Thermische Energiespeicher – Booster für die Wärmewende

Mit einer eigenen Arbeitsgruppe „Thermische Energiespeicher“ will der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES e.V.) den Umstieg auf eine klimafreundliche Wärmeerzeugung beschleunigen. Das ist nicht nur für produzierende Unternehmen mit einem hohen Wärmebedarf interessant, sondern auch für den Bau- und Wohnungssektor. Wir sprachen mit Beatrice Schulz vom BVES, Constanze Adolf von Lumenion und Juliane Hinsch vom Deutschen Industrieverband Concentrated Solar Power e. V. (DCSP) über die Ziele und Herausforderungen der Fachgruppe:

Welche Ziele verfolgt der BVES mit der Arbeitsgruppe „Thermische Energiespeicher“?

Beatrice Schulz, Referentin Marktbeobachtung & Analyse, BVES e.V.:

Die erfolgreiche Energiewende erfordert eine Wärmewende genauso wie die Stromwende. Denn mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs entfällt auf den Wärmesektor. Leider hinkt die Wärmwende noch hinterher. Dabei liegt die Lösung bereits auf dem Tisch: Die Kombination aus erneuerbarer Energieerzeugung, Abwärmenutzung und Energiespeichern ermöglicht die effiziente Dekarbonisierung des Wärmesektors.

Aus diesem Grund hat der Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. (BVES) die Fachgruppe Thermische Energiespeicher ins Leben gerufen und organisiert gemeinsam mit dem Deutschen Industrieverband Concentrated Solar Power e. V. (DCSP) regelmäßige Treffen. Die Fachgruppe ermöglicht die Vernetzung innerhalb der Branche und bietet die Möglichkeit zum Austausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Engagiert mit dabei sind die Mitglieder der Verbände, Forschungsinstitutionen, Hersteller & Anwender.

Unser gemeinsames Ziel ist es, thermische Speichertechnologien in den Vordergrund zu rücken, Entscheidungsträger sowie die breite Öffentlichkeit mit Faktenwissen zu unterstützen und den Sprung von der Entwicklung in den Markt möglichst barrierefrei zu gestalten. Im Austausch mit Politik & Verwaltung setzt sich der BVES für technologieoffene und adäquate Rahmenbedingungen für thermische Energiespeicher ein. Denn es braucht Energiespeicher in allen Sektoren für das Energiesystem der Zukunft.

Als Sprecherin konnten wir Dr. Constanze Adolf für die Fachgruppe gewinnen. Das freut uns sehr, denn so sind wir mit frischem Wind in das neue Jahr gestartet. Gemeinsam heizen wir der Energiewende ein!

Welche Rolle nehmen thermische Speicher in der Energiewende ein?

Juliane Hinsch, Geschäftsführerin des Deutschen Industrieverband Concentrated Solar Power (DCSP):

Thermische Energiespeicher tragen dazu bei, den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien in die Wärmeversorgung zu integrieren. Für die Dekarbonisierung der Industrie können sie einen erheblichen Beitrag leisten. Sie liefern Prozesswärme und machen Abwärme nutzbar. Mit konzentrierender Solarthermie können Industriebetriebe den fossilen Energieeinsatz bei der Erzeugung von Prozesswärme bedeutend senken. In Kombination mit thermischen Speichern stellt sie eine wichtige Systemlösung für die Wärmewende dar.“

Dr. Constanze Adolf, Sprecherin der Fachgruppe und Head of Business Development der Lumenion GmbH:

“Neben der direkten Wärmespeicherung z.B. von Abwärme oder von Wärme aus konzentrierender Solarthermie, kann durch Betriebsmodi wie Power-to-Heat oder Power-to-Heat-to-Power auch Strom aus erneuerbaren Energien zwischengespeichert oder dem Wärmesektor zeitversetzt zugeführt werden. So lassen sich erneuerbare Erzeugungsspitzen flexibel und sektorenübergreifend nutzen.

Ein Beispiel: Thermische Speicher speichern Stromspitzen von erneuerbaren Erzeugungsanlagen als Hochtemperaturwärme ein. Sie stellen diese Energie dann als CO2-freien Prozessdampf für die Industrie oder zur Dekarbonisierung von Wärmenetzen, Quartieren und Gebäuden bedarfsgerecht zur Verfügung.

