Sicherheit ist Basis für erfolgreiche Speicher-Projekte

BVES veröffentlicht umfangreichen Brandschutz-Leitfaden für Lithium-Ionen Großspeichersysteme.

Ein nachhaltiger und wachsender Technologieeinsatz basiert auf zuverlässigen Produkten sowie planungssicheren und fachlich akzeptierten Anforderungen. Um die breite und gleichzeitig sichere Anwendung von Lithium-Ionen Großspeichern zu unterstützen, der Genehmigungspraxis eine fachliche Basis zu geben und das Fundament der wachsenden Branche weiter zu verstärken, hat der BVES mit Fachpartnern den ersten Leitfaden für Brandschutz bei Lithium-Ionen Großspeichersystemen erarbeitet.

Urban Windelen, Geschäftsführer von BVES: „Der BVES-Leitfaden ist ein wichtiger Schritt, nicht nur für den richtigen Betrieb von Lithium-Ionen Großspeichersystemen sondern auch für den sicheren Umgang mit diesen Anlagen durch Sicherheitskräfte, Planer und Anwender. Als Branchenverband ist es uns ein besonderes Anliegen, den langfristigen Marktzugang zu ermöglichen. Hierzu definiert der BVES-Leitfaden eine neue und stabile Grundlage.

Bereits heute finden Lithium-Ionen Großspeichersysteme weltweit breite Anwendung in der Industrie sowie der Energie-Infrastruktur. Mit der zunehmenden Umstellung auf erneuerbare Energien wächst die Bedeutung von Energiespeichern weiter deutlich an. Der effektive Einsatz von Speichern wird aktuell jedoch häufig durch Fehlinformationen zu Technologie und Umgang sowie durch unterschiedliche Genehmigungsanforderungen gehemmt.

Diese Wiedersprüche sollen nun mit dem Leitfaden beseitigt werden. Das Dokument hat das  Ziel, etwa für Planer, Bauherren, Einsatzkräfte, Versicherungen und Genehmigungsstellen einen einheitlichen Informationsstand zu sichern. Im Fokus der Publikation stehen aktuelle Informationen zu Gefahren, bauliche, anlagentechnische und organisatorische Schutzmaßnahmen sowie Hinweise zur Risikobewertung für Versicherer. Das Dokument bietet auch Aufklärung für Einsatzkräfte, wie z.B. Empfehlungen geeigneter Löschmittel und Löschsysteme sowie Taktiken zur Brandbekämpfung.

In die Erstellung eingebunden waren Experten aus relevanten Bereichen wie dem Deutschen Feuerwehr Verband, agbf Bund (Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren auf Bundesebene), GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.), VdS Schadenverhütung GmbH, DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung), BG ETEM (Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse).

Der Brandschutz-Leitfaden steht auf der Webseite des BVES zum Download bereit. soll in den nächsten Jahren bei Bedarf angepasst und weiterentwickelt werden.

BVES veröffentlicht eine Stellungnahme zum Entwurf der EltBauVO

Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. begrüßt alle Bemühungen, welche die Sicherheit von Energiespeicheranlagen gewährleisten. Jedoch erreicht der vorliegende Entwurf dies nur bedingt. Der BVES sieht die in der Synopse aufgeführte pauschale Begründung für die Aufnahme von Energiespeichern in die EltBauVO ausgesprochen kritisch. Die Notwendigkeit für gesonderte Maßnahmen über eine erhöhte Gefahr durch Energiespeicheranlagen zu begründen, würde zukünftig weitere unbegründete bauordnungsrechtliche Einschränkungen für Energiespeicheranlagen mit sich bringen. Dies würde die Möglichkeiten der Nutzung erneuerbarer Energien in Verbindung mit Energiespeichern stark einschränken.

Die ausführliche BVES-Stellungnahme ist über den Link einsehbar:

BVES veröffentlicht Sicherheitshinweise für Stromspeicher mit Hochwasserschäden

Angesichts der weitgehenden Zerstörung der Infrastruktur in den Überschwemmungsgebieten wurden auch Stromspeicheranlagen überflutet und beschädigt. Vor diesem Hintergrund veröffentlicht der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) Sicherheitshinweise zum Umgang mit Stromspeichern mit Wasserschäden.

