 werden so Investitionen in Batteriespeicher, die in Verbindung mit einer PV-Anlage installiert und an das elektrische Netz angeschlossen werden, gefördert. Ziel ist, die Systemdienlichkeit zu stärken und Kostenreduktionen bei den Speichertechnologien stärker abzubilden. So fördert und fordert das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) die stärkere Systemverantwortung der Erneuerbaren Energien sowie eine
systemdienliche Speicherentwicklung bei der Industrie. Das bereits in der Vergangenheit erfolgreiche Förderprogramm wird
somit neu ausgerichtet und zukunftsfähig.

Um Netze zu entlasten und höhere Standards bei Batteriespeichern zu setzen, dürfen geförderte Anlagen künftig lediglich
die Hälfte der Spitzenleistung einer PV-Anlage ins Netz speisen, der Rest kann in der Batterie zwischengespeichert werden. Die
Förderung erfolgt über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit Tilgungszuschüssen für Kredite und wird an die Kostenreduktionen bei den Batteriesystemen angepasst. Das BMWi wird die Entwicklung von Batteriespeichersystemen weiter beobachten und das Speicher-Monitoring über die Laufzeit des neuen Programms hinaus fortführen. Im Rahmen des ausgelaufenen Programms hatte die KfW ein Förderbudget von ca. 60 Mio. Euro für ca. 19.000 Zusagen ausgeschüttet und damit Investitionen in Höhe von ca. 450 Mio. Euro angestoßen.

Nähere Informationen finden Sie unter:
www.speichermonitoring.de

BMWI

Die Förderbekanntmachung wird in den kommenden Wochen in der amtlichen Fassung im Bundesanzeiger veröffentlicht.

 

Energieverbände fordern faire Wettbewerbsbedingungen für Energiespeicher

Berlin, 29. Januar 2016 – Mit einem gemeinsamen Brief fordern BDEW,BEE,
bne, BVES, VDMA und VKU die Politik auf, das Strommarktgesetz zu
nutzen, um einen einheitlichen Gesetzesrahmen für Energiespeicher zu
schaffen. Die Verbände kritisieren, dass sich die wirtschaftlichen
Bedingungen für den Betrieb von Batterien, Pumpspeicherwerken oder auch
Power-to-Gas-Anlagen in den vergangenen Jahren verschlechtert haben.
Insbesondere die Einstufung von Energiespeichern als „Letztverbraucher“
belastet Speicherbetreiber mit Entgelten und Abgaben, was den
wirtschaftlichen Betrieb gefährdet.
Flexibilitätsoptionen wie Speicher sind entscheidend für die Energiewende,
da sie die stark schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien im
Stromsystem schnell ausgleichen können. Aktuell sind aber ausgerechnet
systemrelevante Pumpspeicherwerke von Stilllegung bedroht,
Neubauprojekte werden gestoppt und andere Speichertechnologien wie etwa
Batterien oder Power-to-Gas-Anlagen kommen nur sehr langsam in den
Markt. Ursache für die fehlende Wirtschaftlichkeit von Energiespeichern sind
vor allem die gesetzlich festgelegten Abgaben: Die Speicherung von Strom
wird gleich zweimal mit Netzentgelten belastet. Derzeit fallen Netzentgelte
sowohl für das Beladen des Speichers als auch nach der Ausspeicherung
beim Verbraucher an. Gegen diese Doppelbelastung, die keiner anderen
Technologie auferlegt wird, hatte sich auch der Bundesrat ausgesprochen.
Aus Sicht der Verbände dürfen Speicher deshalb nicht als Letztverbraucher
eingestuft werden.
Die Doppelabrechnung von Netzentgelten benachteiligt Speicher auch
innerhalb Europas: Im europäischen Ausland fallen für Energiespeicher
teilweise keine oder erheblich geringere Netzentgelte an. Ausländische
Speicher haben somit einen Wettbewerbsvorteil. Gleiche
Wettbewerbsbedingungen sind jedoch die zentrale Voraussetzung für einen
gesamteuropäischen Energiebinnenmarkt.
Der Gesetzgeber muss daher das aktuelle Verfahren zum Strommarktgesetz
als Chance nutzen, Energiespeicher rechtlich und ordnungspolitisch sinnvoll
einzustufen und so einen fairen Wettbewerb für Energiespeicher ermöglichen.

