Die Energiespeicherbranche erhält endlich ein passendes regulatorisches Fundament.

Bundestag beschließt Definition der Energiespeicherung sowie weitere Schritte zur besseren Integration von Speichertechnologien in das Energiesystem.

Kurz vor der Sommerpause hat der Bundestag verschiedene Energierechtsänderungen beschlossen und dabei auch eine Definition der Energiespeicherung eingeführt. Der BVES begrüßt diese Rechtsanpassungen deutlich. „Mit der neuen Definition bekommt die Energiespeicherbranche endlich ein passendes rechtliches Fundament. Darauf kann man nun endlich aufbauen und einen stabilen regulatorischen Rahmen für die so wichtige Systemintegration von Energiespeichern entwickeln“, sagte Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES.

Mit Geltung des neuen Gesetzes heißt es im deutschen Energierecht jetzt, dass mit der Energiespeicherung „die endgültige Nutzung elektrischer Energie auf einen späteren Zeitpunkt, als den ihrer Erzeugung verschoben wird“. Damit ist auch die Definition der Richtlinie (EU) 2019/944 vom 5. Juni 2019 ins deutsche Recht übernommen. Diese legt die besondere Rolle der Speicher als vierte Säule des gesamten Energiesystems fest.

Die neue Definition stellt klar, dass Speicher weder Energieerzeuger noch -verbraucher sind, sondern Energie speichern und zu einem späteren Zeitpunkt bereitstellen. Dieser Beschluss soll gleichzeitig der Beginn einer umfangreichen Speicherstrategie sein.

„Diese Festlegung der Definition war eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Doch hat es jetzt fast 10 Jahre und viel Überzeugungskraft gekostet, bis diese Erkenntnis auch rechtliche Realität wird“, so Windelen weiter.

Nur scheint sich in der Übersetzung der Definition aus der EU-Richtlinie für das deutsche Gesetz ein Fehler eingeschlichen zu haben. Wo die EU-Richtlinie von einer Anlage im ‚Elektrizitätssystem‘ (electricity system) spricht, ist nun in der deutschen Übernahme von ‚Elektrizitätsnetz‘ die Rede. Um hier Rechtsunsicherheiten zu vermeiden und die schnelle Aktivierung der Speicher zu erreichen, sollte dieser Begriffsfehler noch rasch korrigiert werden.

Erste Schritte zur Entbürokratisierung

Darüber hinaus, begrüßt der BVES die Ausdehnung von digitalen Anschlusserleichterungen, die zunächst nur für PV-Anlagen vorgesehen waren, auf weitere Energiewende-Anlagen wie Energiespeicher. Dies wird bürokratische Hemmnisse beseitigen und den schnellen Ausbau der Technologien für die Energiewende wie Speicher vereinfachen und beschleunigen.

Urban Windelen: „Bei der Vielzahl der Speichersysteme, die aktuell entstehen, ist es entscheidend, auch eine unkomplizierte Anmeldung über ein digitales Portal zu ermöglichen. Dem Bürger oder dem Unternehmen, das die Energiewende in seinem Umfeld in die eigene Hand nimmt, sollten keine Steine in den Weg gelegt werden.“

Diese Beschlüsse zur Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren für Energiespeicher- sowie Technologien für die Energiewende sind wichtige Schritte Richtung Investitionssicherheit. Das ist eine essenzielle Grundlage für den schnellen und planbaren Aufbau des zukünftigen Energiesystems. Die zudem angekündigte Speicherstrategie muss jetzt darauf aufbauen, über das beschlossene jedoch deutlich hinaus gehen. Die Speicherbranche steht konstruktiv bereit, diese Strategie zu begleiten und endlich ein erneuerbares Energiesystem mit der notwendigen Versorgungssicherheit und Flexibilität aufzubauen.

