BVES in gemeinsamer Erklärung zur EU-Electricity Market Design Directive (MDD) and Regulation (MDR)

Der BVES verstärkt seine Forderungen zur EU-Electricity Market Design Directive (MDD) and Regulation (MDR) in einer gemeinsamen Erklärung mit Vertretern der europäischen Energiebranche. Anlässlich der bevorstehenden Konferenz „Charge for Change: Innovative Technologies for Energy-Intensive Industries” in Linz, zu der hochrangige Vertreter der EU-Energiepolitik geladen sind, richtet sich das Schreiben an den österreichischen Vorsitz im Rat der EU sowie den EU-Energieministern und Ständigen Vertretungen in der EU.

Der BVES hat sich zuvor in die MDD-Trilogverhandlungen mit einer Position eingebracht. In der gemeinsamen Erklärung betont der Verband die herausragende Bedeutung von dezentralen Energiespeichern im Energiesystem und hebt die besondere Rolle von nachfrageorientierter Flexibilität hervor. Die EU-Mitgliedsstaaten müssen nun die Gelegenheit zur MDD/MDR nutzen, um die Potenzialentfaltung von Energiespeichern für das Energiesystem wirksam zu heben.

 

Internationale BVES-Kooperationen – Aktuelle Informationen

Aktuelle Informationen zu:

USA

China

Japan

 

USA:

Die Energy Storage North America (ESNA) in Pasadena (Kalifornien) ist die wichtigste Veranstaltung der Energiespeicherbranche in Nordamerika. Sie deckt alle Speicheranwendungen und deren Systemintegration in Nordamerika ab. Zur diesjährigen ESNA (6. bis 8. November) rücken zudem die Themen Mobilität und Infrastruktur durch den Kooperationspartner Calstart (dem amerikanischen Konsortium für fortschrittliche Transporttechnologien) noch stärker in den Fokus. Auf einer gemeinsamen Konferenz werden die Bereiche klimafreundliche Verkehrstechnologien, wie auch Verkehrspolitik und -infrastruktur diskutiert. Die ESNA 2018 bietet eine hervorragende Plattform für den Austausch zwischen Automobilherstellern, Zulieferern, Flottenmanagern, Versorgungsunternehmen, Vertretern energieintensiver Industrien, politischen Entscheidungsträgern und weiteren Stakeholdern.

Die Frist Registrierung für Early Bird-Tickets endet am Freitag, den 14. September! Weitere Informationen.

Weitere Informationen zur ESNA 2018

Weitere Informationen zu den BVES-Sonderkonditionen

Übersicht zu den (noch) verfügbaren Aussteller- und Sponsoringpaketen

 

China:

Die Energy Storage China (ESC) ist China’s führende Konferenzmesse zu Energiespeichertechnologien. Die von der Messe Düsseldorf Shanghai veranstaltete Konferenzmesse Energy Storage China wird dieses Jahr vom 19. und 20. September in Tangshan stattfinden. Begleitend zur zweitägigen Konferenz gibt es eine Table-Top Ausstellung anstatt einer Messe, die für das Networking zusammen mit der Reception am ersten Abend ein direkteres Format schafft. Das Schwerpunktthema der Konferenzmesse sind Elektromobilität und Batterietechnologien.

Der BVES wird mit einer Delegation vor Ort sein. Für Delegationsteilnehmer besteht die Möglichkeit mit einem Vortrag auf der Konferenz vertreten zu sein. Hinzukommen exklusive Termine mit Vertretern aus Politik und Energiebranche. Bei Interesse bitten wir um kurzfristige Meldung in der BVES-Geschäftsstelle.