Wenn also eine erneuerbare Erzeugungsanlage pro Jahr zirka 1.500 Stunden Strom produziert, so ‚parken‘ thermische Energiespeicher diese Energie und stellen sie rund um die Uhr, das ganze Jahr – 8.760 Stunden – zur Verfügung. Unternehmen, Versorger und Verbraucher*innen können damit Energiebezugskosten mindern, da man immer dann einspeichert, wenn der Strompreis besonders günstig oder gar negativ ist und sich gegen steigende CO2-Kosten absichert. Daraus ergibt sich eine Vielzahl von Anwendungsfällen – von Industrie- und Kraftwerksstandorten bis zum Einfamilienhaus.

Die Vielzahl der existierenden Technologien ist genauso vielfältig wie ihre Anwendungen. Vom Kältespeicher bis hin zum Hochtemperaturspeicher mit Speichertemperaturen von bis zu über 1.000 Grad, ist alles möglich. Die thermische Energie wird dabei in Speichermedien wie Wasser, Stahl, Flüssigsalzen, Keramik, Vulkangestein, Thermoöl oder Phasenwechselmaterialien für die spätere Nutzung zwischengespeichert.”

Welches Vorurteil über thermische Speicher hören Sie immer wieder? Und was entgegnen Sie?

Dr. Constanze Adolf, Leiterin der Fachgruppe und Head of Business Development der Lumenion GmbH:

“Es wäre ja schön, wenn wir mit Vorurteilen konfrontiert wären. Das würde bedeuten, dass thermische Speicher und ihre Anwendungsmöglichkeiten viel diskutiert würden. Fakt ist aber, dass die Energiewende derzeit viel zu stark als Stromwende von der Gesellschaft, Politik und Medien wahrgenommen wurde. Die Wärmewende ist noch nicht in den Vordergrund gerückt, aber der Druck wächst langsam.

Es ist die Wärme, die vor besonderen Herausforderungen steht: Bis spätestens 2045 muss Wärme klimaneutral sein, wobei in Deutschland mehr als die Hälfte der stationären Energie als Wärme benötigt wird. Bisher wird dieser Verbrauch zu 85% mit fossilen Brennstoffen gedeckt. In einem Energiesystem, dass bis 2030 80% erneuerbare Energien integrieren soll, spielen daher Speichertechnologien, besonders zur Dekarbonisierung von Prozessdampf, Wärmenetzen, Quartieren und Gebäuden eine besonders wichtige Rolle.

Bereits heute gibt es eine Vielzahl von thermischen Speichern, die sofort gebaut und kostengünstig zur Erreichung der Klimaziele beitragen könnten. Was fehlt, ist der regulatorische Rahmen. Unser bisheriges Energiemarktdesign ist aus der fossilen Welt. Daher brauchen wir dringend gesetzliche Rahmenbedingungen, die auf ein erneuerbares, dezentrales, digitales Energiesystem ausgerichtet sind. Diese Fragen werden wir in der BVES Arbeitsgruppe thermische Energiespeicher genauso diskutieren, wie die Anforderungen an die benötigten Fachkräfte. Außerdem freue ich mich auf einen regen Austausch und gemeinsames Lernen innerhalb unserer Arbeitsgruppe”.

BVES veröffentlicht 10 Thesen zur Wasserstoffwirtschaft

Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) veröffentlicht 10 Thesen zur Wasserstoffwirtschaft, die einen Weg zur Versorgungssicherheit und Versorgungsqualität im EU-Binnenmarkt mit dem Langzeitspeicher Wasserstoff aufzeichnet.

Wasserstoff erlaubt die langfristige Speicherung großer Energiemengen mit geringem Verlust und erleichtert den Transport von Energie, dort, wo kein Stromnetz eingesetzt werden kann. Grüner Wasserstoff bringt die Dekarbonisierung bei Industrie, Gebäuden und Mobilität voran. Angesichts der wachsenden Rolle des Wasserstoffs im Energiesystem hat die Fachgruppe “Wasserstoff und PtX” des BVES die folgenden Thesen erarbeitet.

Wasserstoff ist der Schlüssel für eine energiewirtschaftliche und klimapolitische Gesamtstrategie, die die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit des Technologiestandorts stärkt. Die Wettbewerbsfähigkeit der grünen Wasserstoffwirtschaft muss mit klaren regulatorische Rahmenbedingen, Förderprogrammen und Anreizsystem weiter vorangebracht werden.