Industrielle Wärme ohne Erdgas: Der BVES gibt neue Impulse für die Dekarbonisierung

Rund zwei Drittel des industriellen Energieverbrauchs fällt in Form von Wärme an. Es wird zurzeit größtenteils mit fossilem Gas gedeckt. Die Industrie steht nun vor der großen Herausforderung, fossile Energieträger zu ersetzen und gleichzeitig ihre Prozesse bei laufendem Betrieb zu sichern. So nimmt die Wende im Wärmesektor eine Schlüsselrolle in der Transformation zur Klimaneutralität ein.

Hierzu hat der BVES gemeinsam mit seinem Partner Deutscher Industrieverband Concentrated Solar Power (DCSP) konkrete Maßnahmenvorschläge für das Sommerpaket mit Fokus auf die industrielle Wärmewende an die zuständigen Staatssekretäre im BMWK sowie an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie im Bundestag übermittelt.

Was sind die wichtigsten Schritte zur Dekarbonisierung der Industrie?

Die wichtigste Maßnahme bleibt immer noch die gesetzliche Verankerung von Technologien zur erneuerbaren Erzeugung und Speicherung von Wärme und Kälte als wesentliche Säule der Dekarbonisierung. Ohne Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen wird die zeitnahe Umsetzung einer Wärmewende in der Industrie  nicht funktionieren.

Ein hohes Maß an Technologieoffenheit ist gerade im Industriesektor mit sehr heterogenen Anforderungen essenziell, um eine klimaneutrale Energieversorgung praxisgerecht zu ermöglichen. Eine einseitige Fokussierung auf bestimmte Technologien ist nicht zielführend und bremst letztlich die Energiewende aus“, sagte Dr. Susanne König, Vorstandsmitglied von dem BVES & CFO Kraftblock GmbH

Die Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs zur Dekarbonisierung der Industrie, basierend auf umfassenden Effizienzmaßnahmen, wäre ein weiterer wichtiger Schritt. In diesem Katalog sollten thermische Technologien, Technologien zur Elektrifizierung sowie grüner Wasserstoff gleichermaßen als integrierte Lösungsoptionen betrachtet werden.

Daneben benötigt es dringend eine Informationsoffensive in der Industrie für den Einsatz von thermischen Technologien und weiteren Optionen zur Dekarbonisierung. Die Technologien sind vorhanden und marktfähig, doch das Wissen um die konkreten Einsätze in der Industriebranche ist noch sehr dünn. Hier wäre die Bundesregierung gut beraten, die Ziele für den Klimaschutz nicht alleine stehenzulassen, sondern auch über die konkrete Machbarkeit und Umsetzbarkeit mit dem Label „Made In Germany“ zu informieren.

Das ausführliche Positionspapier finden Sie hier.

Fokus auf Dekarbonisierung: Bundesverband Energiespeicher Systeme und Messe Düsseldorf richten Kooperation neu aus

Der Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. (BVES) und die Messe Düsseldorf bauen ihre Kooperation rund um das Thema Dekarbonisierung in Industrie und Gewerbe aus. Im Fokus der Partner stehen dabei thermische Energiespeicherlösungen für die industrielle Abwärmenutzung sowie die Bereitstellung von Prozesswärme. Die Zusammenarbeit mündet in der kommenden Industriemesse Expo for Decarbonized Industries > ENERGY STORAGE (decarbXpo), die vom 20 bis zum 22 September in Düsseldorf stattfindet.

Industrielle Wärme- und Kältesysteme entscheidend für Energiewende

Eine erfolgreiche Dekarbonisierung der Industrie ist unerlässlich, um die von der Bundesregierung beschlossenen Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen: In der Industrie macht die Prozesswärme einen Anteil von über 60 Prozent des Endenergieverbrauchs aus. 27 Prozent aller CO₂-Emissionen stammen aus der industriellen Wärme- und Kälteerzeugung. Für die Reduktion dieser Emissionen sowie die weitgehende Umstellung auf strombasierte Lösungen, benötigen die Industrieunternehmen effiziente Technologien, um Prozesswärme zu erzeugen und zu speichern. Thermische Energiespeichersysteme stellen die notwendige Energie zum individuellen Zeitpunkt mit der passenden Temperatur bereit.

