Workshop: Innovation mit Langzeit-Energiespeichern in Deutschland – 5 Juli 2022

Energiespeicher trennen die Erzeugung und Nutzung von Energie auf der Zeitachse. Ein klimaneutrales und versorgungssicheres Energiesystem  setzt auf Speicher; sie sind die Schlüsselkomponente für die Integration der erneuerbaren Energien. Es gibt eine Vielfalt an Energiespeichertechnologien in den Sektoren, Strom, Wärme und Mobilität für die Anwendungsbereiche Haushalt, Industrie sowie Netzinfrastruktur. Dabei zeichnen sich die Speichertechnologien auch dadurch aus, dass sie über kurz-, mittel- oder langfristige Zeiträume Energie speichern können.

Das Potenzial der Langzeitenergiespeicherung werden wir am kommenden Dienstag, den 5. Juli 2022 gemeinsam in der Landesvertretung Brandenburg in Berlin diskutieren. Aurora Energy Research stellt im Rahmen des Workshops die Ergebnisse ihrer aktuellen Marktstudie zur Perspektive von Langzeitenergiespeichern in Deutschland vor. Der Workshop findet statt im Zeitraum 13:00 bis 16:30 Uhr, mit anschließendem Empfang zum weiteren Austausch. Herzlich laden wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zudem zum Executive Lunch ab 13 Uhr ein.

Für die Anmeldung und für Rückfragen steht Ihnen Herr Moritz Kneuer gerne als Ansprechpartner zur Verfügung. Email: m.kneuer@bves.de

Der Workshop richtet sich an Stakeholder aus Politik, Verwaltung, Forschung, Finanzierung sowie Technologieanbieter und widmet sich den folgenden Fragen:

  • Welche Vorteile bietet der Einsatz von Langzeit-Energiespeichern für unser Energiesystem?
  • Welche Potenziale gibt es für das Marktsegment ab acht Stunden Speicherdauer?
  • Wie gestalten sich Business-Modelle in diesem Marktsegment?
  • Welchen Beitrag können Langzeit-Speicher zur Integration des europäischen Stromnetzes leisten?

Freuen Sie sich auf Beiträge und spannende Diskussionen u.a. mit Alan Greenshields, Director EMEA, ESS Inc., Dr. Casimir Lorenz, Principal, Aurora Energy Research Ltd., Ramya Swaminathan, CEO, Malta Inc., Dr. Susanne König, CFO, Kraftblock sowie Philipp Offenberg, Senior Manager Europe, Breakthrough Energy.

Messe Stuttgart präsentiert Energiemesse mit starkem Partner BVES

Volta-X erweitert das Produktportfolio – Kooperation mit dem Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. (BVES)

Die Messe Stuttgart verfügt im Energiesektor über ein vielfältiges und nachhaltiges Produktportfolio. Mit der Volta-X, der Messe für Energiesysteme der Zukunft und Sektorenkopplung, erweitert der Stuttgarter Messestandort das Angebot in diesem Bereich. Das neue Event findet parallel zur eltefa, Fachmesse für Elektrotechnik und Elektronik, vom 28. bis 30. März 2023, statt. Die Volta-X präsentiert innovative Energietechnologien, wie moderne Speichersysteme, die Versorgungssicherheit und Flexibilität in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität ermöglichen. Als führender Branchenverband steht der BVES als idealer Partner an der Seite der Messe Stuttgart.

„Wir freuen uns sehr, dass wir als Messe Stuttgart gemeinsam mit dem BVES moderne und nachhaltige Entwicklungen im Energiesektor präsentieren können. Mit der Volta-X bieten wir eine passende Branchenplattform mit nationaler und internationaler Strahlkraft, um die notwendige Neuausrichtung des gesamten Energiesystems in Richtung Erneuerbare Energien weiter voranzutreiben“, sagt Geschäftsführer Roland Bleinroth.

Der BVES ist die Stimme der Energiespeicherbranche und setzt sich für die Entwicklung und den Einsatz von Energiespeichersystemen auf nationaler und internationaler Ebene ein. Er ist Interessensvertreter seiner Mitglieder und Dialogstelle von Politik und Verwaltung. „Die Messe Stuttgart richtet sich nachhaltig aus und verstärkt dieses Engagement nun mit einem zentralen Zukunftsthema wie Energieversorgung in Haushalt, Industrie und Systeminfrastruktur über Energiespeicher. Die Bedeutung von Speichersystemen für Versorgungssicherheit in allen Bereichen wächst enorm. Die dynamisch wachsende Speicherbranche hält die passenden Lösungen bereit. Mit der Volta-X entsteht ein idealer Energiehub für eine gemeinsame neue B2B-Plattform“, ergänzt Thomas Speidel, Präsident des BVES.