Diese Anweisungen richten sich an alle Organisationen, Unternehmen und Haushalte, die eine Stromspeicheranlage besitzen und die  durch Überflutungen oder Wassereinbrüche beeinträchtigt oder physisch beschädigt worden ist.

Urban Windelen, Geschäftsführer des BVES: „Die Speicherbranche nimmt Verantwortung wahr und setzt sich dafür ein, dass die Gefährdung der Benutzer minimiert und die Kontaminierung der Umwelt durch beschädigte Geräte vermieden wird. Die Hinweise des BVES bauen auf unseren langjährigen Erfahrungen im Bereich der Speichersicherheit auf. Sie versorgen Anwender und Einsatzkräften mit einfachen und klaren Informationen zur Absicherung von Anlagen.“

Der BVES rät Anwendern dringend dazu, bei Beschädigung und Überflutung von Speichern umgehend die zuständigen Einsatzkräfte zu informieren. Es sollte keineswegs versucht werden, die Speicher selbst wieder in Betrieb zu nehmen.

Urban Windelen: „Wir hoffen, dass die Veröffentlichung und die Verbreitung dieser Hinweise hilft, Gesundheits-, Sach- und Umweltschaden zu verhindern und den Einsatzkräften vor Ort eine praktische Unterstützung zu ihrer Arbeit bietet.

Die Sicherheitshinweise stehen auf der Website des BVES zum Download bereit. Für Rückfragen steht der BVES als Branchenverband gerne zur Verfügung.

BVES: Das neue EU-Klimapaket ist ein großer Schritt in Richtung Energiewende

Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) begrüßt Fit for 55-Paket der EU-Kommission und das EU-Ziel bis 2050 klimaneutral zu werden.

Urban Windelen, Geschäftsführer des BVES:  „Das Paket Fit for 55 zeigt den Weg auf, wie die Klimaziele in Europa erreicht werden sollen. Das neue Prinzip der EU ist es Investitionen in Innovationen voranzubringen. Kohlenstoff wird bepreist und Innovationen prämiert. Fit for 55 gibt wichtige Impulse an Investoren und Industrie“.

Markthochlauf für grünen Wasserstoff

Die Kommission führt ein Zertifikatesystem für grünen Wasserstoff ein, damit bekommt der Zertifikatehandel Wasserstoff einen wichtigen Impuls und macht Investitionen in Wasserstofftechnologien attraktiver. Gestärkt wird damit die Produkt- und Wertschöpfungskette hin zu Power-to-X-Produktlinien und zu langfristigen Speicherlösungen mit Wasserstoff. Der Plan der EU-Kommission bis 2030 im Radius von 150 km mindestens eine Wasserstoff-Tankstelle anzubieten wäre ein Meilenstein für den Aufbau des Wasserstoffmarktes.

Überarbeitung der Erneuerbare Energien Richtlinie (RED II)

Die EU hat einen überarbeiteten Entwurf der Erneurbare Energien Richtlinie RED II vorgelegt. Das Ziel ist: Den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 auf bis zu 40 % auszubauen. Dabei konzentriert sich die Kommission erneut auf die Stärkung eines flexiblen und sicheren Energiesystems.

Urban Windelen: „Diese Ziele sind nur durch die Integration von Energiespeichern in das Energiesystem erreichbar. Die Teilnahme von EU-Energiekommissarin Kadri Simpson bei der BVES-Energiespeicherkonferenz ESS zeigt Wirkung und hat geholfen, dass die Bedeutung von Speichern für den EU-weiten Energiemarkt endlich anerkannt wird“.

