BVES veröffentlicht SICHERHEITSLEITFADEN LITHIUM-IONEN HAUSSPEICHER in Kooperation mit anderen Verbänden (BSW-Solar, ZVEH, DGS und StoREgio)

Gemeinsame Verbände-Expertengruppe definiert die Sicherheitsanforderungen für eigensichere Batteriespeichersysteme auf Lithium-Ionen-Basis

Berlin, 14. November 2014: Batteriespeicher sind schon heute nicht mehr aus dem Solarstrom –Markt wegzudenken. Sie verbessern den Eigenverbrauch, entlasten das Stromnetz und machen die Betreiber von Solarstromanlagen unabhängiger von steigenden Energiepreisen. Um vor allem die Sicherheit im Betrieb beim Einsatz von Speichersystemen in Wohngebäuden zu verbessern und in Zukunft auf ein einheitliches und nachvollziehbares Niveau zu bringen, hat ein Zusammenschluss von Verbänden heute den „Sicherheitsleitfaden Li-Ionen Hausspeicher“ veröffentlicht. Er stellt keine Norm dar, sondern ergänzt den aktuellen „Stand der Technik“.

Da Normen als „allgemein anerkannte Regeln der Technik“ einen längeren Prozess einhalten müssen, stellt der Leitfaden während des Normungsprozesses und bis zur Veröffentlichung der Normen bei der Herstellung und dem Betrieb von Batteriespeichersystemen auf Lithium-Ionen-Basis eine Empfehlung für die Branche dar. Die Expertengruppe der Verbände lädt alle noch nicht an dem Prozess beteiligten Marktteilnehmer ein, auch Ihre Erfahrungen und Wissen zum Thema Batteriesicherheit einzubringen.

Der „Sicherheitsleitfaden Li-Ionen Hausspeicher“ deckt folgende Themen ab:

  • Selbst bei einem Fehler (z.B. in der Schutztechnik) darf kein unsicherer Zustand auftreten – somit definiert er ein „Eigensicheres Batteriespeichersystem“
  • Es werden die insgesamt 41 Schutzziele definiert hierzu anwendbaren Normen benannt und auch mögliche präventive oder korrektive Maßnahmen aufgezählt.
  • Sicherheitsanforderungen an die Produkte, welche nicht durch Normen, Richtlinien, Verordnungen, Fachregeln abgedeckt sind, werden entsprechend des Stands der Technik beschrieben.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), der Bundesverband Energiespeicher (BVES), der Verein StoREgio Energiespeichersysteme e.V., der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) sowie die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) haben den Leitfaden gemeinsam erarbeitet und veröffentlicht. Beteiligt an der Erstellung waren der TÜV Rheinland, der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V., CETECOM ICT Services GmbH, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie der ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.

Die beteiligten Prüflabore (TÜV Rheinland, VDE und CETECOM) haben sich darüber hinaus auf einheitliche Testkritierien zur Überprüfung des Leitfadens verständigt.

Den Leitfaden finden Sie hier und auf den Webseiten der beteiligten Verbände.

Aufgrund der Aktualisierung des Stands der Technik mittels des Leitfadens wird auch der Speicherpass für Batteriespeicher in Kombination mit Solarstromanlagen aktualisiert. In den für Verbraucher kostenlosen Pass ist ein umfassendes Sicherheitskonzept eingeschlossen. Sie finden ihn unter: www.speicherpass.de

Die Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten von Batteriespeichern zeigt die von der Bundesregierung im Rahmen des Speicherprogramms geförderte Webseite: http://die-sonne-speichern.de. Hier finden Sie auch einen Kurzfilm zum Thema.

Neue Speicher statt alter Kohlekraftwerke: Mit Speichertechnologien zur erfolgreichen Energiewende

Berlin, 8. Oktober 2014. Mit 27,7 Prozent liegt der Anteil der erneuerbaren Energien in den vergangenen neun Monaten auf Rekordhoch. Damit rückt das Ziel der Bundesregierung, bis 2025 den Anteil auf 40 bis 45 Prozent zu steigern, näher. Doch mit der Zunahme von volatilen Energien steigen nicht nur die Herausforderungen für die Stromnetze, es gilt in Zukunft auch an sonnen- und windarmen Tagen die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

„Speicher sind die idealen Partner der erneuerbaren Energien“, erklärt Urban Windelen, Geschäftsführer des Bundesverbandes Energiespeicher (BVES), am Rande der heute stattfindenden Speicherkonferenz des Bundeswirtschaftsministeriums. „Aktuell sichern vor allem alte Kohlekraftwerke unsere Energieversorgung, wenn die Sonne mal nicht scheint und der Wind nicht weht – mit den entsprechenden Folgen für Klima und Umwelt. Speicher sind hier nicht nur die deutlich klimafreundlichere Alternative, sie sorgen auch durch ihre dezentrale Einsatzfähigkeit für Netzstabilität, indem sie schnell und flexibel am Verbrauchsort Energieüberschüsse speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen.“