Moderne thermische Speichertechnologien decken die Nieder-, Mittel- und Hochtemperaturbereiche bis zu 1000 °C ab und sind damit in allen Industriebranchen einsetzbar. Auch große Abwärmekapazitäten können damit eingebunden und genutzt werden. Damit garantieren die innovativen Speichersysteme eine flexible und sichere Versorgung von Industrieprozessen auf der Basis Erneuerbarer Energien.

„Die flexible Sektorenkopplung im Bereich der Prozesswärme funktioniert nur mit thermischen Energiespeicherlösungen. Hier sehen wir einen hohen Informationsbedarf bei industriellen Anwendern, den wir als BVES im Rahmen der Kooperation mit der Messe Düsseldorf decken möchten“, sagt Dr. Andreas Hauer, Präsidiumsmitglied des BVES & Vorstandvorsitzender ZAE Bayern.

Um die Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen, muss zudem der Anteil erneuerbarer Wärme schnell zunehmen: im Jahr 2020 lag dieser laut Umweltbundesamt bei lediglich 15,2 Prozent. Gleichzeitig könnte industrielle Abwärme rein rechnerisch rund 46 Prozent des deutschen Haushaltsbedarfs an Heizwärme decken.

Zusammenarbeit mit sieben führenden Anwender-Fachmessen

Die decarbXpo kooperiert mit bisher sieben führenden Fachmessen für Industrie und Gewerbe, die am Standort Düsseldorf stattfinden. Damit erreicht die Messe Düsseldorf über 400.000 Fachleute aus dem Handel, der Papier-, Kunststoff- und Metallindustrie sowie der Glasindustrie.

„Für Energiespeicher-Anbieter gibt es ein enormes Geschäftspotenzial in den Anwenderindustrien, die wir adressieren. Wir beobachten hier einen Paradigmenwechsel insbesondere bei den jeweiligen Branchenführern: Die Dekarbonisierung ist nicht mehr nur ein Zukunftsthema – sie ist in den Führungsetagen angekommen. Hier werden konkrete Lösungen gesucht“, so Bernd Jablonowski, Executive Director Trade Fairs bei der Messe Düsseldorf.

Messe Stuttgart präsentiert Energiemesse mit starkem Partner BVES

Volta-X erweitert das Produktportfolio – Kooperation mit dem Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. (BVES)

Die Messe Stuttgart verfügt im Energiesektor über ein vielfältiges und nachhaltiges Produktportfolio. Mit der Volta-X, der Messe für Energiesysteme der Zukunft und Sektorenkopplung, erweitert der Stuttgarter Messestandort das Angebot in diesem Bereich. Das neue Event findet parallel zur eltefa, Fachmesse für Elektrotechnik und Elektronik, vom 28. bis 30. März 2023, statt. Die Volta-X präsentiert innovative Energietechnologien, wie moderne Speichersysteme, die Versorgungssicherheit und Flexibilität in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität ermöglichen. Als führender Branchenverband steht der BVES als idealer Partner an der Seite der Messe Stuttgart.

„Wir freuen uns sehr, dass wir als Messe Stuttgart gemeinsam mit dem BVES moderne und nachhaltige Entwicklungen im Energiesektor präsentieren können. Mit der Volta-X bieten wir eine passende Branchenplattform mit nationaler und internationaler Strahlkraft, um die notwendige Neuausrichtung des gesamten Energiesystems in Richtung Erneuerbare Energien weiter voranzutreiben“, sagt Geschäftsführer Roland Bleinroth.

Der BVES ist die Stimme der Energiespeicherbranche und setzt sich für die Entwicklung und den Einsatz von Energiespeichersystemen auf nationaler und internationaler Ebene ein. Er ist Interessensvertreter seiner Mitglieder und Dialogstelle von Politik und Verwaltung. „Die Messe Stuttgart richtet sich nachhaltig aus und verstärkt dieses Engagement nun mit einem zentralen Zukunftsthema wie Energieversorgung in Haushalt, Industrie und Systeminfrastruktur über Energiespeicher. Die Bedeutung von Speichersystemen für Versorgungssicherheit in allen Bereichen wächst enorm. Die dynamisch wachsende Speicherbranche hält die passenden Lösungen bereit. Mit der Volta-X entsteht ein idealer Energiehub für eine gemeinsame neue B2B-Plattform“, ergänzt Thomas Speidel, Präsident des BVES.