Neben der Ausstellung werden den Fachbesuchern aus produzierender Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistung die Fachthemen in einem spannenden
Rahmenprogramm präsentiert. Sowohl eine Fachkonferenz als auch verschiedene Foren sollen neues Wissen vermitteln und das Know-how zu den nachhaltigen
Entwicklungen des Energiesystems erweitern.

„Mit der Volta-X geht eine Messe im Herzen unseres Landes an den Start, die fortschrittliche Technologien aus dem Energiesektor auf die Agenda bringt. Ein Thema, das in diesen Zeiten wichtiger denn je geworden ist. Die Messe Stuttgart und der BVES bilden eine starke Partnerschaft, um einem zukunftsträchtigen Thema ein angemessenes Forum zu bieten“, sagt Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg.

Fachmesse eltefa findet parallel statt

Parallel zur Volta-X findet bereits zum 21. Mal die eltefa statt. Die Fachmesse fürElektrotechnik und Elektronik bietet das richtige Angebot für Industrie, Handwerk und Dienstleistungen unter einem Dach. Die eltefa präsentiert Lösungen der intelligenten Gebäudevernetzung, der regenerativen Energien und der Lichttechnik, Smart Grids, Schaltschranklösungen für Energieverteilung und Steuerung, e-Mobility und Sicherheit für Infrastruktur sowie IT für die Bereiche Wohnungsbau, Gewerbe und Industrie. Gemeinsam mit der f-cell, der Konferenz für Wasserstoff und Brennstoffzellen, sowie The Battery Show, Europas größter Veranstaltung für die fortschrittliche Batterieindustrie, bilden die vier Veranstaltungen das Portfolio am Stuttgarter Messestandort im Energiesektor ab.

Von R. nach L.: Thomas Speidel, Präsident des BVES, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg, Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart. 

Thermische Technologien: Versorgungssicherheit in der Industrie ohne Öl und Gas

Die erfolgreiche industrielle Wärmewende bis 2045 ist entscheidend für die Erreichung der Klimaziele: Mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs entfällt auf den Wärmesektor. Insbesondere die Industrie mit ihrem hohen Bedarf an Prozesswärme steht dabei vor zwei zentralen Herausforderungen. Einerseits muss sie fossile Energieträger ersetzen und gleichzeitig die notwendigen Prozessschritte mit alternativen Technologien sichern. 

Mit dem Online-Event “Enabling Energy Transition with Thermal Technologies” hat der BVES mit seinem Partnerverband DCSP die führenden internationalen Experten zusammengebracht, um die erfolgreiche Umsetzung der Wärmewende in der Industrie darzustellen. Allein die über 600 angemeldeten Teilnehmer aus unterschiedlichen Branchen inklusive internationalen Regierungsvertretern belegen die Aktualität des Themas. Im Fokus standen innovative Lösungen für den Strom- und Wärmesektor, die eine flexible, dekarbonisierte und bedarfsgerechte Energieversorgung ermöglichen.

Thermische Technologien wie konzentrierender Solarthermie und thermischen Speichersystemen bieten passende Lösungen für die Energieversorgung, ohne dass Klimaziele und Energieunabhängigkeit einen Zielkonflikt darstellen. Sie ermöglichen die zuverlässige Bereitstellung von grüner Wärme in Nieder-, Mittel- und Hochtemperaturbereichen. Sie tragen zur Steigerung der Energieeffizienz bei und ermöglichen Versorgungssicherheit sowie die Reduktion von Energieimporten (Fuel Switch).

Dr. Andreas Hauer, Präsidiumsmitglied BVES & Vorstandvorsitzender ZAE Bayern: „Die Energieversorgung der Industrie mit Prozesswärme muss heutzutage nicht nur CO2-frei sein, sondern auch unabhängig und stetig sicher. Dafür bieten thermische Speicher eine schnell umsetzbare, effiziente Lösung.

Während des Events haben die beteiligten Unternehmen die Vielfalt marktfähiger Technologien vorgestellt, die über jegliche Temperaturniveaus hinweg zahlreiche Produktionsprozesse auf erneuerbarer Basis abbilden können.