Speicher statt Netzausbau
Eine der großen Herausforderungen der Energiewende ist es, die zeitliche und räumliche Diskrepanz zwischen Energieproduktion und Verbrauch in Einklang zu bringen. Der Netzausbau soll hier Abhilfe schaffen. Doch Großprojekte wie Höchstspannungsleitungen quer durch Deutschland stoßen bei der Bevölkerung häufig auf Ablehnung. „Ohne die Akzeptanz der Bevölkerung ist die Energiewende nicht umsetzbar“, so Urban Windelen. „Statt einseitig auf Netzausbau zu setzen, sollte in Forschung und Entwicklung der Speichertechnologien investiert und ein fairer Zugang zum Markt ermöglicht werden. Denn Speicher als dezentrale Systemlösung genießen eine deutlich höhere Akzeptanz vor Ort. Zudem machen sie uns unabhängiger von Stromimporten aus dem Ausland.“
Prof. Dr. Eicke R. Weber, Präsident des BVES, ergänzt: „Heute geht es darum, die volatile Einspeisung von erneuerbaren Energien abzufedern und den erneuerbaren Strom zu gesicherter Leistung aufzuwerten. Zukünftig ist es entscheidend für die Versorgungssicherheit, dass genügend Strom zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung steht. Dies können Speicher besonders gut gewährleisten, denn im Gegensatz zum Netz decken sie nicht nur die räumliche, sondern auch die zeitliche Komponente ab.“

Speicher sind günstiger
Kritiker führen häufig den Kostenfaktor als Grund an, warum der Ausbau der Speicher nicht schneller voran getrieben werden solle. Dieses Argument wird auch beispielsweise in der jüngsten Speicherstudie der Agora Energiewende angeführt. Doch die Bewertung der Kosten müssten für das gesamte System gesehen werden, meint Urban Windelen. „Milliarden für Netzausbau und konventionelle Kraftwerke sowie deren negativen Folgen für die Umwelt – diese Kosten werden häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Doch aus volkswirtschaftlicher Perspektive geht es um die Gesamtkosten der Energiewende. Da dürfen wir nicht nur den Strommarkt allein betrachten, auch der Wärme- und der Mobilitätsmarkt spielen eine Rolle.“ Bei der Power-to-Gas Speichertechnologie kann beispielsweise überschüssiger Strom mithilfe der PEM-Elektrolyse in Wasserstoff verwandelt werden, der dann in der Industrie oder im Wärmemarkt zum Einsatz kommt.

Urban Windelen wird neuer Geschäftsführer des Bundesverbandes Energiespeicher

Der 43-jährige Jurist übernimmt das Amt zum 1. Oktober

Berlin – Urban Windelen wird neuer Geschäftsführer des Bundesverbandes Energiespeicher (BVES). Der 43-jährige Volljurist übernimmt zum 1. Oktober 2014 die Nachfolge von Dr. Harald Binder. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Energiespeicher sind ein wichtiger Baustein für die Energiewende. Die Bedeutung wird jedoch noch häufig unterschätzt. Als Geschäftsführer des Bundesverbandes Energiespeicher werde ich mich für eine breite Anerkennung der Speichertechnologien in Politik und Medien und Gesellschaft einsetzen sowie für eine stärkere Nutzung moderner Energiespeicher engagieren.“

Prof. Dr. Weber, Präsident des BVES, ergänzt: „Wir sind ein Verband der Energiewende. Unsere Mitglieder wollen die Energiewende aktiv gestalten und beschleunigen. Speicher und ihre Einbindung in das Energiemarktdesign sind von elementarer Bedeutung hierfür. Ihre Förderung durch Marktdesign und auch direkte Unterstützung sind daher unerlässlich. Wir freuen uns, dass wir mit Urban Windelen einen Geschäftsführer gefunden haben, der gemeinsam mit uns diese wichtige Aufgabe vorantreibt und seine Fachkenntnisse und energiepolitischen Erfahrungen einbringt.”
Urban Windelen war zuletzt mit einem eigenen Beratungsunternehmen im energiewirtschaftlichen Umfeld tätig. Mit weiteren beruflichen Stationen etwa bei Shell oder dem Recyclingverband BDE sowie der Mitarbeit im Umweltexpertenpanel des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln belegt Herr Windelen breite Fachkenntnisse und langjährige Erfahrung im Energie-/Umweltrecht und im gesamten Energiesektor.