Neben der Ausstellung werden den Fachbesuchern aus produzierender Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistung die Fachthemen in einem spannenden
Rahmenprogramm präsentiert. Sowohl eine Fachkonferenz als auch verschiedene Foren sollen neues Wissen vermitteln und das Know-how zu den nachhaltigen
Entwicklungen des Energiesystems erweitern.

„Mit der Volta-X geht eine Messe im Herzen unseres Landes an den Start, die fortschrittliche Technologien aus dem Energiesektor auf die Agenda bringt. Ein Thema, das in diesen Zeiten wichtiger denn je geworden ist. Die Messe Stuttgart und der BVES bilden eine starke Partnerschaft, um einem zukunftsträchtigen Thema ein angemessenes Forum zu bieten“, sagt Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg.

Fachmesse eltefa findet parallel statt

Parallel zur Volta-X findet bereits zum 21. Mal die eltefa statt. Die Fachmesse fürElektrotechnik und Elektronik bietet das richtige Angebot für Industrie, Handwerk und Dienstleistungen unter einem Dach. Die eltefa präsentiert Lösungen der intelligenten Gebäudevernetzung, der regenerativen Energien und der Lichttechnik, Smart Grids, Schaltschranklösungen für Energieverteilung und Steuerung, e-Mobility und Sicherheit für Infrastruktur sowie IT für die Bereiche Wohnungsbau, Gewerbe und Industrie. Gemeinsam mit der f-cell, der Konferenz für Wasserstoff und Brennstoffzellen, sowie The Battery Show, Europas größter Veranstaltung für die fortschrittliche Batterieindustrie, bilden die vier Veranstaltungen das Portfolio am Stuttgarter Messestandort im Energiesektor ab.

Von R. nach L.: Thomas Speidel, Präsident des BVES, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg, Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart. 

BVES Branchenzahlen 2021/2022: Energiespeicher trenden! 500.000 Heimspeichersysteme installiert.

Das Jahr 2021 erwies sich für die Energiespeicherbranche als gutes Jahr – trotz Pandemie, Lieferengpässen und steigenden Produktions- sowie Rohstoffkosten. Mit 8,9 Mrd. Euro Umsatz und mit rund 17.000 Beschäftigten in 2021 belegt die Branche ein Wachstum von über 25% gegenüber 2020.

In einem Pressegespräch hat der BVES seine Branchenzahlen 2021/2022 vorgestellt. Neben den bisherigen Treibern wie Beteiligung an der Energiewende und dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit, steigen deutlich die Elektromobilität, die steigenden Energiepreise und der Wunsch nach Unabhängigkeit sowie Steigerung der Versorgungssicherheit als Treiber der Märkte ein.

Trends in der Energiespeicherbranche

Die größte Umsatzentwicklung innerhalb der Speicherbranche verzeichnete das Marktsegment Haushalte. Mit über 4 Mrd. Euro Umsatz in 2021 berichtete es ein boomendes Wachstum von 28 % und stellt damit das größte Marktsegment der Branche. Im April 2022 erreicht die Anzahl der installierten Heimspeichersysteme die Zahl von 500.000. Mit einer installierten Leistung von über 2,5 GW entspricht das der Leistung von fast zwei Atomkraftwerken.

Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES: „Die 500.000 Hausspeicher sind nicht nur ein tolles Ergebnis für die Branche, sondern ein deutliches Signal, dass Energiespeicher ein essenzieller Teil des neuen, auf erneuerbaren Energie basierten Energiesystems sind und sein müssen.“

Das Segment Industrie und Gewerbe hat in 2021 den Corona-bedingten Umsatzrückgang des Vorjahres mehr als ausgeglichen. Auch für 2022 erwartet die Energiespeicherbranche ein deutliches Wachstum in diesem Marktsegment. Hohe Energiepreise, die Verpflichtung zur Dekarbonisierung und das Streben nach Versorgungssicherheit haben in 2021 die Nachfrage nach Speichern in Industrie weiter nach vorne getrieben. Für das Jahr 2022 steigt das Thema der Versorgungssicherheit nochmals deutlich an, insbesondere im Wärmebereich für die Industrie.