Hier finden Sie unsere Stellungnahme als PDF-Dokument:

Für weitere Informationen stehen Ihnen folgende Ansrechpartner zur Verfügung:

BVES – Bundesverband
Energiespeicher e.V.
Miriam Hegner
Oranienburger Straße 15
10178 Berlin
Tel.: +49 30 – 54 610 630
m.hegner@bves.de

BDEW Bundesverband der
Energie- und
Wasserwirtschaft e.V.
Jan Ulland
Pressesprecher
Reinhardtstraße 32
10117 Berlin
Tel.: +49 30 300 199-1160
E-Mail: presse@bdew.de

Bundesverband Erneuerbare
Energie e.V. (BEE)
Irene Beringer
Pressesprecherin
Invalidenstraße 91
10115 Berlin
Tel.: +49 30 275 81 70-16
presse@bee-ev.de

Bundesverband Neue
Energiewirtschaft e.V. (bne)
Karsten Wiedemann
Pressesprecher
Hackescher Markt 4
10178 Berlin
Tel.: +49 30 400 548-18
presse@bne-online.de

Verband Deutscher Maschinen und
Anlagenbau e.V. (VDMA)
Catherine Diethelm
Pressesprecherin Power Systems
Lyoner Straße 18
60528 Frankfurt-Niederrad
Tel.: +49 69 6603 1886
catherine.diethelm@vdma.org

Verband kommunaler
Unternehmen e. V. (VKU)
Stefan Luig
Pressesprecher
Invalidenstr. 91
10115 Berlin
Tel.: +49 30 58580-226
luig@vku.

Das Elektroauto als fahrender Stromspeicher: GP JOULE macht den BVES elektrisch mobil

Reußenköge, 22. Januar 2016 – GP JOULE setzt ein Zeichen für die Elektromobilität: Der Spezialist für Planung, Bau, Betrieb und intelligente Systemintegration erneuerbarer Energien übergab dieser Tage nicht nur vierzehn Mitarbeitern, sondern auch dem Geschäftsführer des Bundesverbandes Energiespeicher e. V. (BVES), Urban Windelen, jeweils einen BMW i3. „Wir freuen uns, dass künftig auch der BVES in Berlin elektrisch unterwegs sein wird“, so GP JOULE-Gründer und Geschäftsführer Ove Petersen. GP JOULE und den BVES verbindet, neben der Tätigkeit von GP JOULE-Mitgründer Heinrich Gärtner im Vorstand des Verbandes, das Bewusstsein für die zentrale Rolle, die Stromspeicher für das Gelingen der Energiewende spielen.

„Energiespeicher sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Energiewende. Die Integration überschüssiger Energie aus Erneuerbaren in den Mobilitätssektor birgt dabei ein enormes Potenzial“, erläutert Windelen. So wie GP JOULE über die Sektorenkopplung und die Nutzung der erneuerbaren Energien im Wärme- und Mobilitätsmarkt smarte Konzepte entwickelt und in den Markt bringt, so setzt sich auch der BVES dafür ein, dass gerade im Alltag gezeigt wird, wie die Verknüpfung von Strom aus Erneuerbaren und Mobilität unkompliziert funktionieren kann.

Als effiziente und klimafreundliche Mobilitätslösung leisten Elektrofahrzeuge einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Denn aktuell geht ein Fünftel des in Deutschland ausgestoßenen CO₂ auf das Konto des Verkehrssektors. Die Batterien der Fahrzeuge eröffnen aber auch ein enormes Potenzial als Stromspeicher und gewinnen so bei der Integration der fluktuierenden Stromerzeugung aus Sonne und Wind in das Stromnetz zunehmend an Bedeutung. Überschüssiger EE-Strom kann auf diese Weise zwischengespeichert und könnte bei Bedarf wieder ins Netz abgegeben werden. Durch eine effektive Sektorenkopplung – also genau der Nutzung von Überschuss-Strom aus Erneuerbaren im Wärme- und Mobilitätsbereich – kann so der entscheidende Schritt von einer reinen Stromwende zu einer echten Energiewende vollzogen werden.