Klare Ziele für die Ladeinfrastruktur

BVES begrüßt auch die Pläne zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität. In konkreten Zahlen schlägt die EU-Kommission für PKW Folgendes vor:

  • 2025: 300 kW-Ladesäuleninfrastruktur im Abstand von 60 km
  • 2035: 600 kW-Ladesäuleninfrastruktur im Abstand von 60 km

Für E-LKW schlägt die EU-Kommission vor:

  • 2025: 1.400 kW im Abstand von 60 km
  • 2030: 3.500 kW im Abstand von 60 km

Insgesamt plant die EU bis 2030 zwei Millionen Ladestationen zu errichten. Dabei sollen in Stadtzentren und Ballungsräumen ein höheres Leistungsangebot geschaffen werden.

Allerdings sind die Berichte über ein komplettes Verbot des Verbrennungsmotors nicht korrekt. Tatsächlich wirbt die EU-Kommission nur dafür, dass ab 2035 Autos kein CO2 mehr ausstoßen.

Ausbau des Emissionshandels

Der Emissionshandel als marktwirtschaftliches Instrument hat sich bewährt: Aktuell liegt der Preis für eine Tonne CO2-Rechte bei rund 55 Euro – Tendenz steigend. Die EU-Pläne den Emissionshandel auszubauen werden weiteren Industrien einen wichtigen Anstoß zur CO2-Emissionssenkung geben. Bisher gilt das sogenannte Emissions Trading System (ETS) für Energieerzeuger, Industrie und den innereuropäischen Luftverkehr. Neu hinzu kommen soll ein Emissionshandel für Gebäude und Verkehr, der ab 2026 greifen und zunächst parallel geführt wird.

Allerdings hat der Vorschlag der EU-Kommission noch einen langen Weg vor sich, bis die Pläne in Gesetzesform gegossen sind. Regierungen von Mitgliedsstaaten und Mitglieder des Europäischen Parlaments haben bereits Änderungswünsche geäußert, so auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Er kündigte heute an, dass er die Maßnahmen prüfen und ggf. alternative Vorschläge unterbreiten wird.

Energierechtsänderungen aktivieren die Speicher für die Energiewende

BVES begrüßt die EnWG Novelle. Die Doppelbelastung von Speichern nahezu beendet. Mit dem neuen Energierecht ist die Grundlage gelegt: Speichertechnologien spielen nun eine zentrale Rolle im Energiesystem.

Der Bundestag hat heute die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) beschlossen.Der BVES begrüßt das neue Energierecht. Es ermöglicht neue Investitionen und geben zukunftsfähge Impulse für den Einsatz von Energiespeichern im Energiesystem. Die doppelte und mehrfache Belastungen mit Steuern, Umlagen und Abgaben werden weitgehend aufgehoben.

Urban Windelen, BVES Bundesgeschäftsführer: „Jetzt werden Speicher endlich aktiviert! Bei letzter Gelegenheit in dieser Legislatur öffnet sich nun doch noch die Tür für einen systemischen Einsatz sowie den effizienten Multi-Use von Energiespeichern – für ein sicheres, nachhaltiges und kosteneffizientes Energiesystem.“

Sowohl Großspeicher, die nach Ausschreibungen für das Energiesystem im Einsatz sein werden, als auch die über 350.000 kleineren Heim-Speicher in Gebäuden können zukünftig mehrere Dienstleistungen gleichzeitig anbieten (Multi-Use) und marktlich aktiv sein. Doppelte Abgaben, Umlagen und Steuern werden nach der Novelle des Energierechts nicht mehr anfallen.

Multi-Use mit neuen Geschäftsmodellen

Bisher durften Speicher nur Eigenversorgungsleistung erbringen. Anlagen sind nun von dem eindimensionalen Single-Use befreit. Novelle des § 61l EEG nehmen Sie in Zukunft aktiv an den zahlreichen Strommärkten teil. Mit der sogenannten doppelten gewillkürten Vorrangregelung werden diese Speicher wie ein reiner Netzspeicher behandelt.  Damit kommen zwei Zähler zum Einsatz. Die bürokratischen Hürden für das Messkonzept von Multi-Use Speichern entfallen. Mit der Umsetzung des Gesetzes in dieser Form folgt der Gesetzgeber den Vorschlägen des BVES.