Urban Windelen: „Der Krieg in der Ukraine beschleunigt den Druck zum Ausstieg aus Öl und Gas zur Wärmeerzeugung in der Industrie enorm. Das bedeutet direkte Elektrifizierung über Erneuerbare Energien und Ermöglichung der üblichen Produktionsprozesse in der Industrie gerade über Thermische Speichertechnologien.“

Stabilere PRL Preise sowie einige neue Großspeicherprojekte sorgen für Umsatzkonstanz im Segment Systeminfrastruktur. Großspeicher befinden sich jedoch weiter in einem schwierigen Marktsegment. Mit den Innovationsausschreibungen werden zukünftig weitere Projekte realisiert werden. Auch im Bereich der Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum stellen sich Pufferspeicher oder in Ladesäulen integrierte Batterien als gute technische Lösung dar, um die Menge an E-Fahrzeugen mit der notwendigen Ladeleistung zu versorgen.

Trotz der anhaltenden Pandemie bewahrt sich die Speicherbranche ihren positiven Blick auf das Jahr 2022 und 2023. Fast 86 % der Befragten schätzen die Marktaussichten für 2022 als „sehr positiv“ oder „eher positiv“ ein – nahezu gleich verteilt auf die drei Marktsegmente Haushalt, Industrie/Gewerbe sowie Systeminfrastruktur.

Die positiven Aussichten sind jedoch deutlich abhängig und begrenzt durch die bestehenden Lieferkettenprobleme sowie steigende Rohstoff- und Produktionspreise.

Deutlicher begrenzend sind jedoch weiterhin die regulatorischen Probleme der Branche.

Urban Windelen: „Energiespeicher bieten ein enormes Potential für eine flexible, dekarbonisierte Energieversorgung und können einen großen Beitrag zur Versorgungssicherheit liefern. Die vorhandenen und marktgängigen Technologien sind schnell skalierbar und können damit kurzfristig die Importabhängigkeiten von insbesondere Öl und Gas deutlich reduzieren. Umso überraschender ist es, dass die aktuelle EEG-Reform wiederum das Thema Speicher ausklammert und stattdessen die Probleme der Energieversorgung durch etwa die ungesteuerte Einspeisung erhöht und nicht reduziert. Hier ist dringender Nachbesserungsbedarf, wenn es die Bundesregierung mit Klimaschutz und Versorgungssicherheit ernst meint. Nur mit Speichern bringen wir die Energiewende voran.“

Die BVES Branchenzahlen 2022 sind auf Deutsch und auf Englisch erhältlich.

BVES zur EEG-Novelle: Der Weg zur Energiewende ist zu einseitig gedacht

Der Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. begrüßt den Anspruch der EEG-Novelle, die Erzeugungskapazitäten der erneuerbaren Energien schnell auszubauen und dadurch die Energiewende zu beschleunigen, uneingeschränkt. Allerdings bleibt der vorliegende Entwurf deutlich hinter den Erwartungen zurück.

„Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung mit dem deutlichen Fokus auf Klimaschutz und Energiewende hat Hoffnungen auf einen schnellen Fortschritt geweckt. Im vorliegenden EEG-Entwurf wird jedoch zu wenig davon angepackt und gleichzeitig nur einseitig umgesetzt. Flexibilität bleibt auf der Strecke“, sagt Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES.

