BVES-Gastkommentar: Messkonzepte für gemischte Speichermodelle

Im Energate Messenger gibt Helena Teschner, BVES-Referentin Politik und Regulierung, einen Gastkommentar zu Messkonzepten für gemischte Speichermodelle:

„Eine Entlastung von Speichern im Rahmen des EEG ist auf den Weg gebracht. Allein, es fehlen noch die geeigneten Messkonzepte, schreibt Helena Teschner vom Bundesverband Energiespeicher (BVES) in einem Gastkommentar: „Speicher sind ein „Schweizer Taschenmesser“, das ideale Multifunktionswerkzeug, um lokal und regional, systemdienlich und sektorenübergreifend die notwendige Flexibilität zu erbringen. Mit der Schaffung des Paragraphen 61k EEG im vergangenen Dezember hat der Gesetzgeber einen Grundstein gelegt, um modernen, netzdienlichen Betriebsweisen den Weg zu ebnen. Grundsätzlich können damit nicht nur netzgekoppelte, sondern auch dezentrale und gemischt genutzte Speicher eine Befreiung von der EEG-Umlage für die eingespeicherten Strommenge geltend machen. Eigenverbrauchsmodelle mit einer Leistung von unter zehn kW sind nun auch im sogenannten gemischten Betrieb zulässig.

Massentaugliche Messkonzepte sind gefragt
In der Praxis wird der Paragraph dadurch anwendbar, dass die einzelnen Energieflüsse in und aus dem Speicher trennscharf zugeordnet werden. Zur breiten und rechtssicheren Umsetzung braucht es Messkonzepte, die massenmarktfähig und verhältnismäßig sein müssen. Massenmarktfähig bedeutet, dass ein Messkonzept ohne aufwändige Verhandlungen mit jedem einzelnen der circa 850 Netzbetreiber sofort für jede Anlagenkonstellation umsetzbar sein muss. Verhältnismäßig bedeutet, dass die Messtechnik die vom Gesetzgeber geforderten Anforderungen komplett erfüllt, aber auch sichergestellt ist, dass die aus dem gemischtem Speicherbetrieb resultierenden Vorteile nicht durch überbordende Messanforderungen aufgezehrt werden. Der Bundesverband Energiespeicher hat lange für die Ermöglichung eines gemischten Speicherbetriebs gekämpft. Um nach der Einführung des Paragraphen 61k EEG auch die Anwendung in der Praxis zu erleichtern, hat der Verband nun auch ein Messkonzept erarbeitet, welches die rechtlichen Anforderungen in die notwendige Mess- und Zähltechnik übersetzt. Um die Möglichkeiten des gemischten Speicherbetriebs nun auch breit ins Energiesystem zu integrieren, gilt es das gemeinsame Messkonzept zur breiten Anwendung zu bringen. In vielen Diskussionen mit Netzbetreibern, Politik und Regulierung haben wir das Messkonzept vorgestellt und erläutert. Hier werden wir weiter um Vertrauen werben und sind dazu auch im Austausch mit dem Regelermittlungsausschuss der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt sowie verschiedenen Eichämtern.

Verbändeallianz fordert neue Speicherstrategie
Die rechtliche Verankerung gemischter Speicher in Paragraph 61k EEG wird in Verbindung mit dem BVES-Messkonzept in der Praxis einsatzfähig. Nach dem Teilerfolg mit dem Paragraphen 61k EEG fehlt jedoch weiter eine konsistente Speicherstrategie. Wesentlich für eine breite Einbindung von Speichern in unser Energiesystem ist die grundsätzliche rechtliche Aufstellung von Speichern als vierte Säule des Energiesystems neben Erzeugung, Transport und Verbrauch. Der BVES fordert in Allianz mit BEE, BNE, BWE, DIHK und ZVEI die bundesweite Umsetzung einer entsprechenden Speicherstrategie. Eine einhellige Forderung als starkes Signal an die Politik, die unter der Fahne Jamaikas gute Voraussetzungen hat, neuen Fahrtwind aufzunehmen. /Helena Teschner“