Bundesrat fordert Änderungen im Strommarktgesetz für Speicher

Der BVES begrüßt die frohe Botschaft des Bundesrates zugunsten Energiespeicher und die Aufforderung an die Bundesregierung, die diskriminierenden Rahmenbedingungen endlich anzupassen

Berlin, 22.12.2015 – Ein Speicher ist weder ein Erzeuger noch ein Verbraucher. Die Belastung der Energiespeicher mit Letztverbraucherabgaben ist daher dringend zu beseitigen. Mit dieser Positionierung des Bundesrates in seiner Stellungnahme zum Entwurf des Strommarktgesetzes stimmen die Länder mit einer Kernforderung des BVES überein. Seit Jahren fordert der BVES, Speicher ihrer tatsächlichen Funktion entsprechend im Energiesystem einzuordnen. Energiespeicher sind zeitliches Verzögerungselement und eben nicht Stromerzeuger oder -verbraucher.

Zentrale Forderungen des BVES finden sich in der Stellungnahme wieder 

Weiter verlangt der Bundesrat von der Bundesregierung die Festschreibung einer technologieneutralen und transparenten Behandlung aller Anbieter im Regelenergiemarkt. Damit spricht er sich eindeutig gegen Sonderregelungen für Energiespeicher aus, die im Zuge des EU-Verordnungsverfahrens zum Network Code für Reserveenergie (NC LFCR) immer wieder diskutiert werden.

„Ja, ist denn heute schon Weihnachten?“ kommentiert Urban Windelen Bundesgeschäftsführer des BVES und ergänzt, „unsere zentralen Forderungen finden sich in der Stellungnahme des Bundesrates wieder. Die Länder nehmen sich der drängendsten Probleme des Energiespeichermarktes an und fordern zurecht eine rasche Lösung.“
Auch was Pumpspeicherwerke (PSW) betrifft, haben die Länder offensichtlich verstanden, dass die wirtschaftliche Lage signifikant verbessert werden muss, wenn wir deren notwendigen und systemrelevanten Leistungen weiter nutzen wollen. Im Gegensatz zur Bundesratsinitiative von Mai 2015 umfasst die aktuelle Forderung nach einer Befreiung der PSW von Netznutzungsentgelten nun auch Bestandsanlagen.
BVES-Präsident Prof. Eicke R. Weber: „Der Bundesratsbeschluss bildet eine gute Basis für die Weiterentwicklung und Flexibilisierung des Energiesystems durch Energiespeicher. Nun ist der Bundestag aufgerufen, diese einhellige Positionierung der Länder nicht zu ignorieren, sondern im weiteren Gesetzgebungsverfahren zu berücksichtigen, erklärt Prof. Weber.

Hier finden Sie unsere Stellungnahme als PDF-Dokument:

Seminar: Stationäre Batteriespeicher in regionalen Netzen

Veranstaltungshinweis: Der BVES hält Vortrag über die aktuellen Rahmenbedingungen von Energiespeichern

Berlin, 16. Dezember 2015 – Im Rahmen des Seminars „Stationäre Batteriespeicher in regionalen Netzen“ vom 22. bis 23. Februar 2016 in Regensburg wird Frau Miriam Hegner vom BVES einen Vortrag über die Wirtschaftlichkeit von Energiespeicher halten.

Stationäre Batteriespeicher und deren Anwendung in Stromnetzen spielen bei der Flexibilisierung des Strommarktes eine immer größere Rolle. In 2015 hat die Bundesregierung in ihrem aktuellen Weißbuch erstmals konkrete Vorschläge verfasst, um Netzausbau, Lastmanagement und Speicher, gleichwertig und unabhängig voneinander zu betrachten. Der Bundesverband Energiespeicher hat in seinem Positionspaper zum Grün- und Weißbuch im August 2015 auf die Notwendigkeit und Bedeutung von Speichern hingewiesen. Neben der zeitlichen und räumlichen Entkopplung von Erzeugung und Verbrauch durch bedarfsgerechte Speicherung und Abgabe von Energie, eignen sich Speicher besonders für schnelle und große Leistungsänderungen in positiver wie negativer Richtung ebenso wie zur Teilnahme an klassischen auktionierten Systemdienstleistungen wie dem Regelenergiemarkt.

Das zweitägige Seminar soll grundsätzliches Verständnis für die Komplexität stationärer Energiespeicher vermitteln und den Aufbau eines solchen Systems darstellen. Der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf dem tatsächlichen Betrieb eines Batteriespeichers ins regionalen Netzen. Hierbei werden Heimspeicher, Ortsnetzspeicher und Regelleistungsspeicher ausführlich erklärt. Neben dem Aufbau wird die exakte Betriebsführung und das Management der aufgeführten Speicher dargestellt und erläutert.

http://www.otti.de/veranstaltung/id/stationaere-energiespeicher-in-regionalen-netzen.html

 

EU-Kommission veröffentlicht Network-Code LFCR – 15 Minuten als Präqualifikations-Kriterium gesetzt

Keine verschärften Anforderungen für Batterien – Kommission entscheidet sich für marktwirtschaftlichen Ansatz im Primärregelmarkt

Berlin, 30. November 2015
– Die EU-Kommission hat nun den Network Code on Load Frequency Control & Reserves (NC LFCR) veröffentlicht, der zukünftig die Vorhaltung von Reserveenergie und den Systembetrieb der Stromnetze regeln soll. Entgegen der in den letzten Monaten vom BVES kritisch diskutierten „30- Minuten Regel“ bleibt es im Code bei einer für alle Technologien einheitlich geltenden „15 Minuten-Regel“.

Im Hinblick auf einen fairen und diskriminierungsfreien Regelenergiemarkt setzt die Kommission damit ein enorm wichtiges Signal für die Energiespeicherbranche – so die Position des Bundesverbandes Energiespeicher (BVES). Dies nun auch in Deutschland rasch in die Präqualifikationspraxis umzusetzen, damit die zahlreichen Speicherprojekte dem Regelenergiemarkt schnell zur Verfügung stehen können, ist der nächste wichtige Schritt, so der BVES.
Batteriespeicher erfüllen die notwendigen technischen Anforderungen an die Primärregelenergie in bisher nicht bekannter Qualität. Ein Über- oder Unterschwingen der geforderten Frequenz oder eine verzögerte Lieferung sind nicht gegeben. Zudem wird die Primärregelenergie, um die es in der Diskussion geht, zur schnellen Stabilisierung des Netzes innerhalb von 15 bis max. 30 Sekunden benötigt. Dann greift bereits die Sekundärregelenergie ein, die innerhalb von 5 Minuten voll zur Verfügung stehen muss. Damit ist ein Nachweis von 15 Minuten mehr als ausreichend, um die erforderliche Sicherheit zu liefern.

„Die Kommission entscheidet sich nun zu Recht für eine technologieneutrale und marktwirtschaftliche sowie einheitliche Regelung. Diese ist nun auch zügig in den Markt zu bringen und umzusetzen. Hierzu setzen wir auf einen konstruktiven Austausch mit den Netzbetreibern und der Bundesnetzagentur“ so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES.

BVES zum deutsch-griechischen Austausch im Bereich Erneuerbare Energien und Energiespeicher in Athen

Berlin, 25. 11. 2015 – Am 9. und 10. November nahm der BVES in Athen am Workshop “Islands as test beds for innovative sustainable energy technologies”, organisiert von der „Aegean Energy Agency“ und dem „Network of Sustainable Aegean and Ionian Islands – DAFNI“ in Athen teil, um den aktuellen Stand der Energiespeicher in Deutschland vorzustellen.
Der BVES betonte, dass eine große Bandbreite an Speichertechnologien für die verschiedensten Anwendungen von der Netzstabilisierung bis zur Optimierung des Eigenverbrauchs zur Verfügung stünde. Zahlreiche Projekte seien in Deutschland bereits erfolgreich umgesetzt. So nehmen vor allem Batteriespeicher immer häufiger auch am Regelenergiemarkt teil und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilisierung. Allerdings gebe es auch in Deutschland, ebenso wie in Griechenland, noch keine klare gesetzlich festgelegte Speicherdefinition und kein Vergütungssystem für die systemdienlichen Leistungen der Speicher. Hier bestehe nach wie vor dringender Handlungsbedarf, so der Verband.

Rund 100 Vertreter aus Industrie, Forschung, Politik und Verbänden aus Deutschland und Griechenland diskutierten über die Energieversorgung griechischer Inseln auf Basis erneuerbarer Energien zusammen mit Energiespeichern, Infrastruktur für E-Mobility, intelligenten Netzen sowie öffentlicher Straßenbeleuchtung. Schirmherr der Veranstaltung war die Friedrich-Ebert-Stiftung.

Im Bereich der Energiespeicher waren sich die Teilnehmer einig, dass es aus technologischer Sicht keinerlei Barrieren gibt. Viele Speichertechnologien haben den Status der Marktreife schon längst erreicht. Defizite gäbe es allerdings unter anderem bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen und rentablen Geschäftsmodellen – die hier bestehenden Unsicherheiten machten es auch schwierig, Investoren für Speicherprojekte zu finden, so ein Fazit des Workshops.

Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung

 

 

Stellungnahme zum Leitfaden zur Eigenversorgung der Bundesnetzagentur (BNetzA)

19. November 2015 – Zum Leitfaden der Bundesnetzagentur zur Eigenversorgung nimmt der BVES Bundesverband e.V. wie folgt Stellung und bittet um Berücksichtigung.

Energiespeicher brauchen eine einheitliche gesetzliche Definition

Der BVES begrüßt, dass die Bundesnetzagentur sich in ihrem Leitfaden des Themas
Eigenversorgung angenommen hat und in dem ausführlichen Leitfaden zu §61 EEG 2014 auch
die Rolle von Speichern in der Systematik des Ausgleichsmechanismus und bei der
Eigenversorgung adressiert. Dies unterstreicht die Bedeutung, die die Speichertechnologie
bereits hat und die ihr für das Gelingen der Energiewende zukommen wird. Allerdings sieht der BVES Nachbesserungsbedarf bei folgenden Punkten des Leitfadens:

1. Definition von Energiespeichern als vierte Säule des Energiesystems und Entfallen
der EEG-Umlage auf Erzeugungsanlagen sowie der Letztverbraucherabgaben
a) EEG-Umlage für Stromerzeugungsanlagen

Unter Ziff. 4.1.2 der Stellungnahme führt die BNetzA an, dass es sich bei einem Stromspeicher
um eine Stromerzeugungsanlage im Sinne des § 5 Nr. 12 und § 61 EEG 2014 handelt, da
aufgrund der „Ausspeicherung“ Strom erzeugt würde. Jedoch erkennt der BGH gerade im auf
Seite 19 zitierten Urteil, dass es unterschiedliche Speichertechnologien geben kann, die
angesichts der energiewirtschaftlichen Bewertung auch eine andere rechtliche Behandlung
zulassen. Wörtlich führt der BGH unter Rn 16 der Begründung aus: „Entgegen ihrer Auffassung
wird die in einem Pumpspeicherkraftwerk angewandte Speichertechnologie gegenüber anderen
Speichertechnologien durch diese Auslegung nicht systemwidrig diskriminiert. Vielmehr werden
lediglich unterschiedliche Sachverhalte ihrer jeweiligen Natur entsprechend verschieden
behandelt und berücksichtigt, dass das Pumpspeicherkraftwerk Energie nicht im eigentlichen
Sinne speichert, sondern über den Verbrauch von Elektrizität neuen Strom erzeugt.“ (BGH, Urt.
V. 17.11.2009 – Az.: EnVR 56/08, abgedruckt in: NVwZ-RR 2010, 431 (433)).
Auch sah der Gesetzgeber im Rahmen des Gesetzgebungsprozesses die Notwendigkeit, dass ggf.
Stromspeicher anders zu behandeln sein könnten, und griff hierzu folgendes wörtlich in der
Begründung zur Bestimmung des Letztverbrauches nach § 5 Nr. 24 EEG 2014 auf:
„Der Koalitionsvertrag legt fest, dass die Letztverbrauchereigenschaft von Speichern überprüft
werden soll. Dieser Prüfprozess ist noch nicht abgeschlossen. Die Ergebnisse dieses
Prüfprozesses werden durch die Aufnahme einer Definition des Letztverbraucherbegriffs im EEG
nicht vorweggenommen. Gegebenenfalls wird die Definition nach Abschluss der Prüfung
angepasst.“ (BT-Drs. 18/1304, S. 115).
Vor diesem Hintergrund halten wir die Definition, Speicher seien als Stromerzeugungsanlagen
zu behandeln und somit zur Zahlung der EEG-Umlage verpflichtet, in 4.1.2 des Leitfadens für
rechtlich nicht haltbar.

Darüber hinaus wäre mit der Definition als Erzeugungsanlage eine Vergütung für netzdienliche
Leistungen, die im zukünftigen Strommarktdesign mit der stark zunehmenden Einspeisung von
erneuerbaren Energien signifikant an Bedeutung gewinnen werden, erschwert. Nach aktuell
gültigen Normen erbringen bisher Erzeugungsanlagen diese Leistungen kostenlos. Mit der
Definition von Energiespeichern als Erzeugungsanlagen besteht die Gefahr, dass zukünftig auch
den systemdienlichen Leistungen von Speichern, die flexibel, kostengünstig und klimaschonend
sowie in bisher nicht bekannter Qualität erbracht werden können, kein gesonderter Wert
zugestanden wird. Dies würde den Einsatz von modernen und systemrelevanten
Energiespeichersystemen nachhaltig behindern.

b) Letztverbraucherabgaben

Speicher werden bis heute mit Letztverbraucherabgaben belegt, obwohl sie die Energie gerade
nicht verbrauchen, sondern dem System mit einer zeitlichen Verzögerung wieder zur Verfügung
stellen. Speicher sind daher keiner der drei Säulen „Erzeugung“, „Verbrauch“ und „Transport“
zuzuordnen, sondern stellen eine eigenständige vierte Säule im Energiesystem dar. Von einem
„Letztverbrauch“ des Stroms zu sprechen und hierauf die Letztverbraucherabgaben zu stützen,
ist nicht sachgemäß. Dies bezieht sich ebenfalls auf Elektromobile, die keinesfalls grundsätzlich
als Letztverbraucher eingestuft werden sollten. Auch sie können als Speicher eingesetzt
werden und netzdienlich Strom aus dem Netz nehmen und später wieder einspeisen. Darüber
hinaus gilt dies in besonderer Weise auch für elektrochemische Speicher, die z. B. durch
Wasserelektrolyse Strom in Wasserstoff umwandeln, diesen im Wärme- oder Mobilitätsmarkt
nutzbar machen und damit wesentlich zur Dekarbonisierung dieser Sektoren beitragen können.
Energiespeicher sollten in einem ersten Schritt einheitlich gesetzlich definiert werden.
Mit der Aufstellung einer vierten Marktsäule „Energiespeicher“ wäre die Diskussion um die
Letztverbraucherabgaben, wie bereits im Koalitionsvertrag thematisiert, eindeutig geklärt.
In jedem Fall bedarf es zumindest einer gesetzlichen Klarstellung in den betreffenden
Vorschriften (§ 118 Abs. 6 EnWG sowie Regelungen im EEG, im KWK-G, der StromNEV u.a.),
dass Speicher keine Letztverbraucher und daher nicht mehr mit Letztverbraucherabgaben zu
belasten sind.
In diesem Sinne sehen wir folgenden Änderungsbedarf bei § 5 Begriffsbestimmungen des EEG
2014, Absatz 24: „Letztverbraucher“ jede natürliche oder juristische Person, die Strom
verbraucht, also nicht zum Zweck der Zwischenspeicherung an einen elektrischen,
chemischen, mechanischen oder physikalischen Stromspeicher leitet.

 

 

Faire Bedingungen für Energiespeicher am Regelenergiemarkt in Sicht

Keine verschärften Präqualifikations-Kriterien für Energiespeicher im Network-Code LFCR der EU – „30 Minuten-Kriterium“ voraussichtlich vom Tisch – Rasche Anpassung der Präqualifikationspraxis in Deutschland notwendig.

Berlin, 22. Oktober 2015 – Nach aktuellen Informationen des BVES hat die EU-Kommission den Network Code on Load Frequency Control & Reserves (NC LFCR), der zukünftig die Vorhaltung von Reserveenergie und den Systembetrieb der Stromnetze regelt und im November veröffentlicht werden soll, in entscheidenden Punkten abgeändert. Insbesondere die ursprünglich vorgesehenen 30 Minuten als zeitliches Kriterium der Leistungserbringung speziell für Batteriespeicher wurde zugunsten einer einheitlichen 15 Minuten-Regel ausgetauscht.

Der Bundesverband Energiespeicher beurteilt diese sich abzeichnenden Entwicklungen im NC LFCR als ein enorm wichtiges Signal für die Energiespeicherbranche – ist es doch eine Kernforderung des Verbands, den Regelenergiemarkt technologieneutral und diskriminierungsfrei zu gestalten. „Nur für alle Teilnehmer einheitliche und eindeutig definierte Regelungen der notwendigen technischen Anforderungen für das Regelenergiesystem bewirken einen gleichberechtigten Regelenergiemarkt, ermöglichen fairen Wettbewerb und öffnen den Markt für neue und zukunftsfähige Technologien wie Energiespeicher.“ kommentiert Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES.