Der BVES hält es für essenziell, nicht weiterhin nur einseitig auf zusätzliche Erzeugung oder den Netzausbau zu setzen, sondern endlich das gesamte Energiesystem und zusätzliche Flexibilität durch Energiespeicher in den Blick zu nehmen. Die vorliegende EEG-Novelle schweigt sich dazu aus, wie die Systemintegration dieser Erneuerbaren Energien versorgungssicher erfolgen soll. „Weitgehender und breiter Zubau von Erneuerbaren Energien ist unerlässlich, doch allein mehr PV-Strom zur Mittagszeit bringt die Energiewende nicht voran, da die Energie auch nachts und während einer Flaute benötigt wird“, so Windelen weiter.

Gerade die aktuelle geopolitische Situation hat die Notwendigkeit einer deutlichen Steigerung der Flexibilität sowie einer Stärkung der Versorgungssicherheit für alle sichtbar gemacht. Energiespeichertechnologien sind ein Schlüsselinstrument, um diese Notwendigkeiten zu erreichen. Da ist es geradezu unverständlich, dass dieses Thema wiederum so stiefmütterlich behandelt wird.

So ist die längst überfällige gesetzliche Definition der Energiespeicherung im EEG-Entwurf erneut unterlassen, trotz ausdrücklichem Versprechen im Koalitionsvertrag. „Damit fehlt weiterhin ein passendes rechtliches Fundament für die Energiespeicher und damit auch für deren breiten Einsatz in unserem Energiesystem. Energiewende wird damit gehemmt und nicht beschleunigt“, sagt Urban Windelen.

Der BVES unterstützt den Ansatz des EEG-Entwurfs, die Einspeisung von Erneuerbaren Energien wieder attraktiver zu machen. Doch darf das nicht gleichzeitig zu einer Diskriminierung der Teileinspeisung oder der Eigennutzung führen. „Der Betrieb und der Neuaufbau von Solaranlagen wird durch den geplanten Split in Volleinspeise- und Teileinspeisetarif unnötig verkompliziert, bürokratisiert und damit letztlich so positive Entwicklungen wie die Sektorenkopplung ausgebremst“, so Urban Windelen.
Gleichzeitig fordert der BVES einen deutlichen Reformprozess der Innovationsauktionen. Innovationsauktionen beinhalten bereits die notwendige Flexibilität durch Energiespeicher und zahlen damit deutlich auf das Ziel der Versorgungssicherheit mit Erneuerbaren Energien ein. Eine rasche Verdreifachung der Ausschreibungsmengen, sowie der Ermöglichung des Multi-Use Betriebs der Energiespeicher in den Innovationsauktionen, könnten die Energiewende gut voranbringen.

Hierzu hat der BVES ein ausführliches Konzept vorgelegt.

Mobilitätswende nur mit Energiespeichern: BVES berät in ersten Fachabstimmungen mit der neuen Bundesregierung

Die neue parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und Digitales, Daniela Kluckert MdB, hat beim BVES Steuerungskreis „Mobilität“ die Linien der künftigen Verkehrspolitik vorgestellt und diskutiert.

Der BVES begrüßt das Vorhaben der neuen Bundesregierung eine Million Ladepunkte bis 2030 mit Schwerpunkt auf Schnellladeinfrastruktur zu ermöglichen. Effiziente Förderung sowie schnelle und transparente Genehmigungsprozesse sind eine elementare Grundlage für den Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Die Schwerpunkte der Diskussion unter der Leitung von BVES Vorstandsmitglied Alexander Junge, Aral AG bezogen sich auf die Dringlichkeit des Ausbaus sowie die technologieoffene Förderung der Ladeinfrastruktur. Insbesondere wurde dargestellt, welch wichtige Rolle  Batterien für den Hochlauf einer Schnellladeinfrastruktur spielen. Gerade das schnelle Aufladen in wenigen Minuten sowie das gleichzeitige Laden mehrere Elektrofahrzeuge ist häufig nur über Speicher als Leistungspuffer möglich. Zudem sind diese Ladelösungen flexibel und schnell einsatzfähig, entgegen der oft langwierigen Ertüchtigung des Netzanschlusses. Die Teilnehmer haben die entsprechenden Konzepte zur Beschleunigung der E-Mobilitätswende dargestellt und diskutiert.