Die 10 Thesen zur Wasserstoffwirtschaft stehen auf der Website des BVES zum Download bereit.

Die Speicherbranche wächst weiter: BVES begrüßt die neuen Mitglieder

Die Verschmelzung des BVES Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. mit StoREgio Energiespeichersysteme e.V. ist jetzt vollendet. Die Mitglieder der beiden Verbände haben bei der Jahresmitgliedsversammlung einen neuen, gemeinsamen Vorstand gewählt.

Die erweiterte Mitgliedschaft wird die Interessenvertretung der Speicherbranche auf regionaler, Bundes- und EU-Ebene unter dem gemeinsamen Dach BVES fortsetzen und vertiefen.

Der BVES freut sich auf eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit:

Allion Alternative Energieanlagen GmbH

BASF SE

ENTEGA AG

EWR AG

Fraunhofer IESE

Fraunhofer ITWM

INP Deutschland GmbH

Liacon GmbH

Metrolpolregion Rhein-Neckar GmbH (MRN)

MVV Energie AG

NetzFlex UG

Open District Hub e. V.

Pfalzwerke AG

Rhein-Hunsrück-Kreis

Smart Grids-Plattform Baden-Württemberg e.V.

Solar Cluster Baden-Württemberg e. V.

Stadtwerke Speyer GmbH

Storion Energy GmbH

Technische Werke Ludwigshafen AG

Transferstelle Bingen

VIVAVIS AG

BVES: Koalitionsvertrag bringt wichtigen Impuls für die Energiespeicherbranche

Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) begrüßt auf seiner Jahrestagung die Festlegung im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, dass Energiespeicher als eigenständige Säule des Energiesystems definiert werden sollen.

Urban Windelen, BVES Bundesgeschäftsführer: „Seit bald 10 Jahren fordert der BVES eine verlässliche Definition der Energiespeicherung. Toll, dass dies nun endlich aufgenommen wurde und damit Energiespeicher die rechtliche Basis bekommen, auf der die weitere Regulatorik ohne doppelte Steuern und Abgaben, ohne komplizierte Ausnahmeregelungen aufgebaut werden kann.“

Die Energiebinnenmarktrichtlinie  der EU gibt inhaltlich die Richtung vor. Speicherung wird dort als Verschiebung von Energie auf der Zeitachse definiert. „Dieser passenden Position sollte nun auch rasch das deutsche Recht folgen. Speicher können viel dringend benötigte Flexibilität für das Energiesystem liefern. Das muss man ihnen jedoch auch erlauben über passende Rahmenbedingungen und sie nicht – wie bisher – in falsche regulatorische Schubladen einsperren“, so Windelen weiter.

Die Übernahme der EU-Definition sowie darauf aufbauender Marktöffnungen für Energiespeicher wäre aus Sicht des BVES ein wichtiger Schritt in Richtung Investitionssicherheit.

Als weiteren Innovationsmotor fordert der BVES die Vereinfachung sowie Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren für Energiespeicher- sowie Energiewendetechnologien. Für den geplanten Ausbau der Ladeinfrastruktur, für die rasche Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien im Stromsektor sowie für die Wärmewende etwa in der Industrie, sind Energiespeichertechnologien als Multifunktionswerkzeug zunehmend unverzichtbar.

Die BVES Mitglieder auf der Jahrestagung in Berlin unterstützten die politische Agenda des Verbandes für 2022. Dabei haben die Mitglieder mit großer Mehrheit einen neuen, erweiterten Vorstand aus zwölf Personen gewählt:

  • Clotaire FRANCOIS de LEYMARIE von EDF Distributed Solutions GmbH
  • Fabian Hafner von Tesla Germany GmbH
  • Johannes Hauck von Hager Electro GmbH & Co.KG
  • Alexander Junge von Aral AG / BP Europa SE
  • Ralf Klein von Robert Bosch GmbH
  • Ralf Kloepfer von MVV Energie AG
  • Susanne König von KRAFTBLOCK GmbH
  • Frank Prechtl von BASF New Business GmbH
  • Christoph Raquet von PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT
  • Björn Spiegel von ARGE Netz GmbH
  • Jürgen Wilkening von INP Deutschland GmbH
  • Holger Wolfschmidt von Siemens Energy AG

Die breitere Vorstandsbesetzung spiegelt die wachsende Speicherbranche wider und unterstützt mit dem Präsidium die inhaltliche Positionierung des Verbandes.