Dr. Susanne König, Vorstandsmitglied BVES & CFO Kraftblock GmbH: „Technologische Exzellenz, die in Deutschland aufgebaut wurde, steht bereit und muss jetzt endlich zum Einsatz kommen. Es braucht dringend eine Informationskampagne durch das Ministerium, damit wir uns als Unternehmen für die Dekarbonisierung und Versorgungssicherheit mit unseren Technologien auch positionieren können.“

Das große Interesse der Teilnehmenden zeigte: Die vorhandenen Technologien für Dekarbonisierung und Versorgungssicherheit müssen jetzt zum Einsatz kommen! Nur so kann die Versorgungssicherheit im Industrieland Deutschland gesichert werden.

Die Präsentationen sind auf der Event-Seite abrufbar. Wir rufen alle Beteiligten auf, sich aktiv in die Facharbeit einzubringen und sich gemeinsam für Klimaschutz starkzumachen.

Online-Event: Enabling Energy Transition with Thermal Technologies – 31 März 2022

UPD: You can download the slides used in the presentations here:

Thermal technologies like concentrated solar power and thermal energy storage systems are key for the decarbonisation of the heat and power sector. Thermal technologies like concentrated solar power and thermal energy storage are key for decarbonizing energy systems. They enable the reliable provision of green heat, contribute to increasing energy efficiency and provide flexibility for both the heat and power sectors.

It is our great pleasure to invite you to the upcoming webinar “Enabling Energy Transition with Thermal Technologies”, organized by the German Association for Concentrated Solar Power (DCSP) and the German Energy Storage Systems Association (BVES) as an official side event to the Berlin Energy Transition Dialogue:

March 31 from 2:00 to 5:00 p.m. (CET), online

The Energy Storage and the SolarPACES Technology Collaboration Programme of the International Energy Agency IEA are supporting partners of the event.

The event will be conducted via Webex. By registering, you agree that we store your contact details in order to send you the content of the presentations after the event. Participation is free of charge.

Session 1 – Enabling Heat Transition for the Industry Heat Supply & Flexibility Options with Thermal Technologies

  1. March 2022, 2.00 pm – 3.30 pm CET, online

The decarbonisation of the industrial sector is crucial to addressing global emissions. The industrial process heat alone amounts to about a fifth of global CO2 emissions. There is an urgent need for green heat. Thermal storage, as well as solar process heat, can make a significant contribution to the decarbonisation of the industry. Industry leaders will present their technologies during the workshop and showcase successful projects.

Programme

Moderation: Juliane Hinsch, DCSP e.V./ Beatrice Schulz, BVES e.V.

Keynote:

02:00 pm  – Dr. Andreas Hauer, Chairman of the Board, ZAE Bayern & Task Manager, Energy Storage Technology Collaboration Programme International Energy Agency (IEA)

Projects and technologies

02:20 pm – Thermal Storage:

  • Electrification of high-temperature process heat – Dr. Susanne König, CFO, Kraftblock GmbH
  • Efficient decarbonisation and enhanced energy security for Industries – Dr. Constanze Adolf, Head of Business Development, Lumenion GmbH
  • Supporting Decarbonisation at Yara with balancing their steam grids using thermal storage, Dr. Magnus Mörtberg, Business Development Director, EnergyNest GmbH
  • Mobile heat transport for energy recovery, Tobias Schmid, CEO, Swilar eetec GmbH

Solar process heat:

  • How to reduce gas consumption: Solar Process heat for industries and utilities – latest developments & projects  – Dr. Joachim Krüger, Solarlite CSP Technology GmbH
  • Solar Thermal Energy – Decarbonizing the Industry – Lara Stamm, Protarget AG
  • Solar-powered cement production – Carmen Murer, Synhelion SA

03:00 pm – Panel discussion with the audience

03:20 pm – Closing remarks

03:30 pm – End of the workshop

Session 2 – Enabling Power Transition: Flexibilizing Electricity Supply with Thermal Technologies

  1. March 2022, 3.30 pm – 5.00 pm CET, online

With proceeding energy transition and an increasing share of renewables in the grid, there is a growing need of flexibility and grid stabilizing options. What can thermal technologies provide for the power transition? This workshop will give an insight into the use cases and benefits of thermal technologies in the power sector. The leading companies will present their technologies and showcase successful innovative approaches and projects that enable a flexible and decarbonized energy system.

Programme

Moderation: Juliane Hinsch, DCSP e.V./ Beatrice Schulz, BVES e.V.