Weitere Informationen zur ESC 2018 (inklusive “ESC – 5 Reasons Why”)

Übersicht zum geplanten ESC 2018-Programm

Weitere Informationen zu den BVES-Sonderkonditionen

 

Japan:

Der “Energy Storage Summit Japan“ (ESSJ) ist Teil der global aufgestellten “Energy Storage”-Konferenzmessenreihe der Messe Düsseldorf. Japan zählt zu den vielversprechendsten Märkten für Energiespeichertechnologien. Wer diesen Markt aus nächster Nähe kennenlernen möchte, sollte sich den nächsten ESSJ-Termin zum 16. – 18. Oktober 2018 in Tokio notieren. Tickets sind ab jetzt nur solange der Vorrat reicht über die ESSJ-Webseite erhältlich. Für BVES-Mitglieder besteht die Möglichkeit als Teilnehmer der BVES-Delegation die ESSJ 2018 inklusive der Programmvorteile zu erleben. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei der BVES-Geschäftsstelle.

Weitere Informationen

Ein intelligentes Strommarktdesign setzt auf Flexibilität – Stellungnahme zur EU-Electricity Market Design Directive

Energiespeicher sind eine Schlüsseltechnologie, um Erzeugungsanlagen, Verbrauchseinrichtungen und auch das Netz effizienter, leistungsstärker sowie ökonomischer und flexibler zu machen. Als Schlüsseltechnologie schaffen sie die konstitutiven Voraussetzungen für Verbraucher, die eine aktive Rolle in der Energiewende übernehmen wollen.

Die Systemintegration der Schlüsseltechnologie Energiespeicher ist ein Fokusthema der aktuellen EU-Trilogverhandlungen zur Elektrizitäts-Binnenmarkt-Richtlinie (MDD). Der BVES hat sich in die laufenden Trilog-Verhandlungen mit einer Stellungnahme zur MDD konstruktiv eingebracht (siehe BVES-Stellungnahme).

Der BVES begrüßt in seiner Positionierung, dass die überfällige und vom Verband lange geforderte Energiespeicherdefinition nun ein grundlegender Bestandteil der MDD ist.  Energiespeicher müssen endlich als das definiert werden, was sie sind: Speicher – zeitliche Verzögerungselemente, die nicht in die klassischen Energiesystemkategorien Erzeuger, Verbraucher oder Transport passen. Die EU-Definition von Speichern geht nun in diese zielführende Richtung.

Eine weitere Maxime in der MDD muss die Einhaltung des Unbundling-Prinzipes sein. Netzbetreiber können folglich Speicherdienstleistungen über das sogenannte „Drittbetreibermodell“ am Markt beschaffen. Im Sinne eines technologieoffenen Level-Playing Fields mit fairen und offenen Marktzugangs- und Beschaffungsverfahren für alle Marktteilnehmer muss dieses Grundprinzip beibehalten werden und darf nicht in definitorischen Grauzonen wie beispielsweise dem Label “fully integrated network components“ verblassen.

„Flex it First“ – dieser Leitsatz subsumiert eingängig geeignete Handlungsansätze für die MDD. Verteilnetzbetreiber und Übertragungsnetzbetreiber sollten Speicher als Flexibilitätsoption in ihren Netzentwicklungsplänen berücksichtigen, anstatt sich allein auf den Netzausbau zu beschränken. Die gesamtsystemischen Vorteile, die ein „Flex it First“-Ansatz ermöglicht, werden auch von aktiven Verbrauchern vorangetrieben, die selbsterzeugte erneuerbare Energie mittels Speichern der Gemeinschaft zur Verfügung stellen. Ein zeitgemäßes Strommarktdesign darf keine überproportional hohen Hürden für „aktive Verbraucher“ aufstellen. Der BVES begrüßt ausdrücklich, dass dies in den laufenden Verhandlungen erkannt wird.

Im Zuge des EU-rechtlichen Updates können jetzt wesentliche Weichenstellungen zur verbesserten Systemintegration von Speichern und zur Stärkung der Verbraucher bei der Umsetzung eines dezentralen, nachhaltigen Energiesystems rechtzeitig gelegt werden.

Der BVES plädiert dafür, dass die MDD-Trilogverhandler diese Chancen wahrnehmen und fordert, dass sie die rechtliche Einordnung von Speichern als vierte Säule des Energiesystems – wie in den aktuellen Arbeitspapieren angelegt – nun auch umsetzen.

1 + 1 = 2! Stellungnahme zur eichrechtskonformen Verrechnung mehrerer Messwerte

  • Der BVES positioniert sich im Rahmen der aktuellen Anpassung der Mess- und Eichrechtverordnung für die eichrechtliche Anerkennung der in der Praxis verbreiteten Verrechnung von zwei oder mehreren mit geeichten Zählern gemessenen Messwerten.
  • Der BVES hat mit seinem Messkonzept, anknüpfend an § 61k EEG für den multivalenten Betrieb von Speichern, bereits eine Anwendungshilfe zur eichrechtlich konformen Messung und Zuordnung der Energieflüsse in und aus dem Speicher veröffentlicht.
  • Praxisferne Widersprüche unter den aktuellen eichrechtlichen Bedingungen müssen aufgelöst werden und der politische Wille für moderne, gemischte Speichermodelle auch im Eichrecht Ausdruck finden.

Berlin, 27. August 2018 – Ergibt eine geeichte 1 plus eine geeichte 1 in der Summe ausreichend sicher eine 2? Der BVES bezieht in dieser Frage Stellung zur aktuellen Konsultation der EEG/KWKG-Clearingstelle, welche die Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB) in der Ausgestaltung einer Regel nach § 46 des Mess- und Eichgesetzes unterstützt (siehe BVES-Stellungnahme).

Der BVES begrüßt, dass die Einbindung der EEG/KWKG-Clearingstelle die ursprüngliche Absicht der zweiten Änderungsverordnung zur Mess- und Eichverordnung (§ 25 Nr. 7 MessEV) stärker voranbringt: nämlich die Verrechnung von zwei oder mehreren mit geeichten Zählern gemessenen Messwerten eichrechtskonform zu ermöglichen. Geeicht erfasste Werte müssen addiert werden können, ohne die Summe erneut geeicht zu erfassen.

Der BVES hat mit dem BVES-Messkonzept hierfür bereits die Grundlagen gelegt. Das BVES-Messkonzept wurde anknüpfend an § 61k EEG für den multivalenten Betrieb von Speichern veröffentlicht, um eine rechtssichere Anwendungshilfe zur Messung und Zuordnung der Energieflüsse in und aus dem Speicher zu bieten.

Nun ist es von fundamentaler Bedeutung, dass der politische Wille aus § 61k EEG (zur Anwendung von modernen gemischten Speichermodellen) gefördert und nicht durch zusätzliche regulatorische Vorgaben in der Gesetzesauslegung konterkariert wird. Der Handlungsauftrag im Koalitionsvertrag, Speichern die Möglichkeit zu eröffnen, mehrere Dienstleistungen gleichzeitig zu erbringen, muss realisiert werden.

Die Einführung multivalenter Speicher ist technisch bereits gelungen. Doch massive Rechtsunsicherheiten durch eichrechtliche und administrative Anforderungen, die sich teilweise gar nicht oder nur unter erheblichem Kostenaufwand umsetzen lassen, sowie die geringfügige Berücksichtigung von digitaler Mess- und Zähltechnik, blockieren die Einführung dieser vielversprechenden Zukunftstechnologie. Der BVES mahnt in seiner Stellungnahme an, dass eine rechtliche Klarstellung zwingend notwendig ist und die eichrechtliche Anerkennung von Verrechnungen mit Messwerten mehrerer geeichter Zähler regulatorisch verankert werden muss. Dabei ist zu beachten, dass Messkonzepte, die die Optimierung von Eigenverbrauch und die Bereitstellung von Regelleistung kombinieren, in die Regelfindung mit einbezogen werden. Insbesondere im Kontext der lokalen Versorgung von Verbrauchern ist die differenzierte Betrachtung zwischen rein mathematisch und wirtschaftlich relevanten Messdaten außerdem bedeutsam.

Für das Gelingen der Energiewende brauchen wir einen regulatorischen Rahmen, der die systemdienliche Potentialentfaltung von Speichern unterstützt. Der BVES fordert konsequent die rechtliche Aufstellung von Speichern als vierte Säule des Energiesystems neben Erzeugung, Transport und Verbrauch.

Der Jahresbericht Speichermonitoring 2018

Die RWTH Aachen und das Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA) haben den aktuellen Jahresbericht Speichermonitoring 2018 veröffentlicht. Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) führen sie die wissenschaftliche Evaluierung des Speicherförderprogramms durch. Im Fokus der Forschungsaktivitäten stehen:

  • Die Markt- und Technologieentwicklung von Solarstromspeichern,
  • die Abschätzung der durch einen vermehrten solaren Eigenverbrauch verursachten direkten Effekte auf Steuern, Umlagen und Abgaben und
  • die Quantifizierung technischer Charakteristika wie die erreichten Effizienzen, die Belastungshäufigkeiten oder die Kapazitätsverluste von Speichersystemen.

Der BVES zum Thema:
„Das heute veröffentliche Speichermonitoring 2018 der RWTH Aachen enthält hochspannende Analysen zur Entwicklung von PV-Speichern und verschiedenen Batteriespeichersystemen. Die BVES-Branchenzahlen zur Entwicklung des deutschen Energiespeichermarkts von Anfang 2018 werden umfänglich bestätigt. Das Speichermonitoring ist eine wichtige Wissensgrundlage für die Weiterentwicklung der Energiewende – gerade auch im Hinblick auf die notwendige Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Systemintegration von Speichern. Die Anwendungsmöglichkeiten von Speichern werden vielfältiger, das sollte auch systemisch endlich genutzt werden können.“

 

Das Speichermonitoring erhalten Sie über “Technische Dokumente” oder über diesen Link:

Das Energiesystem braucht mehr Flexibilität – „Besonderen netztechnischen Betriebsmitteln“ fehlt dezentrales Design

  • Die Ausschreibungen der deutschen Übertragungsnetzbetreiber für die Vorhaltung und den Betrieb von sogenannten „besonderen netztechnischen Betriebsmitteln“ sind nur vordergründig technologieneutral. Das großskalierte Ausschreibungsdesign benachteiligt dezentrale Lösungen und Flexibilitätsoptionen wie Energiespeicher. Anstatt Netzstabilitätsmaßnahmen zu fördern, zielen die Ausschreibungen auf Grundlastmanagement.
  • Unbundling-Regeln werden durch begriffliche Aufweichungen weit ausgedehnt.
  • Die Energiewende ist dezentral. Bessere Rahmenbedingungen für Energiespeicher sind zwingend erforderlich, damit Energiespeicher ihr Potenzial für ein dezentrales Energiesystem entfalten können.

Berlin, 12. Juli 2018 – Flexibilitätsoptionen wie vielfältige Energiespeichersysteme können wesentlich zur Energiesystemstabilität beitragen und auch bei Ausfällen im Netz kurzfristig den sicheren Betriebszustand wiederherstellen. Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Ausschreibungen der deutschen Übertragungsnetzbetreiber für die Vorhaltung und den Betrieb von technologieoffenen Flexibilitätsoptionen (hier: „besondere netztechnische Betriebsmittel“) grundsätzlich positiv zu bewerten.

Das Ziel, das Vergabeverfahren transparent, marktorientiert und diskriminierungsfrei zu organisieren, wird jedoch unter den gesetzten Bedingungen nicht erreicht. Das großskalierte Design von mindestens 100 MW je Los der insgesamt zwölf Lose sowie die Mindesterbringungszeit von 38 Stunden versperren sinnvollen und effizienten Energiespeichersystemen die Möglichkeit zur Teilnahme an den Ausschreibungen. Gerade im dezentralen Bereich liegt aber großes Flexibilitätspotential. Diese Lösungen müssten in real technologieoffenen Ausschreibungen daher unbedingt gleichgestellt berücksichtigt werden.

Als kritisch bewertet der BVES auch, dass Begrifflichkeiten in der Diskussion zur Ausschreibung unpräzise voneinander abgegrenzt werden. Die anerkannten Unbundling-Regelungen durch definitorische Verwässerung aufzuweichen, sollte unbedingt vermieden werden. In diesem Kontext ist etwa der Unterschied zwischen Netzstabilitätsmaßnahmen und Grundlastmanagement nachvollziehbar abzugrenzen. Ein Zulassungskriterium für die Teilnahme an den Ausschreibungen ist eine Mindestgesamtbetriebszeit von 500 Stunden im Jahr. Damit ist die Ausschreibung nicht auf Notfallmanagement ausgerichtet, sondern auf Regelbetrieb.

„Vor dem Hintergrund des schleppenden Netzausbaus ist die Einbindung weiterer Flexibilitäten grundsätzlich zu begrüßen. Allerdings plädiert der BVES für eine offene Ausgestaltung, die das volle Potential hebt. Die großskalierte Aufteilung der Gebote benachteiligt dezentrale Ansätze und verhindert intelligente neue Technologien wie Speichersysteme – ob als Einzelanlage oder aggregiert innerhalb eines Netzanschlussgebietes. Flexible Zukunftslösungen werden so ausgeschlossen und die Herausforderungen der neuen dezentralen Energiewelt mit dem Werkzeugkasten der 90er Jahre angegangen.“ so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES.

Rückendeckung von der EU: Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie II stärkt die Systemintegration von Energiespeichern

Die neue Erneuerbare-Energien-Richtlinie II (RED II) greift die BVES-Positionen (Link zum Positionspapier) weitgehend auf und legt die Grundlage für einen rechtlichen Handlungsrahmen, der die Systemintegration von Energiespeichern besser zulässt und gegen Diskriminierung im Energiemarkt vorgeht.

Die RED II stellt dabei fest, daß das neue verbindliche EU-Erneuerbare-Energien-Ziel von 32% bis 2030, von einer verbesserten Systemintegration von Energiespeichern abhängt und auch nur über den verstärkten Einsatz von Energiespeichern erreicht werden kann. Die EU-Kommission hebt in diesem Zusammenhang Dezentralität als treibende Kraft der Energiewende hervor und identifiziert die Doppelbelastung aus Abgaben („charges and fees“) von Eigenverbrauchsanlagen als Diskriminierung.

Dies entspricht einer langjährigen Grundforderung des BVES. Entsprechend sollen erneuerbare Eigenverbraucher keinen diskriminierenden Maßnahmen einschließlich Abgaben auf den Eigenverbrauch inklusive Speicher ausgesetzt werden. Die neue 30 kWp-Obergrenze aus der RED II ist ein Kompromiss, aber doch ein wesentlicher Fortschritt zu den aktuell noch geltenden Regelungen. Gerade für gemischte Speicherbetriebsmodelle und systemische Anwendungen mit Speichern ergeben sich durch die neue 30kWp-Regelung viele neue Chancen.

„Die RED II kommt den notwendigen regulatorischen Rahmenbedingungen für Energiespeicher ein wichtiges Stück näher. Die neuen EU-Vorgaben eröffnen damit neue Chancen zur Potentialentfaltung von Energiespeichern für eine nachhaltigere und effizientere Energieversorgung. Dieser positive Trend muss sich in den aktuellen Trilogverhandlungen zur Elektrizitäts-Binnenmarkt-Richtlinie (Market Design Directive, MDD) und -Verordnung (Market Design Regulation, MDR) fortsetzen. Wir arbeiten erwartungsvoll auf die überfällige Speicherdefinition und etwa die Festlegungen zu Besitz und Betrieb von Speichern hin.”