Energiepolitik – Jetzt richtig und zukunftssicher!

Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) stellt das Positionspapier zu den laufenden Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene vor.

Die nächste Bundesregierung steht vor der entscheidenden Herausforderung, die Klimaschutzmaßnahmen voranzubringen. Die Gestaltung eines sicheren, kosteneffizienten, auf erneuerbaren Energien basierten Energiesystems ist hierfür die wichtigste Voraussetzung. Das Vorhaben der Koalition, dass für energiepolitische Projekte auch in Deutschland das europäische Energierecht gelten wird, setzt einen richtigen Impuls für den Umbau des Energiesystems in Deutschland.

Das Positionspapier „Energiepolitik – Jetzt richtig und zukunftssicher!“ steht auf der Website des BVES zum Download bereit.

Sicherheit ist Basis für erfolgreiche Speicher-Projekte

BVES veröffentlicht umfangreichen Brandschutz-Leitfaden für Lithium-Ionen Großspeichersysteme.

Ein nachhaltiger und wachsender Technologieeinsatz basiert auf zuverlässigen Produkten sowie planungssicheren und fachlich akzeptierten Anforderungen. Um die breite und gleichzeitig sichere Anwendung von Lithium-Ionen Großspeichern zu unterstützen, der Genehmigungspraxis eine fachliche Basis zu geben und das Fundament der wachsenden Branche weiter zu verstärken, hat der BVES mit Fachpartnern den ersten Leitfaden für Brandschutz bei Lithium-Ionen Großspeichersystemen erarbeitet.

Urban Windelen, Geschäftsführer von BVES: „Der BVES-Leitfaden ist ein wichtiger Schritt, nicht nur für den richtigen Betrieb von Lithium-Ionen Großspeichersystemen sondern auch für den sicheren Umgang mit diesen Anlagen durch Sicherheitskräfte, Planer und Anwender. Als Branchenverband ist es uns ein besonderes Anliegen, den langfristigen Marktzugang zu ermöglichen. Hierzu definiert der BVES-Leitfaden eine neue und stabile Grundlage.

Bereits heute finden Lithium-Ionen Großspeichersysteme weltweit breite Anwendung in der Industrie sowie der Energie-Infrastruktur. Mit der zunehmenden Umstellung auf erneuerbare Energien wächst die Bedeutung von Energiespeichern weiter deutlich an. Der effektive Einsatz von Speichern wird aktuell jedoch häufig durch Fehlinformationen zu Technologie und Umgang sowie durch unterschiedliche Genehmigungsanforderungen gehemmt.

Diese Wiedersprüche sollen nun mit dem Leitfaden beseitigt werden. Das Dokument hat das  Ziel, etwa für Planer, Bauherren, Einsatzkräfte, Versicherungen und Genehmigungsstellen einen einheitlichen Informationsstand zu sichern. Im Fokus der Publikation stehen aktuelle Informationen zu Gefahren, bauliche, anlagentechnische und organisatorische Schutzmaßnahmen sowie Hinweise zur Risikobewertung für Versicherer. Das Dokument bietet auch Aufklärung für Einsatzkräfte, wie z.B. Empfehlungen geeigneter Löschmittel und Löschsysteme sowie Taktiken zur Brandbekämpfung.

In die Erstellung eingebunden waren Experten aus relevanten Bereichen wie dem Deutschen Feuerwehr Verband, agbf Bund (Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren auf Bundesebene), GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.), VdS Schadenverhütung GmbH, DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung), BG ETEM (Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse).

Der Brandschutz-Leitfaden steht auf der Webseite des BVES zum Download bereit. soll in den nächsten Jahren bei Bedarf angepasst und weiterentwickelt werden.

Energiewende braucht Wärmewende, Wärmewende braucht Energiespeicher

Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) veröffentlicht Grundsatzpapier für thermische Energiespeichersysteme, das einen Einblick in die Technologien, Anwendungen sowie Marktpotenzial gibt.