Das ursprüngliche Vermarktungsverbot für Großspeicher wurde gestrichen. Voraussetzung ist, dass sie aufgrund einer Ausschreibung oder Vereinbarung mit einem Netzbetreiber betrieben werden. Laut § 11a Abs. 2 EnWG darf ein Speicher auch in den Multi-Use-Modus. Der Vorteil, er nimmt an den Strommärkten aktiv teil; zumindest mit der Leistungsfähigkeit die durch den Netzbetreiber gesetzten Anforderungen übertrifft. Wird die Anlage zeitweise oder dauerhaft nicht für die Erfüllung der Vereinbarung mit dem Netzbetreiber benötigt, dürfen diese zusätzliche Leistung und Arbeit an den Strommärkten veräußert werden. Grundsätzlich nimmt das EnWG damit den Impuls der EU auf, Speicher verstärkt zur Netz-Optimierung einzusetzen. Gleichzeitig wird eine ausgewogene Entscheidungsreihenfolge festgelegt. Der Nachteil bleibt: Die EU-Vorgaben werden nicht 1:1 umgesetzt. Trotz der Verbesserungen führt die Gesetzgebung dazu, dass Deutschland bei der Energiespeicherpolitik einen Sonderweg geht. Statt eines Politikansatzes aus einem Guß droht nun wieder ein europäischer Flickenteppich.

„Unsere Kernforderung – die korrekte Umsetzung der EU-Elektrizitätsbinnenmarkts-Richtlinie in deutsches Recht und damit die Übernahme der höheren Freiheitsgrade für Prosumer und generell für Speicher – ist weitgehend erfüllt.“, so Windelen weiter. „Schade ist, dass es nicht auch die gute Definition von Energiespeicherung ins Gesetz geschafft hat. Damit fehlt weiter die Verankerung von Energiespeicherung als die vierte Säule im Energiesystem neben Erzeugung, Transport und Verbrauch von Energie.“

Der BVES dankt der Bundesregierung, den Bundestagsabgeordneten und Bundesrat sowie den Behörden, etwa  Bundesnetzagentur, für die konstruktiven Diskussionen in den letzten Jahren. Im Ergebnis haben Sie dazu beigetragen, dass die komplexe Regulatorik für Speicher entschlackt worden ist. Weniger Bürokratie bedeutet mehr Investitionen und ein flexibleres Energiesystem.

Urban Windelen: „Endlich können Speicher ihre Stärken auch ausspielen. Die neuen Regelungen im EnWG und EEG sind ein Meilenstein für das Multifunktionswerkzeug Energiespeicher. Noch sind nicht alle Hürden entfernt und Schlaglöcher ausgeglichen, etwa bei der Sektorenkopplung und Technologien wie Pumpspeichern oder Wasserstoff, doch ein Anfang ist endlich gemacht und Speicher werden nicht mehr länger an der Marktteilnahme behindert.“

Die Speicherbranche stärkt und bündelt ihre Kräfte

Regionaler Speichersystemverband StoREgio e.V. verschmilzt auf BVES e.V.

Unter dem Motto „Stärken stärken“ haben der BVES Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. sowie StoREgio Energiespeichersysteme e.V. jeweils beschlossen, ihre Verbände zu verschmelzen. Die Mitgliederversammlungen haben dem Zusammenschluss mit überwältigender Mehrheit zugestimmt.

Thomas Speidel, BVES Präsident: “Flexibilität durch Speicher ist unerlässlicher Teil des künftigen Energiesystems. Es ist schön zu sehen, wie sich hierzu in Politik und Energiewirtschaft zunehmend eine stabile Mehrheitsmeinung bildet. Es gilt, die Kräfte weiter zu bündeln. Daher ab jetzt gemeinsam und nicht nur eng verbunden: BVES und StoREgio verschmelzen im BVES und stehen mehr denn je als verlässlicher und kompetenter Partner für Politik und Wirtschaft zur Verfügung.“

Die Verschmelzung führt zu einer Erweiterung und Stärkung der Mitgliederbasis und fördert die Verankerung des Themas Energiesspeichersysteme in Anwenderindustrien sowie bei Stadtwerken und Netzbetreibern unter dem gemeinsamen Dach BVES. Gleichzeitig bleiben die guten regionalen Verbindungen von StoREgio. auch beim BVES als Regionalnetzwerk erhalten – für eine noch stärkere und nachhaltigere Interessenvertretung auf regionaler, Bundes- und EU-Ebene.