Keynote:

03:30 pm – Michael Taylor, International Renewable Energy Agency IRENA

03:50 pm – Innovative approaches and projects:

  • IntegSolar: Future Roles of CSP and Thermal Storage in Solar Hybrid Plants – Luca Schomaker, Suntrace GmbH
  • How CSP can improve frequency stability of the power grid – Fabian Petereit, Siemens Energy
  • Maximizing Renewable Resources with PtHtP – Raymond C. Decorvet, Senior Account Executive, MAN Energy Solutions Switzerland
  • Decarbonization through Carnot batteries with fixed bed storage – Nils Gathmann, Senior Lead Engineer Process- Heat storage solutions, Steinmüller Engineering GmbH
  • Renewables with Dispatchable Synchronous Storage to Replace Flexible Gas Fired Power Plants – Janina Hippler-Nettlau, Senior Project Engineer, Malta Inc.
  • TUNol Project: Implementation of an integrated industry complex for the commercial-scale production of green methanol with a CSP/ PV hybrid in Tunisia – Dr.Mark Schmitz, TSK FLAGSOL Engineering GmbH

04:30 pm – Panel discussion with the audience

04:50 pm – Closing remarks

05:00 pm – End of the workshop

About:

German Association for Concentrated Solar Power (DCSP)

Since 2013, the German Association for Concentrated Solar Power has been committed to the generation and use of electricity, heat, and fuels from concentrated solar technologies. Its members cover the entire CSP value chain. This ranges from project development and planning, engineering services, component supply and system integration to the ownership and operation of solar thermal power plants and research facilities. The aim of the association is to bundle the strengths and interests of German market participants and to increase international market opportunities.

German Energy Storage Systems Association (BVES)

The BVES is the strong voice of Germany’s energy storage industry. As an industry association that is open to all various kinds of energy storage technologies, the BVES represents the whole spectrum: electric, thermal, electro-chemical, chemical, and mechanical energy storage in the energy sectors electricity, heat and mobility. The BVES bundles forces to facilitate the communication between Germany’s energy storage representatives and the national as well as international political levels, the administrative levels, science and the public. The BVES also routinely works together with the standard-setting organizations in Germany on the technical issues that are of main importance for the energy storage industry.

Thermische Energiespeicher – Booster für die Wärmewende

Mit einer eigenen Arbeitsgruppe „Thermische Energiespeicher“ will der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES e.V.) den Umstieg auf eine klimafreundliche Wärmeerzeugung beschleunigen. Das ist nicht nur für produzierende Unternehmen mit einem hohen Wärmebedarf interessant, sondern auch für den Bau- und Wohnungssektor. Wir sprachen mit Beatrice Schulz vom BVES, Constanze Adolf von Lumenion und Juliane Hinsch vom Deutschen Industrieverband Concentrated Solar Power e. V. (DCSP) über die Ziele und Herausforderungen der Fachgruppe:

Welche Ziele verfolgt der BVES mit der Arbeitsgruppe „Thermische Energiespeicher“?

Beatrice Schulz, Referentin Marktbeobachtung & Analyse, BVES e.V.:

Die erfolgreiche Energiewende erfordert eine Wärmewende genauso wie die Stromwende. Denn mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs entfällt auf den Wärmesektor. Leider hinkt die Wärmwende noch hinterher. Dabei liegt die Lösung bereits auf dem Tisch: Die Kombination aus erneuerbarer Energieerzeugung, Abwärmenutzung und Energiespeichern ermöglicht die effiziente Dekarbonisierung des Wärmesektors.

Aus diesem Grund hat der Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. (BVES) die Fachgruppe Thermische Energiespeicher ins Leben gerufen und organisiert gemeinsam mit dem Deutschen Industrieverband Concentrated Solar Power e. V. (DCSP) regelmäßige Treffen. Die Fachgruppe ermöglicht die Vernetzung innerhalb der Branche und bietet die Möglichkeit zum Austausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Engagiert mit dabei sind die Mitglieder der Verbände, Forschungsinstitutionen, Hersteller & Anwender.

Unser gemeinsames Ziel ist es, thermische Speichertechnologien in den Vordergrund zu rücken, Entscheidungsträger sowie die breite Öffentlichkeit mit Faktenwissen zu unterstützen und den Sprung von der Entwicklung in den Markt möglichst barrierefrei zu gestalten. Im Austausch mit Politik & Verwaltung setzt sich der BVES für technologieoffene und adäquate Rahmenbedingungen für thermische Energiespeicher ein. Denn es braucht Energiespeicher in allen Sektoren für das Energiesystem der Zukunft.

Als Sprecherin konnten wir Dr. Constanze Adolf für die Fachgruppe gewinnen. Das freut uns sehr, denn so sind wir mit frischem Wind in das neue Jahr gestartet. Gemeinsam heizen wir der Energiewende ein!

Welche Rolle nehmen thermische Speicher in der Energiewende ein?

Juliane Hinsch, Geschäftsführerin des Deutschen Industrieverband Concentrated Solar Power (DCSP):

Thermische Energiespeicher tragen dazu bei, den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien in die Wärmeversorgung zu integrieren. Für die Dekarbonisierung der Industrie können sie einen erheblichen Beitrag leisten. Sie liefern Prozesswärme und machen Abwärme nutzbar. Mit konzentrierender Solarthermie können Industriebetriebe den fossilen Energieeinsatz bei der Erzeugung von Prozesswärme bedeutend senken. In Kombination mit thermischen Speichern stellt sie eine wichtige Systemlösung für die Wärmewende dar.“

Dr. Constanze Adolf, Sprecherin der Fachgruppe und Head of Business Development der Lumenion GmbH:

“Neben der direkten Wärmespeicherung z.B. von Abwärme oder von Wärme aus konzentrierender Solarthermie, kann durch Betriebsmodi wie Power-to-Heat oder Power-to-Heat-to-Power auch Strom aus erneuerbaren Energien zwischengespeichert oder dem Wärmesektor zeitversetzt zugeführt werden. So lassen sich erneuerbare Erzeugungsspitzen flexibel und sektorenübergreifend nutzen.

Ein Beispiel: Thermische Speicher speichern Stromspitzen von erneuerbaren Erzeugungsanlagen als Hochtemperaturwärme ein. Sie stellen diese Energie dann als CO2-freien Prozessdampf für die Industrie oder zur Dekarbonisierung von Wärmenetzen, Quartieren und Gebäuden bedarfsgerecht zur Verfügung.

Wenn also eine erneuerbare Erzeugungsanlage pro Jahr zirka 1.500 Stunden Strom produziert, so ‚parken‘ thermische Energiespeicher diese Energie und stellen sie rund um die Uhr, das ganze Jahr – 8.760 Stunden – zur Verfügung. Unternehmen, Versorger und Verbraucher*innen können damit Energiebezugskosten mindern, da man immer dann einspeichert, wenn der Strompreis besonders günstig oder gar negativ ist und sich gegen steigende CO2-Kosten absichert. Daraus ergibt sich eine Vielzahl von Anwendungsfällen – von Industrie- und Kraftwerksstandorten bis zum Einfamilienhaus.

Die Vielzahl der existierenden Technologien ist genauso vielfältig wie ihre Anwendungen. Vom Kältespeicher bis hin zum Hochtemperaturspeicher mit Speichertemperaturen von bis zu über 1.000 Grad, ist alles möglich. Die thermische Energie wird dabei in Speichermedien wie Wasser, Stahl, Flüssigsalzen, Keramik, Vulkangestein, Thermoöl oder Phasenwechselmaterialien für die spätere Nutzung zwischengespeichert.”

Welches Vorurteil über thermische Speicher hören Sie immer wieder? Und was entgegnen Sie?

Dr. Constanze Adolf, Leiterin der Fachgruppe und Head of Business Development der Lumenion GmbH:

“Es wäre ja schön, wenn wir mit Vorurteilen konfrontiert wären. Das würde bedeuten, dass thermische Speicher und ihre Anwendungsmöglichkeiten viel diskutiert würden. Fakt ist aber, dass die Energiewende derzeit viel zu stark als Stromwende von der Gesellschaft, Politik und Medien wahrgenommen wurde. Die Wärmewende ist noch nicht in den Vordergrund gerückt, aber der Druck wächst langsam.

Es ist die Wärme, die vor besonderen Herausforderungen steht: Bis spätestens 2045 muss Wärme klimaneutral sein, wobei in Deutschland mehr als die Hälfte der stationären Energie als Wärme benötigt wird. Bisher wird dieser Verbrauch zu 85% mit fossilen Brennstoffen gedeckt. In einem Energiesystem, dass bis 2030 80% erneuerbare Energien integrieren soll, spielen daher Speichertechnologien, besonders zur Dekarbonisierung von Prozessdampf, Wärmenetzen, Quartieren und Gebäuden eine besonders wichtige Rolle.

Bereits heute gibt es eine Vielzahl von thermischen Speichern, die sofort gebaut und kostengünstig zur Erreichung der Klimaziele beitragen könnten. Was fehlt, ist der regulatorische Rahmen. Unser bisheriges Energiemarktdesign ist aus der fossilen Welt. Daher brauchen wir dringend gesetzliche Rahmenbedingungen, die auf ein erneuerbares, dezentrales, digitales Energiesystem ausgerichtet sind. Diese Fragen werden wir in der BVES Arbeitsgruppe thermische Energiespeicher genauso diskutieren, wie die Anforderungen an die benötigten Fachkräfte. Außerdem freue ich mich auf einen regen Austausch und gemeinsames Lernen innerhalb unserer Arbeitsgruppe”.