Alexander Junge, Mitglied des Vorstandes der ARAL AG und Mitglied des Vorstandes beim BVES : „Entbürokratisierung und marktwirtschaftliche Orientierung ist für das Gelingen der Mobilitätswende entscheidend. Die Lösungen müssen nun auf die Straße gebracht und die Ladeinfrastruktur schnell ausgebaut werden. Energiespeicher können dabei einen wesentlichen Beitrag beim Aufbau der Ladeinfrastruktur erbringen“.

Urban Windelen, BVES Bundesgeschäftsführer: „Energiewende wird nur mit  Energiespeichern erfolgreich. Dies gilt ebenso und noch deutlicher für die notwendige Infrastruktur der Mobilitätswende. Ohne Pufferspeicher fehlt einfach die Leistung, die der Nutzer verlangt. Das vorgeschlagene Programm der EU, Fit for 55, weist bei der Infrastruktur den Weg und basiert letztlich auf der Leistung aus Speichern.“

Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass für energiepolitische Projekte auch in Deutschland das europäische Energierecht grundlegend ist.  Zur Beschleunigung des Ausbaus der Infrastruktur ist es jedoch nicht nur notwendig, passende technische Ansätze zu ermöglichen, sondern ebenso die Planungs- und Genehmigungsverfahren zu entbürokratisieren und zu priorisieren.

BVES: Koalitionsvertrag bringt wichtigen Impuls für die Energiespeicherbranche

Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) begrüßt auf seiner Jahrestagung die Festlegung im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, dass Energiespeicher als eigenständige Säule des Energiesystems definiert werden sollen.

Urban Windelen, BVES Bundesgeschäftsführer: „Seit bald 10 Jahren fordert der BVES eine verlässliche Definition der Energiespeicherung. Toll, dass dies nun endlich aufgenommen wurde und damit Energiespeicher die rechtliche Basis bekommen, auf der die weitere Regulatorik ohne doppelte Steuern und Abgaben, ohne komplizierte Ausnahmeregelungen aufgebaut werden kann.“

Die Energiebinnenmarktrichtlinie  der EU gibt inhaltlich die Richtung vor. Speicherung wird dort als Verschiebung von Energie auf der Zeitachse definiert. „Dieser passenden Position sollte nun auch rasch das deutsche Recht folgen. Speicher können viel dringend benötigte Flexibilität für das Energiesystem liefern. Das muss man ihnen jedoch auch erlauben über passende Rahmenbedingungen und sie nicht – wie bisher – in falsche regulatorische Schubladen einsperren“, so Windelen weiter.

Die Übernahme der EU-Definition sowie darauf aufbauender Marktöffnungen für Energiespeicher wäre aus Sicht des BVES ein wichtiger Schritt in Richtung Investitionssicherheit.

Als weiteren Innovationsmotor fordert der BVES die Vereinfachung sowie Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren für Energiespeicher- sowie Energiewendetechnologien. Für den geplanten Ausbau der Ladeinfrastruktur, für die rasche Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien im Stromsektor sowie für die Wärmewende etwa in der Industrie, sind Energiespeichertechnologien als Multifunktionswerkzeug zunehmend unverzichtbar.

Die BVES Mitglieder auf der Jahrestagung in Berlin unterstützten die politische Agenda des Verbandes für 2022. Dabei haben die Mitglieder mit großer Mehrheit einen neuen, erweiterten Vorstand aus zwölf Personen gewählt:

  • Clotaire FRANCOIS de LEYMARIE von EDF Distributed Solutions GmbH
  • Fabian Hafner von Tesla Germany GmbH
  • Johannes Hauck von Hager Electro GmbH & Co.KG
  • Alexander Junge von Aral AG / BP Europa SE
  • Ralf Klein von Robert Bosch GmbH
  • Ralf Kloepfer von MVV Energie AG
  • Susanne König von KRAFTBLOCK GmbH
  • Frank Prechtl von BASF New Business GmbH
  • Christoph Raquet von PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT
  • Björn Spiegel von ARGE Netz GmbH
  • Jürgen Wilkening von INP Deutschland GmbH
  • Holger Wolfschmidt von Siemens Energy AG

Die breitere Vorstandsbesetzung spiegelt die wachsende Speicherbranche wider und unterstützt mit dem Präsidium die inhaltliche Positionierung des Verbandes.