Flexibilitätsoption Energiespeicher verstärkt berücksichtigt

Neuer Szenariorahmen für Netzentwicklungsplan berücksichtigt vermehrten Speicherzubau

Der BVES begrüßt, dass die Bundesnetzagentur erstmals vertieft Energiespeicher im Szenariorahmen für den Netzentwicklungsplan 2019-2030 als wichtige Flexibilitätsoption anerkennt. Als Referenz dient die jährlich aktualisierte BVES-Brancheneinschätzung zur Entwicklung von Energiespeichern auf verschiedenen Netzebenen. Die Bundesnetzagentur übernimmt in Übereinstimmung mit den Konsultationsteilnehmer die BVES-Werte unter Berücksichtigung des Koalitionsvertrages in die Szenariorahmen.

In den Szenariorahmen wird die Schlüsselrolle von Energiespeichern für ein nachhaltiges Energiesystem erneut deutlich. Die Potentialentfaltung von Energiespeichern wird allerdings unter den aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen stark gehemmt. Ein Speicher wird rechtlich nicht als Speicher eingeordnet, sondern als Erzeuger oder Letztverbraucher. Vor diesem Hintergrund unterstreicht der BVES seine Forderung nach rechtlichen Anpassungen, die die Integration von Energiespeichern als vierte Säule des Energiesystems neben Erzeugung, Transport und Verbrauch ermöglichen und ein Level-Playing-Field für Flexibilitätsoptionen schaffen. „Speichertechnologien sollen vorangebracht werden“ – das ist der klare Handlungsauftrag im Koalitionsvertrag, der nun umgesetzt werden muss.

Flexible Speicher: Eine einfache Lösung gegen steigende Netzengpasskosten

  • Die steigenden Kosten für das Netzengpassmanagement können sehr effizient über die Systemintegration von flexiblen Energiespeichern eingedämmt werden und so zugleich Abregelung verhindert sowie der Ausbau von erneuerbaren Energien auf hohem Niveau fortgesetzt werden.
  • Energiespeicher ermöglichen die zeitliche und örtliche Entkopplung von Energieproduktion und Energieverbrauch. So optimieren sie gleichzeitig die Systemeffizienz hinsichtlich der Kosten und der Klimaverträglichkeit.
  • Der Auftrag der Bundesregierung aus dem Koalitionsvertrag ist dringend umzusetzen.

 

Berlin, 8. Juni 2018 – Es ist ein wiederkehrendes Ritual: Die Kosten für das Netzengpassmanagement steigen jährlich und drastisch an. Im Jahr 2017 sind die Netzengpass-Bewirtschaftungskosten nach eigenen Angaben der Übertragungsnetzbetreiber schon bei insgesamt etwa 1,5 Milliarden Euro angekommen.

Der Aussage des Amprion-Geschäftsführers Hans-Jürgen Brick (Veranstaltung BDI, 04.06.2018), nun könne nicht tatenlos zugeschaut werden, „wie aus 1,5 Milliarden vier Milliarden“ würden, stimmt der BVES vollumfänglich zu. Einzig scheint der sich weiter verzögernde Netzausbau nicht mehr das alleinig geeignete Mittel zu sein, diese Kosten in den Griff zu bekommen. Seit Jahren fordert der BVES die steigenden Kosten auch durch die Flexibilisierungsoption Energiespeicher begrenzen zu können.

Angesichts der Dringlichkeit der Realisierung ambitionierter Klimaziele, ist eine Abregelung sowie Drosselung des Zubaus von erneuerbaren Energien zur Geschwindigkeitsanpassung an den stockenden Netzausbau keine passende Strategie. Die steigenden Netzengpasskosten können sehr effizient über die Systemintegration von flexiblen Energiespeichern eingedämmt werden. Energiespeicher sind auf allen Spannungsebenen netzstabilisierend einsetzbar, um fluktuierende Erzeugung oder Verbrauchsspitzen zu glätten und Netzengpässe auszugleichen. Dabei können Speicher ihre Vorteile in einem Verhältnis 1:10 gegenüber fossilen rotierenden Massen ausspielen (5 MW Speicher ersetzen bis zu 50 MW fossile Turbinenleistung). Zudem verbessern Energiespeicher die klimafreundliche Systemeffizienz beim Einsatz zur flexiblen Sektorkopplung.