BVES veröffentlicht 10 Thesen zur Wasserstoffwirtschaft

Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) veröffentlicht 10 Thesen zur Wasserstoffwirtschaft, die einen Weg zur Versorgungssicherheit und Versorgungsqualität im EU-Binnenmarkt mit dem Langzeitspeicher Wasserstoff aufzeichnet.

Wasserstoff erlaubt die langfristige Speicherung großer Energiemengen mit geringem Verlust und erleichtert den Transport von Energie, dort, wo kein Stromnetz eingesetzt werden kann. Grüner Wasserstoff bringt die Dekarbonisierung bei Industrie, Gebäuden und Mobilität voran. Angesichts der wachsenden Rolle des Wasserstoffs im Energiesystem hat die Fachgruppe “Wasserstoff und PtX” des BVES die folgenden Thesen erarbeitet.

Wasserstoff ist der Schlüssel für eine energiewirtschaftliche und klimapolitische Gesamtstrategie, die die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit des Technologiestandorts stärkt. Die Wettbewerbsfähigkeit der grünen Wasserstoffwirtschaft muss mit klaren regulatorische Rahmenbedingen, Förderprogrammen und Anreizsystem weiter vorangebracht werden.

Die 10 Thesen zur Wasserstoffwirtschaft stehen auf der Website des BVES zum Download bereit.

Energiewende braucht Wärmewende, Wärmewende braucht Energiespeicher

Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) veröffentlicht Grundsatzpapier für thermische Energiespeichersysteme, das einen Einblick in die Technologien, Anwendungen sowie Marktpotenzial gibt.

Eine effiziente und nachhaltige Wärmeerzeugung ist eine zentrale Voraussetzung für das Erreichen der Klimaziele. Da mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs in Deutschland auf die Erzeugung von Wärme entfällt, erfordert die Energiewende ebenso eine Wärmewende wie auch die bereits fortgeschrittene Stromwende.

Die erfolgreiche Wärmewende ist nur unter Einbeziehung thermischer Speichertechnologien realisierbar. Sie ermöglichen die zuverlässige Bereitstellung von erneuerbarer Wärme und leisten ihren Beitrag zur Erhöhung der Energieeffizienz sowie zur Dekarbonisierung.

Das Grundsatzpapier “Energiewende braucht Wärmewende, Wärmewende braucht Energiespeicher” steht auf der Website des BVES zum Download bereit.

BVES veröffentlicht Sicherheitshinweise für Stromspeicher mit Hochwasserschäden

Angesichts der weitgehenden Zerstörung der Infrastruktur in den Überschwemmungsgebieten wurden auch Stromspeicheranlagen überflutet und beschädigt. Vor diesem Hintergrund veröffentlicht der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) Sicherheitshinweise zum Umgang mit Stromspeichern mit Wasserschäden.

Diese Anweisungen richten sich an alle Organisationen, Unternehmen und Haushalte, die eine Stromspeicheranlage besitzen und die  durch Überflutungen oder Wassereinbrüche beeinträchtigt oder physisch beschädigt worden ist.

Urban Windelen, Geschäftsführer des BVES: „Die Speicherbranche nimmt Verantwortung wahr und setzt sich dafür ein, dass die Gefährdung der Benutzer minimiert und die Kontaminierung der Umwelt durch beschädigte Geräte vermieden wird. Die Hinweise des BVES bauen auf unseren langjährigen Erfahrungen im Bereich der Speichersicherheit auf. Sie versorgen Anwender und Einsatzkräften mit einfachen und klaren Informationen zur Absicherung von Anlagen.“

Der BVES rät Anwendern dringend dazu, bei Beschädigung und Überflutung von Speichern umgehend die zuständigen Einsatzkräfte zu informieren. Es sollte keineswegs versucht werden, die Speicher selbst wieder in Betrieb zu nehmen.

Urban Windelen: „Wir hoffen, dass die Veröffentlichung und die Verbreitung dieser Hinweise hilft, Gesundheits-, Sach- und Umweltschaden zu verhindern und den Einsatzkräften vor Ort eine praktische Unterstützung zu ihrer Arbeit bietet.

Die Sicherheitshinweise stehen auf der Website des BVES zum Download bereit. Für Rückfragen steht der BVES als Branchenverband gerne zur Verfügung.