Sicherheit ist Basis für erfolgreiche Speicher-Projekte

BVES veröffentlicht umfangreichen Brandschutz-Leitfaden für Lithium-Ionen Großspeichersysteme.

Ein nachhaltiger und wachsender Technologieeinsatz basiert auf zuverlässigen Produkten sowie planungssicheren und fachlich akzeptierten Anforderungen. Um die breite und gleichzeitig sichere Anwendung von Lithium-Ionen Großspeichern zu unterstützen, der Genehmigungspraxis eine fachliche Basis zu geben und das Fundament der wachsenden Branche weiter zu verstärken, hat der BVES mit Fachpartnern den ersten Leitfaden für Brandschutz bei Lithium-Ionen Großspeichersystemen erarbeitet.

Urban Windelen, Geschäftsführer von BVES: „Der BVES-Leitfaden ist ein wichtiger Schritt, nicht nur für den richtigen Betrieb von Lithium-Ionen Großspeichersystemen sondern auch für den sicheren Umgang mit diesen Anlagen durch Sicherheitskräfte, Planer und Anwender. Als Branchenverband ist es uns ein besonderes Anliegen, den langfristigen Marktzugang zu ermöglichen. Hierzu definiert der BVES-Leitfaden eine neue und stabile Grundlage.

Bereits heute finden Lithium-Ionen Großspeichersysteme weltweit breite Anwendung in der Industrie sowie der Energie-Infrastruktur. Mit der zunehmenden Umstellung auf erneuerbare Energien wächst die Bedeutung von Energiespeichern weiter deutlich an. Der effektive Einsatz von Speichern wird aktuell jedoch häufig durch Fehlinformationen zu Technologie und Umgang sowie durch unterschiedliche Genehmigungsanforderungen gehemmt.

Diese Wiedersprüche sollen nun mit dem Leitfaden beseitigt werden. Das Dokument hat das  Ziel, etwa für Planer, Bauherren, Einsatzkräfte, Versicherungen und Genehmigungsstellen einen einheitlichen Informationsstand zu sichern. Im Fokus der Publikation stehen aktuelle Informationen zu Gefahren, bauliche, anlagentechnische und organisatorische Schutzmaßnahmen sowie Hinweise zur Risikobewertung für Versicherer. Das Dokument bietet auch Aufklärung für Einsatzkräfte, wie z.B. Empfehlungen geeigneter Löschmittel und Löschsysteme sowie Taktiken zur Brandbekämpfung.

In die Erstellung eingebunden waren Experten aus relevanten Bereichen wie dem Deutschen Feuerwehr Verband, agbf Bund (Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren auf Bundesebene), GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.), VdS Schadenverhütung GmbH, DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung), BG ETEM (Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse).

Der Brandschutz-Leitfaden steht auf der Webseite des BVES zum Download bereit. soll in den nächsten Jahren bei Bedarf angepasst und weiterentwickelt werden.

BVES veröffentlicht eine Stellungnahme zum Entwurf der EltBauVO

Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. begrüßt alle Bemühungen, welche die Sicherheit von Energiespeicheranlagen gewährleisten. Jedoch erreicht der vorliegende Entwurf dies nur bedingt. Der BVES sieht die in der Synopse aufgeführte pauschale Begründung für die Aufnahme von Energiespeichern in die EltBauVO ausgesprochen kritisch. Die Notwendigkeit für gesonderte Maßnahmen über eine erhöhte Gefahr durch Energiespeicheranlagen zu begründen, würde zukünftig weitere unbegründete bauordnungsrechtliche Einschränkungen für Energiespeicheranlagen mit sich bringen. Dies würde die Möglichkeiten der Nutzung erneuerbarer Energien in Verbindung mit Energiespeichern stark einschränken.

Die ausführliche BVES-Stellungnahme ist über den Link einsehbar: