Studie zu deutschen Stromexporten: Mehr Flexibilität durch Speicher

„Zwischen Überschuss und Mangel wird sichtbar, dass Flexibilität das Element der Stunde ist“, Thomas Speidel, Präsident Bundesverband Energiespeicher BVES

Berlin, den 4. September 2017 – Die deutschen Stromexporte sind stark angestiegen. Darauf macht eine Studie des Beratungsunternehmens ERA – Energy Research Architecture im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen jüngst aufmerksam. Die Analyse benennt die Inflexibilität von Braunkohle- und Atomkraftwerken durch ihre starre Fahrweise als Ursache. Ihre Inflexibilität steht in Konflikt mit der Flexibilität von erneuerbarer Stromerzeugung und behindert eine Balance von Angebot und Nachfrage im Strommarkt. Der Ausbau von erneuerbaren Energien wird auf diese Weise künstlich verlangsamt.

Das Energiesystem muss in seiner gesamten Dynamik betrachtet werden

„Zwischen Überschuss und Mangel wird sichtbar, dass Flexibilität das Element der Stunde ist. Das dezentrale Energiesystem der Zukunft muss in seiner ganzen Dynamik betrachtet und mit der physikalischen Flexibilitätsanforderung direkt in der Fläche umgegangen werden“, kommentiert Thomas Speidel, Präsident des BVES Bundesverband Energiespeicher e.V. die Studie.
Die Verankerung von Energiespeichern als vierte Säule im Energiesystem (neben Erzeugung, Verbrauch und Transport) ist für eine nachhaltige Lösung des Problems unverzichtbar. Speichertechnologien können die Balance von Energieproduktion und Energieverbrauch bei einem hohen Anteil von erneuerbaren Energien herstellen und die Wirtschaftlichkeit der Energieversorgung entscheidend optimieren. Sie stellen die Flexibilität und Systemstabilität zur Verfügung, die ein CO2-armes Energieversorgungssystems braucht.
Thomas Speidel: „Um ein stabiles Hybridsystem umsetzen zu können, ist es dringend erforderlich, dass Energiespeicher im gesamten System die Rolle zugewiesen bekommen, die sie physikalisch besitzen und regulatorisch endlich auch haben müssen. Energiespeicher sind keine Erzeuger oder Letztverbraucher, sondern zeitliche Verzögerungsglieder, die als Flexibilität entscheidend sind.“

„Erneuerbare prägen schon heute die Energieversorgung. Konsequentes Handeln in der deutschen Politik wird somit immer wichtiger, denn Fehlinvestitionen oder ausbleibende Entscheidungen führen zu hohen Kosten oder im Extremfall gar zur Instabilität von einem der besten Energiesysteme dieser Erde“, so Speidel weiter.