Speichertechnologien als Schlüssel zur Energiewende

Branchenführer treffen sich zur Messe „Energy Storage Europe“ vom 25.-27. März 2014 in Düsseldorf – Der Bundesverband Energiespeicher (BVES) fordert fairen Marktzugang statt Subventionen

Düsseldorf, 25. März 2014. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn Speichertechnologien die natürlichen Schwankungen volatiler Energieträger ausgleichen. Unter diesen Vorzeichen lädt der Bundesverband Energiespeicher (BVES) Innovationsführer der Speichertechnologie sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft vom 25.-27. März 2014 zur „Energy Storage“ Messe und Fachkonferenz nach Düsseldorf. Es präsentieren sich fast 70 Aussteller sowie über 800 Experten und 100 Redner aus über 40 Ländern.

Speichertechnologien nehmen ein Überangebot an Sonnen- und Windenergie auf und machen es bei Flauten, sonnenarmen Tagen oder in der Nacht verfügbar. Deshalb sind sie als Partner der Erneuerbaren Energien so wichtig. Auch bei der Umwandlung von Energie in Wärme oder auf dem Feld der Elektromobilität kommt es auf den richtigen Speicher an. „Die Speichertechnologie ist weiter entwickelt als manche glauben“, erklärt Prof. Dr. Eicke R. Weber, Präsident des BVES und Chairman der Konferenz. „Ob Pumpspeicher, Batterien oder Power-to-Gas: Es gibt für jeden Bedarf maßgeschneiderte Lösungen.“ BVES-Geschäftsführer Dr. Harald Binder ergänzt: „Mit den heute verfügbaren Speichern wird die bisherige Stromwende zur Energiewende. Sie sind die nötige Brücke zu Wärmeversorgung und Mobilität.“

Fairer Marktzugang statt Subventionen
Mit der Präsentation moderner Speichertechnologien verbindet die im BVES organisierte Branche auch Forderungen an die Politik. Prof. Dr. Eicke R. Weber: „Die Speichertechnologie ist so weit fortgeschritten, dass sie schon heute eine tragende Rolle bei der Energiewende spielen kann. Wir fordern die Bundesregierung auf, hierfür die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Die gegenwärtigen Regelungen machen Strom aus Energiespeichern unnötig teuer.“ Energiespeicher müssen derzeit für Strom, den sie aus dem öffentlichen Netz beziehen, Letztverbraucher-Abgaben und Steuern entrichten. Sie verbrauchen den Strom aber nicht, sondern federn lediglich Stromspitzen ab, die sie später wieder ins Netz einspeisen. Dort sorgt die EEG-Umlage für einen weiteren Preisaufschlag. „Es geht uns nicht um Subventionen“, erklärt Dr. Harald Binder. „Uns geht es um einen fairen Marktzugang und die Förderung von Forschung und Entwicklung. Strom aus Energiespeichern wird bisher unsinnigerweise doppelt mit Abgaben belegt. Da muss die Bundesregierung ran, wenn sie es mit der Energiewende und dem dafür notwendigen Ausbau der Erneuerbaren ernst meint.“

Anziehungspunkt für deutsche und internationale Branchenführer
Die Konferenzmesse Energy Storage steht in einer Reihe mit weiteren Branchentreffen, die die Messe Düsseldorf in China, Japan, Indien und den USA veranstaltet. Neben der Präsentation innovativer und kosteneffizienter Lösungen erfahren die Besucher in Diskussionen und Vorträgen, welche Standards und politische Rahmenbedingungen die Entwicklung der Branche vorantreiben und hemmen sowie welche Marktchancen sich den Akteuren bieten. „Das Hauptziel der weltweiten Veranstaltungsreihe ist es, die wichtigsten Akteure aus Industrie, Forschung und Politik zusammenzubringen. Durch gemeinsames Netzwerken, Wissensvermittlung und konkrete Geschäftsabschlüsse wird so die Entstehung und Ausweitung eines weltweiten Speichermarktes nachhaltig unterstützt“, so Prof. Dr. Weber.
Zu den Besuchern der Messe gehören in diesem Jahr neben NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) und NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) über 800 Führungskräfte aus allen wichtigen Bereichen der Speicherbranche. Auch viele internationale Gäste sind vertreten. Prof. Dr. Eicke R. Weber: “Wir begrüßen in diesem Jahr besonders die Mitglieder einer hochrangigen Expertenkommission aus Kalifornien. Ihre Teilnahme an der Konferenz zeigt deutlich das große internationale Interesse, mit Deutschland auf dem Gebiet der Energiewende zusammenzuarbeiten.“