Eine effiziente und nachhaltige Wärmeerzeugung ist eine zentrale Voraussetzung für das Erreichen der Klimaziele. Da mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs in Deutschland auf die Erzeugung von Wärme entfällt, erfordert die Energiewende ebenso eine Wärmewende wie auch die bereits fortgeschrittene Stromwende.

Die erfolgreiche Wärmewende ist nur unter Einbeziehung thermischer Speichertechnologien realisierbar. Sie ermöglichen die zuverlässige Bereitstellung von erneuerbarer Wärme und leisten ihren Beitrag zur Erhöhung der Energieeffizienz sowie zur Dekarbonisierung.

Das Grundsatzpapier “Energiewende braucht Wärmewende, Wärmewende braucht Energiespeicher” steht auf der Website des BVES zum Download bereit.

BVES veröffentlicht eine Stellungnahme zum Entwurf der EltBauVO

Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. begrüßt alle Bemühungen, welche die Sicherheit von Energiespeicheranlagen gewährleisten. Jedoch erreicht der vorliegende Entwurf dies nur bedingt. Der BVES sieht die in der Synopse aufgeführte pauschale Begründung für die Aufnahme von Energiespeichern in die EltBauVO ausgesprochen kritisch. Die Notwendigkeit für gesonderte Maßnahmen über eine erhöhte Gefahr durch Energiespeicheranlagen zu begründen, würde zukünftig weitere unbegründete bauordnungsrechtliche Einschränkungen für Energiespeicheranlagen mit sich bringen. Dies würde die Möglichkeiten der Nutzung erneuerbarer Energien in Verbindung mit Energiespeichern stark einschränken.

Die ausführliche BVES-Stellungnahme ist über den Link einsehbar:

BVES veröffentlicht Sicherheitshinweise für Stromspeicher mit Hochwasserschäden

Angesichts der weitgehenden Zerstörung der Infrastruktur in den Überschwemmungsgebieten wurden auch Stromspeicheranlagen überflutet und beschädigt. Vor diesem Hintergrund veröffentlicht der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) Sicherheitshinweise zum Umgang mit Stromspeichern mit Wasserschäden.

Diese Anweisungen richten sich an alle Organisationen, Unternehmen und Haushalte, die eine Stromspeicheranlage besitzen und die  durch Überflutungen oder Wassereinbrüche beeinträchtigt oder physisch beschädigt worden ist.

Urban Windelen, Geschäftsführer des BVES: „Die Speicherbranche nimmt Verantwortung wahr und setzt sich dafür ein, dass die Gefährdung der Benutzer minimiert und die Kontaminierung der Umwelt durch beschädigte Geräte vermieden wird. Die Hinweise des BVES bauen auf unseren langjährigen Erfahrungen im Bereich der Speichersicherheit auf. Sie versorgen Anwender und Einsatzkräften mit einfachen und klaren Informationen zur Absicherung von Anlagen.“

Der BVES rät Anwendern dringend dazu, bei Beschädigung und Überflutung von Speichern umgehend die zuständigen Einsatzkräfte zu informieren. Es sollte keineswegs versucht werden, die Speicher selbst wieder in Betrieb zu nehmen.

Urban Windelen: „Wir hoffen, dass die Veröffentlichung und die Verbreitung dieser Hinweise hilft, Gesundheits-, Sach- und Umweltschaden zu verhindern und den Einsatzkräften vor Ort eine praktische Unterstützung zu ihrer Arbeit bietet.

Die Sicherheitshinweise stehen auf der Website des BVES zum Download bereit. Für Rückfragen steht der BVES als Branchenverband gerne zur Verfügung.

Energierechtsänderungen aktivieren die Speicher für die Energiewende

BVES begrüßt die EnWG Novelle. Die Doppelbelastung von Speichern nahezu beendet. Mit dem neuen Energierecht ist die Grundlage gelegt: Speichertechnologien spielen nun eine zentrale Rolle im Energiesystem.

Der Bundestag hat heute die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) beschlossen.Der BVES begrüßt das neue Energierecht. Es ermöglicht neue Investitionen und geben zukunftsfähge Impulse für den Einsatz von Energiespeichern im Energiesystem. Die doppelte und mehrfache Belastungen mit Steuern, Umlagen und Abgaben werden weitgehend aufgehoben.