Urban Windelen, BVES Bundesgeschäftsführer: „Mit der Verschmelzung von StoREgio und BVES vereinigen sich zwei leistungsstarke Organisationen. Die jeweiligen besonderen Stärken der Einzelverbände werden nun zukunftsfähig zusammengeführt. Es setzt ein starkes Signal und ist ein wichtiger Schritt zu einer Verstärkung der Speicherbranche. Gemeinsam können wir die Interessen der wachsenden Branche noch effektiver vertreten und noch stärkere Impulse setzen.“

Die StoREgio GmbH – bisherige Projekttochter von StoREgio e.V.  – übernimmt zukünftig die gleichen Aufgaben nun für die Dachorganisation BVES. Die Projektexpertise der StoREgio GmbH rund um den Geschäftsführer Dr. Peter Eckerle, steht damit zukünftig auch allen BVES Mitgliedern zur Verfügung, um bei der Vorbereitung, Antragstellung und Durchführung von Projekten zu unterstützen und zu beraten.

Ralf Klöpfer, Vorstandsvorsitzender StoREgio e.V.: „Mit diesem Zusammenschluss auf Augenhöhe bündeln wir die Expertise beider Verbände zum Nutzen aller Mitglieder. Die Stärken von StoREgio und BVES ergänzen sich sehr gut. Ich freue mich persönlich auf die kommende, dann gemeinsame Arbeit für eine erfolgreiche Energiewende.

Die Verschmelzung der beiden Vereine soll nun bis zum Herbst vollendet werden, um dann auf der ersten gemeinsamen Ordentlichen Mitgliederversammlung im November 2021 auch den vereinigten Vorstand zu wählen.

Projekt DABESI gestartet: Branchenakteure bündeln Know-how zur Optimierung von Energiespeichersystemen für Industriebetriebe

DABESI: Datengetriebene Auslegung und Betriebsführung von dezentralen Elektrischen Speichern in produzierenden mittelständischen Industriebetrieben

Die Projektpartner Fraunhofer ISE, Solandeo GmbH, EDF Distributed Solutions GmbH und der BVES Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. erarbeiten im BMWi-geförderten Projekt „DABESI“ unter der Konsortialleitung der Ernst Knoll Feinmechanik GmbH Lösungen zur besseren Integration von Energiespeichersystemen in der Industrie. „DABESI“ steht für „Datengetriebene Auslegung und Betriebsführung von dezentralen Elektrischen Speichern in produzierenden mittelständischen Industriebetrieben“.

Energiespeichersysteme bieten eine Vielzahl an Optionen zur verbesserten Integration von erneuerbaren Energien sowie zur Hebung der Energieeffizienz, sodass eine stabile und gleichzeitig grüne Energieversorgung ermöglicht wird. Speziell im Bereich der Industrie ist das Potenzial  zur CO2-Reduktion durch den Einsatz von Energiespeichern enorm. Die Identifikation und Realisierung von Optimierungspotenzialen in diesem Segment ist gerade für kleine und mittelständische Unternehmen noch eine Herausforderung. Die individuellen Produktionsprozesse sowie energetischen Anforderungen, die variierenden unternehmerischen Rahmenbedingungen und auch die zahlreichen sowie komplexen regulatorischen Vorgaben erschweren noch die Integration von Energiespeichern.

Hier setzt das Projekt „DABESI“ an und hat sich zum Ziel gesetzt, die betriebswirtschaftliche Optimierung des Stromverbrauchs in mittelständischen Industriebetrieben durch den Einsatz von Speichersystemen zu erleichtern. Hierfür sollen Dimensionierung und Betrieb unterschiedlicher Speichertechnologien für relevante Anwendungsfälle untersucht und der Einsatz dieser Speicher unter Berücksichtigung unternehmensspezifischer Lastgänge optimiert werden.