Damit Energiespeichertechnologien ihr Potenzial zur Steigerung der Systemeffizienz endlich einbringen können, braucht es die Umsetzung der im Koalitionsvertrag der Bundesregierung genannten Ziele. Dem dort genannten Vorsatz, „die Versorgungssicherheit [ist] in allen Teilen Deutschlands weiterhin sicherzustellen und die EEG- und Systemkosten [sind] so gering wie möglich zu halten“, müssen nun Taten folgen. Auch und insbesondere durch die Umsetzung eines weiteren Vorhabens aus dem Koalitionsvertrag: „Wir werden die unterschiedliche Belastung von gespeicherter Energie prüfen und vereinheitlichen.“

„Energiespeicher bringen die dringend benötigte neue Flexibilität in unser Energiesystem. Durch Speicherung steht Leistung flexibel und schnell zur Verfügung, wenn sie gebraucht wird. Das ist eine wesentliche Eigenschaft, die ein nachhaltiges Energiesystem braucht. Aber Speicher sind Speicher und eben keine Verbraucher. Der Koalitionsvertrag weist den richtigen Weg. Die Letztverbraucherabgaben für Speicher sind endlich zu beseitigen.“ so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES.

Für faire Spielregeln am Netz – Innovative Energiespeichertechnologien brauchen diskriminierungsfreie Anwendungsregeln

Der BVES hat sich im Aktualisierungsprozess der technischen Anschluss- und Anwendungsregeln (TAR) für eine faire und diskriminierungsfreie Ausgestaltung der Anforderungen in den zuständigen Gremien des VDE-Forums Netztechnik/Netzbetrieb (FNN) stark gemacht. Faire Spielregeln bei der Netzintegration von innovativen Energietechnologien auf allen Spannungsebenen sind eine Voraussetzung für die erfolgreiche Energiewende. Vor diesem Hintergrund forderte der BVES Anforderungen, die technologieoffen ausgestaltet und von den verschiedenen Energiespeichertechnologien eingehalten werden können. Der Verband setzte sich hierbei insbesondere für die Öffnung der Anschlussbedingungen für Redox-Flow-Technologien und weitere Batterietechnologien ein, um den Marktzugang nicht zu erschweren und gleichzeitig die Anschlussbedingungen zukunftsoffen zu gestalten. Generell begrüßt der BVES die verbesserte Verlässlichkeit für Hersteller und Planer von Speicheranwendungen, die mit der Vereinheitlichung der technischen Anschlussregeln (TAR) auf nationaler Ebene verbunden ist.

 

Hintergrundinformationen zum Aktualisierungsprozess der TAR:

Zur nationalen Umsetzung der europäischen Network Codes „Requirements for Generators“ (NC RfG) ist die grundlegende Überarbeitung der bisherigen TAR und die Vereinheitlichung des VDE Vorschriftenwerkes erforderlich. Das FNN hat die TAR für Mittel- (4110), Hoch- (4120) und Höchstspannung (4130) sowie die Anwendungsregel „Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz“ (VDE AR N 4105) nun bekannt gegeben. Für die Mittel- und Niederspannung beinhalten die TARs erstmalig auch Anforderungen an Speichersysteme. Mit der Veröffentlichung und anschließenden Notifizierung der TARs können folglich die Grundlagen für eine Zertifizierung der elektrotechnischen Eigenschaften von Speichern erarbeitet werden. Die Verordnung zum Nachweis von elektrotechnischen Eigenschaften (NELEV) erlangt für Speicher Wirkung, sobald die für eine Zertifizierung notwendigen Prüfanforderungen durch den VDE erstellt wurden. In der Zwischenzeit gelten die Übergangsregeln der NELEV.