BVES: Das neue EU-Klimapaket ist ein großer Schritt in Richtung Energiewende

Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) begrüßt Fit for 55-Paket der EU-Kommission und das EU-Ziel bis 2050 klimaneutral zu werden.

Urban Windelen, Geschäftsführer des BVES:  „Das Paket Fit for 55 zeigt den Weg auf, wie die Klimaziele in Europa erreicht werden sollen. Das neue Prinzip der EU ist es Investitionen in Innovationen voranzubringen. Kohlenstoff wird bepreist und Innovationen prämiert. Fit for 55 gibt wichtige Impulse an Investoren und Industrie“.

Markthochlauf für grünen Wasserstoff

Die Kommission führt ein Zertifikatesystem für grünen Wasserstoff ein, damit bekommt der Zertifikatehandel Wasserstoff einen wichtigen Impuls und macht Investitionen in Wasserstofftechnologien attraktiver. Gestärkt wird damit die Produkt- und Wertschöpfungskette hin zu Power-to-X-Produktlinien und zu langfristigen Speicherlösungen mit Wasserstoff. Der Plan der EU-Kommission bis 2030 im Radius von 150 km mindestens eine Wasserstoff-Tankstelle anzubieten wäre ein Meilenstein für den Aufbau des Wasserstoffmarktes.

Überarbeitung der Erneuerbare Energien Richtlinie (RED II)

Die EU hat einen überarbeiteten Entwurf der Erneurbare Energien Richtlinie RED II vorgelegt. Das Ziel ist: Den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 auf bis zu 40 % auszubauen. Dabei konzentriert sich die Kommission erneut auf die Stärkung eines flexiblen und sicheren Energiesystems.

Urban Windelen: „Diese Ziele sind nur durch die Integration von Energiespeichern in das Energiesystem erreichbar. Die Teilnahme von EU-Energiekommissarin Kadri Simpson bei der BVES-Energiespeicherkonferenz ESS zeigt Wirkung und hat geholfen, dass die Bedeutung von Speichern für den EU-weiten Energiemarkt endlich anerkannt wird“.

Klare Ziele für die Ladeinfrastruktur

BVES begrüßt auch die Pläne zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität. In konkreten Zahlen schlägt die EU-Kommission für PKW Folgendes vor:

  • 2025: 300 kW-Ladesäuleninfrastruktur im Abstand von 60 km
  • 2035: 600 kW-Ladesäuleninfrastruktur im Abstand von 60 km

Für E-LKW schlägt die EU-Kommission vor:

  • 2025: 1.400 kW im Abstand von 60 km
  • 2030: 3.500 kW im Abstand von 60 km

Insgesamt plant die EU bis 2030 zwei Millionen Ladestationen zu errichten. Dabei sollen in Stadtzentren und Ballungsräumen ein höheres Leistungsangebot geschaffen werden.

Allerdings sind die Berichte über ein komplettes Verbot des Verbrennungsmotors nicht korrekt. Tatsächlich wirbt die EU-Kommission nur dafür, dass ab 2035 Autos kein CO2 mehr ausstoßen.

Ausbau des Emissionshandels

Der Emissionshandel als marktwirtschaftliches Instrument hat sich bewährt: Aktuell liegt der Preis für eine Tonne CO2-Rechte bei rund 55 Euro – Tendenz steigend. Die EU-Pläne den Emissionshandel auszubauen werden weiteren Industrien einen wichtigen Anstoß zur CO2-Emissionssenkung geben. Bisher gilt das sogenannte Emissions Trading System (ETS) für Energieerzeuger, Industrie und den innereuropäischen Luftverkehr. Neu hinzu kommen soll ein Emissionshandel für Gebäude und Verkehr, der ab 2026 greifen und zunächst parallel geführt wird.

Allerdings hat der Vorschlag der EU-Kommission noch einen langen Weg vor sich, bis die Pläne in Gesetzesform gegossen sind. Regierungen von Mitgliedsstaaten und Mitglieder des Europäischen Parlaments haben bereits Änderungswünsche geäußert, so auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Er kündigte heute an, dass er die Maßnahmen prüfen und ggf. alternative Vorschläge unterbreiten wird.

Energierechtsänderungen aktivieren die Speicher für die Energiewende

BVES begrüßt die EnWG Novelle. Die Doppelbelastung von Speichern nahezu beendet. Mit dem neuen Energierecht ist die Grundlage gelegt: Speichertechnologien spielen nun eine zentrale Rolle im Energiesystem.

Der Bundestag hat heute die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) beschlossen.Der BVES begrüßt das neue Energierecht. Es ermöglicht neue Investitionen und geben zukunftsfähge Impulse für den Einsatz von Energiespeichern im Energiesystem. Die doppelte und mehrfache Belastungen mit Steuern, Umlagen und Abgaben werden weitgehend aufgehoben.