In fünf aufeinander aufbauenden Projektphasen werden Methoden der Messdatenanalyse, Modelle zur Speicherdimensionierung, selbstlernende Regelalgorithmen („Künstliche Intelligenz“) für Speicherbetrieb und skalierbare Speichersystemarchitekturen untersucht, entwickelt und anschließend in ausgewählten Industriebetrieben installiert und erprobt.

Nach Sammlung der für eine betriebswirtschaftliche Bewertung der Anwendungsfälle notwendigen Messdaten werden – mit Hilfe künstlicher neuronaler Netze (KNN) – Algorithmen zur automatischen Auswahl und Dimensionierung sowie zur Betriebsführung von Speichersystemen entwickelt. Parallel dazu wird der Prototyp eines flexibel einsetzbaren, modularen Hybrid-Energiespeichers entwickelt, der die jeweiligen Vorteile der Lithium- und Redox-Flow-Speichertechnologie vereinbaren soll.

Weitere Informationen sind über die DABESI-Webseite erhältlich unter https://dabesi.de/.

Speicher Flex-Budget: Hausspeicher aktivieren, statt offline halten!

BVES legt Lösung zur Aktivierung der Hausspeicher in Deutschland vor.

Über 300.000 Hausspeicher sind aktuell in Deutschland installiert. Jährlich kommen etwa 100.000 Anlagen hinzu. Das zeigen die Branchenzahlen 2021 des BVES.

Urban Windelen, BVES-Bundesgeschäftsführer: „Der Trend, mit einem Hausspeicher seine PV-Eigenerzeugung zu optimieren, ist ungebrochen. Über die Möglichkeit der Sektorenkopplung, also seinen eigenen Strom für die Heizung im Haus und insbesondere zum Laden des E-Autos zu nutzen, wird diese Entwicklung zudem immer attraktiver.“

Die EU hat diese Entwicklung erkannt und stellt daher den Prosumer in der EU-Strombinnenmarkt-Richtlinie (BMRL) als den zentralen Akteur ins Zentrum des Energiesystems. Ein nachhaltiges und gleichzeitig stabiles sowie kosteneffizientes Energiesystem gelingt nur in Verbindung der Erzeugungsleistung, den Speicherkapazitäten und der hohen Flexibilität der vielen dezentralen Prosumer-Anlagen. Dies gilt EU-weit jedoch insbesondere in Deutschland mit der großen und wachsenden Anzahl an Prosumeranlagen.

„In Deutschland ist jedoch der Prosumer weiterhin offline; von Aktivierung für das System keine Spur. Der dafür eigentlich vorgesehene § 61l EEG ist seit Jahren schon technisch nicht umsetzbar. Eine passende Gesetzesänderung ist aber nicht in Sicht.“, so Urban Windelen.

Mit dem Speicher Flex-Budget legt der BVES nun ein Konzept vor, mit welchem die Hausspeicher für das Energiesystem aktiviert werden und die hohen regulatorischen und politischen Hürden mit einem unbürokratischen sowie pauschalierten Abgabensystem überwunden werden können. Das Speicher Flex-Budget zielt darauf, dem Standardkunden einen unkomplizierten Zugang zu den Energiemärkten zu ermöglichen, ohne jedoch die notwendigen Steuern, Abgaben und Umlagen zu umgehen. Einzig die ungerechtfertigte Doppelbelastung von Speichern wird verhindert sowie technisch nicht umsetzbare Messanforderungen ersetzt.

Urban Windelen: „Es ist höchste Zeit, auf die Entwicklungen zu Dezentralisierung und Digitalisierung endlich zu reagieren. Die aktuelle rechtliche Basis des § 61l EEG ist dafür leider nicht nutzbar. Mit dem Speicher Flex-Budget, von den Experten in den Arbeitsgruppen des BVES erarbeitet, liegt jetzt ein konstruktiver Alternativvorschlag auf dem Tisch. Wir hoffen nun auf eine ebenso konstruktive Aufnahme und Diskussion.“

 

Das BVES-Speicher Flex-Budget ist über diesen Link einsehbar.