Urban Windelen, BVES Bundesgeschäftsführer: „Jetzt werden Speicher endlich aktiviert! Bei letzter Gelegenheit in dieser Legislatur öffnet sich nun doch noch die Tür für einen systemischen Einsatz sowie den effizienten Multi-Use von Energiespeichern – für ein sicheres, nachhaltiges und kosteneffizientes Energiesystem.“

Sowohl Großspeicher, die nach Ausschreibungen für das Energiesystem im Einsatz sein werden, als auch die über 350.000 kleineren Heim-Speicher in Gebäuden können zukünftig mehrere Dienstleistungen gleichzeitig anbieten (Multi-Use) und marktlich aktiv sein. Doppelte Abgaben, Umlagen und Steuern werden nach der Novelle des Energierechts nicht mehr anfallen.

Multi-Use mit neuen Geschäftsmodellen

Bisher durften Speicher nur Eigenversorgungsleistung erbringen. Anlagen sind nun von dem eindimensionalen Single-Use befreit. Novelle des § 61l EEG nehmen Sie in Zukunft aktiv an den zahlreichen Strommärkten teil. Mit der sogenannten doppelten gewillkürten Vorrangregelung werden diese Speicher wie ein reiner Netzspeicher behandelt.  Damit kommen zwei Zähler zum Einsatz. Die bürokratischen Hürden für das Messkonzept von Multi-Use Speichern entfallen. Mit der Umsetzung des Gesetzes in dieser Form folgt der Gesetzgeber den Vorschlägen des BVES.

Das ursprüngliche Vermarktungsverbot für Großspeicher wurde gestrichen. Voraussetzung ist, dass sie aufgrund einer Ausschreibung oder Vereinbarung mit einem Netzbetreiber betrieben werden. Laut § 11a Abs. 2 EnWG darf ein Speicher auch in den Multi-Use-Modus. Der Vorteil, er nimmt an den Strommärkten aktiv teil; zumindest mit der Leistungsfähigkeit die durch den Netzbetreiber gesetzten Anforderungen übertrifft. Wird die Anlage zeitweise oder dauerhaft nicht für die Erfüllung der Vereinbarung mit dem Netzbetreiber benötigt, dürfen diese zusätzliche Leistung und Arbeit an den Strommärkten veräußert werden. Grundsätzlich nimmt das EnWG damit den Impuls der EU auf, Speicher verstärkt zur Netz-Optimierung einzusetzen. Gleichzeitig wird eine ausgewogene Entscheidungsreihenfolge festgelegt. Der Nachteil bleibt: Die EU-Vorgaben werden nicht 1:1 umgesetzt. Trotz der Verbesserungen führt die Gesetzgebung dazu, dass Deutschland bei der Energiespeicherpolitik einen Sonderweg geht. Statt eines Politikansatzes aus einem Guß droht nun wieder ein europäischer Flickenteppich.

„Unsere Kernforderung – die korrekte Umsetzung der EU-Elektrizitätsbinnenmarkts-Richtlinie in deutsches Recht und damit die Übernahme der höheren Freiheitsgrade für Prosumer und generell für Speicher – ist weitgehend erfüllt.“, so Windelen weiter. „Schade ist, dass es nicht auch die gute Definition von Energiespeicherung ins Gesetz geschafft hat. Damit fehlt weiter die Verankerung von Energiespeicherung als die vierte Säule im Energiesystem neben Erzeugung, Transport und Verbrauch von Energie.“

Der BVES dankt der Bundesregierung, den Bundestagsabgeordneten und Bundesrat sowie den Behörden, etwa  Bundesnetzagentur, für die konstruktiven Diskussionen in den letzten Jahren. Im Ergebnis haben Sie dazu beigetragen, dass die komplexe Regulatorik für Speicher entschlackt worden ist. Weniger Bürokratie bedeutet mehr Investitionen und ein flexibleres Energiesystem.

Urban Windelen: „Endlich können Speicher ihre Stärken auch ausspielen. Die neuen Regelungen im EnWG und EEG sind ein Meilenstein für das Multifunktionswerkzeug Energiespeicher. Noch sind nicht alle Hürden entfernt und Schlaglöcher ausgeglichen, etwa bei der Sektorenkopplung und Technologien wie Pumpspeichern oder Wasserstoff, doch ein Anfang ist endlich gemacht und Speicher werden nicht mehr länger an der Marktteilnahme behindert.“