Seit Monaten war die Präqualifikation für Energiespeicher zur Teilnahme am Regelenergiemarkt eines der drängendsten Themen der Branche. Mit der sich nun abzeichnenden Regelung im NC LFCR folgt die EU-Kommission den Sachargumenten für eine grundsätzlich geltende 15 Minuten-Regel und den rechtlichen Bedenken gegen eine Sonderregelung für Batteriespeicher. Damit entscheidet sich die Kommission zu Recht für einen einheitlichen marktwirtschaftlichen Ansatz, so der BVES.

Gerade Batteriespeicher erfüllen die notwendigen technischen Anforderungen an die Primärregelenergie in bisher nicht bekannter Qualität. Ein Über- oder Unterschwingen der geforderten Frequenz oder eine verzögerte Lieferung sind nicht gegeben. Zudem wird die Primärregelenergie, um die es in der Diskussion geht, zur schnellen Stabilisierung des Netzes innerhalb von 15 bis max. 30 Sekunden benötigt. Dann greift bereits die Sekundärregelenergie ein, die innerhalb von 5 Minuten voll zur Verfügung stehen muss. Vor diesem Hintergrund lässt sich das zunächst geplante Erfordernis einer notwendigen Leistungserbringung von 30 Minuten nicht aufrechterhalten.

Der BVES fordert nun eine rasche Anpassung der Präqualifikationspraxis auch in Deutschland, damit die zahlreichen Speicherprojekte dem Regelenergiemarkt schnell zur Verfügung stehen können.

Flexibilität mit Speichern statt langer Leitung

Zusatzkosten für Erdkabel werden auf bis zu 8 Milliarden Euro geschätzt – BVES: Speicher gewährleisten Versorgungssicherheit weitaus flexibler und kostengünstiger – auch Monopolkommission fordert Alternativen zum Netzausbau

Berlin, 09. Oktober 2015 – Der verabredete Vorrang für Erdkabel beim Bau der großen Stromtrassen, die zukünftig vor allem Windstrom von Nord nach Süd transportieren sollen, wird laut einer aktuellen Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums zusätzliche Kosten drei bis acht Milliarden Euro verursachen. Die Mehrkosten müssen die Stromkunden über die Netzentgelte bezahlen. Dezentrale Lösungen mit Energiespeichern, die effizienter und schneller zu realisieren sind, könnten stattdessen sehr viel kostengünstiger und flexibler die Einspeisung großer Mengen an erneuerbaren Energien ermöglichen, ohne die Netze zu belasten, so die Position des Bundesverbandes Energiespeicher (BVES).
„Wir würden uns hier eine sehr viel offenere Diskussion wünschen, die alle Lösungen betrachtet und eine vorurteilsfreie Kosten-Nutzen-Rechnung ermöglicht.“ so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES. „Ein gezielter Einsatz von Stromspeichern, vor allem auf Verteilnetzebene, kann den Netzausbau bei gleichbleibender Versorgungssicherheit massiv verringern.“
Aktuelle Speichersysteme erreichen zügig ihre Genehmigungen zur Errichtung und ermöglichen es, schnell, flexibel und mit geringen Umweltauswirkungen auf den weiteren Ausbau von Erneuerbaren Energien zu reagieren, wohingegen die geplanten Stromautobahnen lange überdimensioniert sein werden, da ihre Auslegung die weit in der Zukunft liegenden Ausbaustufen der Erneuerbaren mit berücksichtigt.
Auch die Monopolkommission spricht sich in ihrem aktuellen Sondergutachten „Energie 2015: Ein wettbewerbliches Marktdesign für die Energiewende” dafür aus, Alternativen zum Netzausbau intensiver zu prüfen als dies bisher der Fall ist. Zudem sollte der Netzausbau nicht darauf ausgelegt werden, dass auch die selten auftretende theoretische Maximaleinspeisung erneuerbarer Energien übertragen werden kann.
„Die stärkere Flexibilisierung der Stromerzeugung und des Verbrauchs ist ein Kernpunkt für die zukünftige Gestaltung des Energiemarktes. Energiespeicher spielen bei dieser Flexibilisierung eine wichtige Rolle, die sie jedoch nur einnehmen können, wenn die Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden. Speicher brauchen einen diskriminierungsfreien Marktzugang!“ fasst Windelen die Situation zusammen.