 

EnWG-Entwurf: Aufhebung der Doppelbelastung von Energiespeichern jetzt!

Ausschussanhörung bestätigt Notwendigkeit der Rechtsanpassung im Energiewirtschaftsgesetz für Energiespeicher. BVES fordert die richtige Umsetzung der Elektrizitätsbinnenmarkts-Richtlinie.

Die Expertenanhörung im Ausschuss für Wirtschaft und Energie im Bundestag bestätigt den BVES in seinen grundlegenden Forderungen nach Rechtsanpassungen für Energiespeicher. Die Anhörung im Ausschuss belegte einen breiten Konsens der geladenen Experten, nun mit der passenden Definition sowie Übernahme der Regelungen zu Energiespeichern aus der Elektrizitätsbinnenmarkts-Richtlinie (EBM-RL) endlich das große Potential von Energiespeichern für das Energiesystem und für Flexibilität zu aktivieren.

Urban Windelen, BVES Bundesgeschäftsführer: „Die Novelle des EnWG ist die letzte Gelegenheit in dieser Legislaturperiode, den Worten der Bundesregierung im eigenen Klimaschutzprogramm 2030 als auch in der Koalitionsvereinbarung noch Taten folgen zu lassen. Die Doppelbelastung von Energiespeichern ist endlich zu beseitigen. Die Einordnung von Speichern als Verbraucher und Erzeuger passt nicht mehr in das heutige Energiesystem.“

„Die Verweigerungshaltung der Bundesregierung ist auch völlig unverständlich. Die Welt setzt auf Energiespeicher zur Lösung einer ganzen Vielzahl von Herausforderungen im Energiesystem. Einzig Deutschland verzögert aus nicht nachvollziehbaren Gründen den breiten systemischen Einsatz von Energiespeichern für die Strom-, Wärme- und Mobilitätswende.“, so Windelen weiter.

Deutschland verpasst damit nicht nur der innovativen und dynamisch wachsenden Speicherbranche einen starken Dämpfer, sondern blockiert auch die Entwicklung unseres Energiesystems in Richtung Dezentralisierung, Dekarbonisierung und Digitalisierung. Ein sicheres, grünes und gleichzeitig kosteneffizientes Energiesystem wird ohne die Integration von Energiespeichern nicht gelingen.

Die Expertenanhörung im Ausschuss des Bundestages hat erneut deutlich gemacht, dass an Speichern kein Weg vorbeiführt und nun endlich die notwendigen regulatorischen Schritte gegangen werden müssen. Auch der Bundesrat hat sich in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf entsprechend positioniert und kritisiert die mangelnde Umsetzung der EU-Richtlinien.

Der BVES fordert daher folgende Änderungen am Gesetzentwurf zum Energiewirtschaftsgesetz:

  • 1:1 Übernahme der Definition der Energiespeicherung und der Energiespeicheranlage aus der EBM-RL in das EnWG. Die im EnWG-E vorliegende Formulierung konterkariert die notwendige Befreiung von Energiespeichern von Doppelbelastungen. Energiespeicher sind keine Erzeuger oder Verbraucher. Speicher sind Speicher.
  • Ausrichtung des Marktdesigns auf den Aktiven Kunden/Prosumer wie in der EBM-RL vorgesehen. Die Rechte des Aktiven Kunden / Prosumer aus Art. 15 der EBM-RL müssen in das EnWG übernommen werden. Dazu gehören insbesondere:
  1. Die Entlastung von doppelten Abgaben und Entgelten auf gespeicherten Strom. Der EnWG-Entwurf verweist zu diesem Zweck auf den § 61l EEG. Diese leider unveränderte Regelung ist jedoch auch weiterhin wegen unverhältnismäßiger Anforderungen an die Messung und Zuordnung der Strommengen technisch nicht anwendbar. Sie muss so vereinfacht werden, dass alle Speicher sie nutzen können.
  2. Klarstellung und Vereinfachung von § 118 Absatz 6 EnWG, so dass die Regelung auch in Multi-Use-Konzepten zu einer eindeutigen Befreiung der aus dem Netz eingespeicherten Strommengen von den Netzentgelten führt.
  3. Ein gesetzliches Recht, keinen unverhältnismäßigen technischen und administrativen Anforderungen bei der Marktteilnahme ausgesetzt zu sein – vergleichbar dem heutigen Recht auf einfachen Lieferantenwechsel.
  4. Ein Recht auf gleichzeitige Teilnahme an mehreren Märkten mit einem Speicher ohne regulatorische Nachteile („Recht auf Multi-Use“).
  • Streichung des Vermarktungsverbots bei durch den Netzbetreiber ausgeschriebenen Speichern, wenn die Speicher im Eigentum und Betrieb Dritter sind (§11a EnWG-E). Ein Vermarktungsverbot ist innovationsfeindlich, ineffizient und blockiert marktlich betriebene Speicher im Netz.