Urban Windelen, BVES Bundesgeschäftsführer: „Jetzt werden Speicher endlich aktiviert! Bei letzter Gelegenheit in dieser Legislatur öffnet sich nun doch noch die Tür für einen systemischen Einsatz sowie den effizienten Multi-Use von Energiespeichern – für ein sicheres, nachhaltiges und kosteneffizientes Energiesystem.“

Sowohl Großspeicher, die nach Ausschreibungen für das Energiesystem im Einsatz sein werden, als auch die über 350.000 kleineren Heim-Speicher in Gebäuden können zukünftig mehrere Dienstleistungen gleichzeitig anbieten (Multi-Use) und marktlich aktiv sein. Doppelte Abgaben, Umlagen und Steuern werden nach der Novelle des Energierechts nicht mehr anfallen.

Multi-Use mit neuen Geschäftsmodellen

Bisher durften Speicher nur Eigenversorgungsleistung erbringen. Anlagen sind nun von dem eindimensionalen Single-Use befreit. Novelle des § 61l EEG nehmen Sie in Zukunft aktiv an den zahlreichen Strommärkten teil. Mit der sogenannten doppelten gewillkürten Vorrangregelung werden diese Speicher wie ein reiner Netzspeicher behandelt.  Damit kommen zwei Zähler zum Einsatz. Die bürokratischen Hürden für das Messkonzept von Multi-Use Speichern entfallen. Mit der Umsetzung des Gesetzes in dieser Form folgt der Gesetzgeber den Vorschlägen des BVES.

Das ursprüngliche Vermarktungsverbot für Großspeicher wurde gestrichen. Voraussetzung ist, dass sie aufgrund einer Ausschreibung oder Vereinbarung mit einem Netzbetreiber betrieben werden. Laut § 11a Abs. 2 EnWG darf ein Speicher auch in den Multi-Use-Modus. Der Vorteil, er nimmt an den Strommärkten aktiv teil; zumindest mit der Leistungsfähigkeit die durch den Netzbetreiber gesetzten Anforderungen übertrifft. Wird die Anlage zeitweise oder dauerhaft nicht für die Erfüllung der Vereinbarung mit dem Netzbetreiber benötigt, dürfen diese zusätzliche Leistung und Arbeit an den Strommärkten veräußert werden. Grundsätzlich nimmt das EnWG damit den Impuls der EU auf, Speicher verstärkt zur Netz-Optimierung einzusetzen. Gleichzeitig wird eine ausgewogene Entscheidungsreihenfolge festgelegt. Der Nachteil bleibt: Die EU-Vorgaben werden nicht 1:1 umgesetzt. Trotz der Verbesserungen führt die Gesetzgebung dazu, dass Deutschland bei der Energiespeicherpolitik einen Sonderweg geht. Statt eines Politikansatzes aus einem Guß droht nun wieder ein europäischer Flickenteppich.

„Unsere Kernforderung – die korrekte Umsetzung der EU-Elektrizitätsbinnenmarkts-Richtlinie in deutsches Recht und damit die Übernahme der höheren Freiheitsgrade für Prosumer und generell für Speicher – ist weitgehend erfüllt.“, so Windelen weiter. „Schade ist, dass es nicht auch die gute Definition von Energiespeicherung ins Gesetz geschafft hat. Damit fehlt weiter die Verankerung von Energiespeicherung als die vierte Säule im Energiesystem neben Erzeugung, Transport und Verbrauch von Energie.“

Der BVES dankt der Bundesregierung, den Bundestagsabgeordneten und Bundesrat sowie den Behörden, etwa  Bundesnetzagentur, für die konstruktiven Diskussionen in den letzten Jahren. Im Ergebnis haben Sie dazu beigetragen, dass die komplexe Regulatorik für Speicher entschlackt worden ist. Weniger Bürokratie bedeutet mehr Investitionen und ein flexibleres Energiesystem.

Urban Windelen: „Endlich können Speicher ihre Stärken auch ausspielen. Die neuen Regelungen im EnWG und EEG sind ein Meilenstein für das Multifunktionswerkzeug Energiespeicher. Noch sind nicht alle Hürden entfernt und Schlaglöcher ausgeglichen, etwa bei der Sektorenkopplung und Technologien wie Pumpspeichern oder Wasserstoff, doch ein Anfang ist endlich gemacht und Speicher werden nicht mehr länger an der Marktteilnahme behindert.“