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EUROPA – Übersetzungsarbeiten „Guideline for System Operation“ abgeschlossen, Übergang in „Scrunity Periode“

Berlin, 03. März 2017 – Seit 2015 schreiben Deutschland, die Niederlande, Schweiz und Österreich ihren Bedarf an Primärregelleistung gemeinsam aus. Auch Dänemark, Belgien sowie zuletzt Frankreich im Januar sind dem gemeinsamen Ausschreibungsgebiet beigetreten, womit sich das wöchentliche Marktvolumen auf aktuell etwa 1400 MW bemisst.
Primärregelenergie wird zur schnellen Stabilisierung des Netzes innerhalb von 15 bis max. 30 Sekunden benötigt. Danach greift bereits die Sekundärregelenergie ein, die innerhalb von 5 Minuten voll zur Verfügung stehen muss. Schnelle Speichertechnologien eignen sich ideal für die Bereitstellung von Primärregelenergie. Über hochsensible Leistungselektronik steuern sie den gewünschten Frequenzwert punktgenau an und leisten einen wichtigen Beitrag für einen stabilen, zuverlässigen und kostengünstigen Regelenergiemarkt. Die Zugangsbedingungen dieses zusehends internationalen Marktes sind auf europäischer Ebene in der „Guideline for System Operation“ geregelt, die im vergangenen Mai finalisiert wurde.

Bisher gilt: pauschal 15 Minuten als Präqualifikationskriterium

Nach langem Warten sind die Übersetzungsarbeiten der Guideline nun endlich abgeschlossen und die sog. „Scrunity Periode“, welche die Prüfung des Verfahrens seitens des Parlamentes und Rates beinhaltet, hat begonnen. „Wir hoffen, dass die Guideline noch vor Ende Juni förmlich angenommen werden kann“, so ein Kontakt der DG ENERGY der EU-Kommission.
Im weiteren Verlauf wird ab Juli die Erarbeitung der Methodologie für die geplante Kosten-Nutzen-Analyse beginnen. Bis zum Abschluss der Analyse gelten pauschal 15 Minuten als Präqualifikationskriterium, es sei denn der Übertragungsnetzbetreiber belegt für seine Regelzone eine abweichende Anforderung, die von den nationalen Regulierungsbehörden zu bestätigen ist.

BVES im Dialog mit ÜNB

Der BVES ist hierzu in intensivem Austausch mit den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB), dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), der Bundesnetzagentur (BNetzA) und der EU-Kommission. Zu klären ist letztlich, wie ein für alle Technologien einheitlicher Standard sowie ein transparentes und diskriminierungsfreies Präqualifikationsverfahren erreicht werden können.