Urban Windelen: „Das ist doch nun mal auch keine Raketentechnik, einige Sätze aus der EU-Richtlinie abzuschreiben. Zumal die Bundesregierung diesen Formulierungen auf EU-Ebene bereits zugestimmt und die Regelungen selbst beschlossen hat. Jetzt also rein damit ins EnWG!“

EnWG-Entwurf: Bundesregierung verstößt gegen eigenes Klimaschutzprogramm

Der Einsatz von Speichern für ein grünes, sicheres und kosteneffizientes Energiesystem bleibt blockiert.

 

„Versprochen, doch leider gebrochen!“, resümiert Urban Windelen, BVES-Bundesgeschäftsführer, die Regelungen zu Energiespeichern im heute mit der ersten Lesung in den Bundestag eingebrachten Gesetzesentwurf zum Energiewirtschaftsgesetz (EnWG-E). „Die Bundesregierung verstößt mit diesem Gesetzesentwurf nicht nur gegen das eigene Klimaschutzprogramm, sondern auch gegen verpflichtende Vorgaben aus EU-Richtlinien, die aktuell in deutsches Recht zu überführen sind“, so Windelen weiter. „Die Energiespeicherbranche, doch auch die Betreiber der vielen Speicher in den Haushalten, warten ungeduldig auf die versprochene Beseitigung der regulatorischen Hemmnisse. Ohne Speicher und ohne den effizienten Multi-Use-Einsatz von Speichern fehlt der Energiewende weiterhin ein entscheidender Baustein.“

Das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung legt unmissverständlich fest, dass Energiespeicher von bestehenden Doppelbelastungen zu befreien sind, um den notwendigerweise wachsenden Einsatz von Energiespeichern für die Energiewende und den Klimaschutz nicht weiter zu behindern.

Auch die EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie sowie die EU-Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie geben vor, dass Energiespeicher nicht länger mit doppelten Steuern und Abgaben belegt werden sollen. Zudem legen bestehende EU-Richtlinien eine Definition für die Energiespeicherung fest, mit der die eigenständige Aufgabe von Energiespeichern im Energiesystem festgeschrieben wird. Gleichzeitig räumen sie Energiespeichern ein „Recht auf Multi-Use“ ein, damit diese gleichzeitig für verschiedene Systemdienstleistungen genutzt werden können und so ihre Fähigkeiten umfänglich in das Energiesystem einbringen können.

Urban Windelen: „Diese Vorgaben hat das Bundeswirtschaftsministerium schlicht nicht aufgenommen, trotz eindeutiger Beschlusslage der gesamten Bundesregierung. Die Rechte der Bürger sowie Betreiber von Speichern werden teils so offensichtlich vernachlässigt oder kurzerhand umformuliert, dass der Verstoß gegen Wort und Wille der europarechtlichen Regelungen evident ist. Es ist völlig unverständlich und nicht nachvollziehbar, warum das Ministerium hier einerseits eine wachsende Industrie mit hoher Wertschöpfung in und für Deutschland sowie andererseits die bedeutende Rolle von Speichern für unser Energiesystem, die Energiewende und den Klimaschutz weiter blockiert.“

Der BVES setzt jetzt auf den Bundestag, um dort noch konstruktive Änderungen am EnWG-E zu erreichen.